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Brand Dillingen: Großeinsatz verhindert Schlimmeres – Leserhilfswerk hilft Bewohnern

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Betroffener nach Brand in Dillinger Wohnblock: „Das Schadensausmaß ist heftig“

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    Janós Vegh wohnt im Mehrfamilienhaus am Galgenberg in Dillingen, in dem es jüngst gebrannt hat. "Das Schadensausmaß ist heftig", sagt der 46-Jährige. Die von der Polizei genannte Summe von einer Million Euro Schaden werde nicht ausreichen, vermutet der Dillinger.
    Janós Vegh wohnt im Mehrfamilienhaus am Galgenberg in Dillingen, in dem es jüngst gebrannt hat. "Das Schadensausmaß ist heftig", sagt der 46-Jährige. Die von der Polizei genannte Summe von einer Million Euro Schaden werde nicht ausreichen, vermutet der Dillinger. Foto: Berthold Veh

    Zwei Wochen nach dem verheerenden Feuer in einem Wohnblock am Galgenberg in Dillingen riecht es in den Hausgängen immer noch nach Brand. Mehr als 100 Einsatzkräfte verhinderten dort in der Nacht zum Samstag, 9. Mai, durch ihr engagiertes Eingreifen Schlimmeres. Elf Menschen erlitten Rauchgasvergiftungen; bei zwei von ihnen waren sie so heftig, dass sie ins Krankenhaus gebracht werden mussten. Den Schaden gab die Kriminalpolizeiinspektion Dillingen nach dem Unglück mit etwa einer Million Euro an. „Das wird niemals reichen, das Schadensausmaß ist heftig“, sagt Janós Vegh. Er wohnt in einer der 30 Wohnungen in dem Wohnblock mit der Adresse Am Galgenberg 14–16.

    Der 46-Jährige erklärt beim Besuch unserer Redaktion auf Anfrage, dass immer noch fünf Wohnungen unbewohnbar seien. Eine 30-Jährige war zunächst gar nicht direkt betroffen. Sie hatte wie die anderen Bewohner in der Brandnacht den Wohnblock verlassen müssen, konnte aber wenige Stunden später wieder in ihre Räume zurückkehren. „Für Kinder war das ein Schock“, sagte die Frau und lobte die Einsatzkräfte der Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Polizei. Wie die Bewohner vom Roten Kreuz und der Feuerwehr mit Essen und Getränken versorgt worden seien, das habe sie sehr berührt. „Das war so lieb, ich liebe Deutschland jetzt noch mehr“, teilte die 30-Jährige mit.

    Die Mieterin dachte zunächst, dass ihre Wohnung ohne Schaden davongekommen sei. Am Montag nach dem Einsatz wurden aber die Wände feucht. „Das Wasser floss von der Wand runter“, sagt die Mutter, die schließlich mit ihrer Tochter für zwei Tage ihre Wohnung verlassen musste. Dort laufen jetzt Trocknungsgeräte auf Hochtouren, auf dem Balkon steht ein Sofa, das mit Ruß überzogen ist. „Es stinkt nach Brand, der Ruß frisst sich überall rein“, sagt Janós Vegh, der sich anstelle der weiter entfernt wohnenden Vermieter um die Anliegen der Mieterin kümmert. „Ich habe keine Hausratversicherung“, sagt die 30-Jährige. Auf einen Tipp unserer Redaktion hin hat sich die Frau an die Kartei der Not, das Leserhilfswerk unserer Zeitung, gewandt. Wie Kartei-der-Not-Geschäftsführer Oliver Jaschek mitteilt, hat das Leserhilfswerk bereits unbürokratisch eine Soforthilfe gewährt. Die Unterstützung weiterer Betroffener sei möglich.

    Ein Brand hat in einem Wohnblock am Galgenberg in Dillingen in der Nacht zum 9. Mai einen Millionenschaden verursacht.
    Ein Brand hat in einem Wohnblock am Galgenberg in Dillingen in der Nacht zum 9. Mai einen Millionenschaden verursacht. Foto: Berthold Veh

    Vegh war mit dem Hund draußen, als das Feuer ausbrach. Nachbarn hätten den Brand bemerkt und versucht, selbst zu löschen. Nach einigen Minuten haben sie seinen Worten zufolge aufgeben müssen. Sein Neffe leide immer noch an den Folgen des Brandes, sagt der 46-Jährige. „Das größte Problem war nicht das Feuer an sich, sondern die Bosheiten, die auf Facebook geschrieben wurden“, stellt Vegh fest. Viel Unsinn sei da zu lesen gewesen. Unter anderem, dass das Feuer mit Absicht gelegt worden sei.

    Sind eine fahrlässige Brandstiftung oder ein technischer Defekt ursächlich?

    Der Leiter der Dillinger Kriminalpolizeiinspektion, Michael Lechner, informiert auf Anfrage, dass die Brandursache noch nicht geklärt sei. „Es wird ermittelt, ob eine fahrlässige Brandstiftung die Ursache sein könnte oder ob ein technischer Defekt den Brand ausgelöst haben könnte“, teilt Lechner mit. Ein Brandfahnder der Dillinger Kripo und ein Sachverständiger des Bayerischen Landeskriminalamts seien im Rahmen der Ermittlungen am Montag erneut vor Ort gewesen. Die Öffentlichkeit werde informiert, sobald ein Ergebnis vorliege.

    „In einer sehr belastenden Situation große Hilfsbereitschaft erlebt“

    In dem Wohnblock am Galgenberg, wo früher Kasernenwohnungen eingerichtet waren, dürften mehr als 60 Menschen wohnen. Nach dem Großeinsatz der Rettungskräfte hatten sich die Bewohner und Bewohnerinnen zu Wort gemeldet. „Als Hausgemeinschaft möchten wir uns von Herzen bei allen bedanken, die während des Brandes und in den Stunden danach im Einsatz waren“, hieß es in einer Mitteilung an unsere Redaktion. „In einer für viele Bewohner sehr belastenden Situation haben wir große Hilfsbereitschaft, Menschlichkeit, Ruhe und außergewöhnliches Engagement erlebt“, war in der E-Mail zu lesen.

    Besonders beeindruckt zeigte sich die Hausgemeinschaft von der schnellen Reaktion sowie der fürsorglichen Betreuung und Unterstützung vor Ort. Dank des entschlossenen Handelns aller Beteiligten habe in dieser Brandnacht Schlimmeres verhindert werden können. Nicht gefallen hat den Bewohnern nach Informationen unserer Redaktion der „Katastrophentourismus“, der nach dem Feuer eingesetzt habe. Viele Schaulustige wollten offensichtlich den Brandort sehen.

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