Diese Nachricht hat in Dillingen Trauer hervorgerufen: Der frühere Oberbürgermeister Werner Hilger ist am Freitag im Alter von 90 Jahren gestorben. Von 1978 bis 1984 lenkte der gebürtige Oberfranke die Geschicke der Stadt. Die Integration der neuen Stadtteile Donaualtheim, Fristingen, Kicklingen, Schretzheim und Steinheim zählte zu den Herausforderungen des CSU-Politikers.
Oberbürgermeister Frank Kunz würdigt Hilgers Verdienste, der Dillingen wichtige Impulse gegeben habe. So seien in dessen Verantwortung neue Bau- und Gewerbegebiete ausgewiesen und die Dorfsanierung Kicklingen angestoßen worden. „Von ihm gingen wesentliche Weichenstellungen für die Altstadtsanierung und den Neubau am Heilig-Geist-Stift aus“, erläutert Kunz. Sein Vorvorgänger habe auch wichtige Impulse für den Neuaufbau der Städtischen Musikschule und der Volkshochschule sowie den Betrieb des Stadt- und Hochstiftmuseums gegeben, stellt der Rathauschef fest.
Er wuchs in Pegnitz auf und studierte Jura
Hilger wuchs in Pegnitz auf und besuchte die Schule in Schongau, wo sein Vater als Nachfolger von Franz-Josef Strauß als Landrat wirkte. Nach dem Jura-Studium ging Hilger zur Regierung von Oberbayern, dann ans Landratsamt Erding und schließlich nach Garmisch-Partenkirchen. 1978 trat er für die CSU bei der Dillinger Oberbürgermeisterwahl an und setzte sich mit 54 Prozent der Stimmen gegen Volker Welz (SPD/Freie Bürger, 46 Prozent) durch. Nach nur einer Amtsperiode wurde Hilger allerdings abgewählt. Er unterlag 1984 Altoberbürgermeister Hans-Jürgen Weigl (SPD), der mit 55,1 Prozent der Stimmen deutlich vorn lag.
Werner Hilger: „Dillingen hatte großen Nachholbedarf“
Unserer Redaktion sagte Hilger, er habe den Schritt in die Politik nie bereut. Die sechs Jahre im Dillinger Rathaus bezeichnete er als „spannend und bewegt“. Impulse bei der Fortentwicklung der Infrastruktur seien nötig gewesen. „Dillingen hatte großen Nachholbedarf“, teilte Hilger vor seinem 80. Geburtstag am 17. Juni 2015 mit. Seine OB-Zeit sei intensiv gewesen, „vielleicht zu intensiv für eine Wiederwahl“. Hilger kam anschließend zur Landesanwaltschaft nach München. Es folgte ein längerer Abstecher nach Dresden (Ministerium), später übernahm Hilger neue Aufgaben bei der Regierung von Schwaben, bevor er 1998 als Leitender Regierungsdirektor in Pension ging.
1967 hatte Werner Hilger Eike Stenvers geheiratet, mit der er zwei Kinder hatte. Im Ruhestand genoss er neben dem Bergwandern das Arbeiten im Garten seines Hauses im Dillinger Westen und die Zeit mit seinen Enkelkindern. Der Trauergottesdienst beginnt am Freitag, 30. Januar, um 10 Uhr in der Basilika St. Peter in Dillingen. Anschließend findet um 11 Uhr die Beisetzung auf dem Dillinger Friedhof statt.
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