Steine bunt anmalen – das gehört in der Corona-Pandemie irgendwie dazu. Die drei Schwestern Lina, 10, Sophie, 7, und Maren, 4, aus Zöschingen haben ihre Pinsel aber nicht nur zum bloßen Zeitvertreib geschwungen. Insgesamt 180 Steine haben die drei Mädchen bemalt und anschließend an ihre Familie, Verwandtschaft und den Bekanntenkreis verkauft.
Das Ziel: ein bunter Hoffnungsschimmer für jene, die es in der Pandemie nicht so gut haben. Der dabei entstandene Erlös von insgesamt 420 Euro ging deshalb an das Kinderheim St. Clara in Gundelfingen.
Was hinter den bemalten Steinen aus Zöschingen steckt
Mutter Michaela Asum erinnert sich gut daran, wie die Idee entstanden war. Eines Nachmittags hatten ihre Töchter gefragt, ob sie wegen der Schnelltests in der Schule nun zu den „armen Kindern“ zählen, berichtet sie. Im Gespräch hatte sie ihren Töchtern erklärt, dass es auch Kinder gebe, die in einem Heim leben und ohne Eltern aufwachsen müssten. Regelmäßige Schnelltests, so das Fazit, seien also ein recht kleines Übel.
Das Interesse ihrer Töchter war jedoch geweckt, und so ließ die Frage, ob es denn auch im Landkreis Dillingen eine solche Einrichtung gebe, nicht lange auf sich warten. Als die Kinder erfuhren, dass es sogar in Gundelfingen ein Kinderheim gibt, zogen sie sich zunächst mehrere Stunden in das Kinderzimmer zurück. Erst zum Abendessen bekam Asum sie wieder zu Gesicht. Der Plan stand fest. Sie wollten Steine bemalen, diese verkaufen und den Erlös an St. Clara spenden. Das Ziel: 200 Euro. „Wir waren skeptisch, ob sie es schaffen“, erinnert sich ihre Mutter. Doch die Kinder hatten sich auch einen Plan B überlegt: Kommt nicht genug Geld zusammen, plündern sie das eigene Sparbuch.
420 Euro spenden die drei Schwestern an St. Clara
Auf einem Messenger-Dienst wurden die Steine schließlich angepriesen. Die Resonanz überraschte Asum: „Die ersten 50 Steine waren schnell verkauft und die Mädchen mussten noch einmal nachmalen.“ Nur acht Tage später ist das Ziel sogar schon übertroffen: 400 Euro haben die Geschwister gesammelt. Weil die Schwestern nicht mit leeren Händen bei Heimleitung Maria Elisabeth Marschalek auftauchen wollten, steuern die Eltern zusätzlich 20 Euro für einen Blumenstrauß bei.
Bei Blumen Spengler in Dillingen schaffte es Lina anschließend mit einem weiteren bemalten Stein sogar, ein besonders schönes und teures Exemplar für die Aktion zu sichern. Die Zehnjährige erinnert sich: „Wir waren ein bisschen nervös, aber freuen uns, dass unsere Steine so gut angenommen wurden.“
Die Geschwister Asum haben fleißig gemalt
Viele Stunden hatten die Geschwister mit dem Malen verbracht. Es hatte sogar ein spezielles System gegeben: Die siebenjährige Sophie hat alle vorgestrichenen Steine mit dem Föhn getrocknet, damit es schneller ging. Wie es sich anfühlt, anderen eine Freude zu machen, wissen die drei Schwestern nun. Lina erklärt stolz: „Auch Kinder können etwas leisten.“ Besonders freut die Geschwister, wofür das Geld eingesetzt wird. Bei St. Clara bekommen nun die Jungs einen Herzenswunsch erfüllt: Sie erhalten Puppen zum Spielen.
Im Kinderheim ist die Begeisterung ebenfalls groß. „Die Mädchen sind wirklich toll und haben eine ganz positive Ausstrahlung“, beschreibt Schwester Maria Elisabeth ihren Eindruck. Dass die Steine mit viel Herzblut bemalt worden seien, könne man an jedem Pinselstrich erkennen. Sobald es coronabedingt wieder möglich ist, sind die drei Schwestern herzlich zum gemeinsamen Spielen eingeladen.
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