Er ist zweifellos eine Ikone in der Fassaden-Branche: Fritz Gartner. Am Sonntag vor zwei Wochen, dem 3. Mai, wurde der bekannte Gundelfinger Ingenieur und Visionär, Familienvater, Opa, Uropa und heutige Aufsichtsratsvorsitzende der Josef Gartner GmbH 90 Jahre alt. Im Rahmen einer internen Betriebsfeier wurde das Jubiläum nun nachgefeiert. „Es war ein Nachmittag voller herzlicher Begegnungen, Nostalgie und wegweisender Impulse für die Zukunft“, schreibt die Firma in einer Pressemitteilung.
Geschäftsführer Jürgen Wax hielt dabei eine Laudatio. Es gebe eine Eigenschaft, so Wax, die sowohl der Jubilar als auch die Firma bis heute ausmache: „Der unbändige Wille, für jede architektonische Vision eine technische Antwort zu finden. Ob die Elbphilharmonie in Hamburg, die BMW-Welt in München oder Wahrzeichen in Barcelona – sie alle tragen die Handschrift eines Mannes, der mit Bleistift, Skizzenpapier und genialer Intuition Grenzen verschoben hat.“ Auch die Stadt Gundelfingen würdigte den bekannten Unternehmer. „Sein Name ist auch noch heute untrennbar mit dem größten Arbeitgeber der Stadt verbunden“, sagt Bürgermeister Dieter Nägele. Fritz Gartner habe sich sowohl durch sein berufliches wie auch sein ehrenamtliches Wirken – unter anderem für den FC Gundelfingen – sehr große Verdienste um die Stadt erworben.
Fritz Gartner ist der Urenkel des Firmengründers Josef Gartner
Der Jubilar studierte in der späteren Nachkriegszeit an der Technischen Universität (TUM) in München und schrieb eine Doktorarbeit in Ingenieurwesen. Noch bevor er damit fertig war, holte ihn sein Vater, der dritte Josef Gartner, nach Gundelfingen zurück. 1964 trat er ins Geschäft ein und war anschließend über 30 Jahre lang als Chefkonstrukteur und Geschäftsführer aktiv. Wie das Unternehmen auf dem Online-Firmen-Netzwerk LinkedIn schreibt, spielte Fritz Gartner eine entscheidende Rolle für die „Entwicklung zu einem international führenden Fassadenspezialisten“ (aus dem Englischen übersetzt).
Zahlreiche Angestellte, Geschäftspartner und andere LinkedIn-Nutzer reagierten auf den Beitrag und gratulierten dem 90-Jährigen. So zum Beispiel „sein ehemaliger Schüler“ Prof. Dr. Winfried Heusler, der mittlerweile das wissenschaftliche Fassaden-Institut „ifp“ in Rosenheim leitet. Heusler schreibt: „90 Jahre und immer noch aktiv. Das ist ein echtes Vorbild für mich!“
Wie Einstein: Fritz Gartner hielt seine genialen Ideen oft auf Zetteln fest
Bei der internen Betriebsfeier blickte Fritz Gartner übrigens auf sein „unleserliches Gekritzel“ zurück, wie die Firma im Nachgang schreibt. Gemeint sind die ungezählten Zeichnungen, die der Gundelfinger unermüdlich und andauernd auf den verschiedensten Papierformaten anfertigte – oft zwischendurch oder auch beim Essen. Diese spontanen Zeichnungen seien häufig der „Ursprung großer Innovationen“ gewesen, ist die Firma überzeugt. Als Geschenk überreichten die Azubis eine schicke Gartenliege, die sie in der Lehrwerkstatt anlegten und die Fritz Gartner umgehend testete (siehe Bild). Zudem überraschte der Musikverein Haunsheim mit einem musikalischen Ständchen und es gab ein Quiz zur Firmengeschichte.
Anlässlich des Jubiläums kündigt die Firma einen neuen Preis an. Mit dem „Dr. Fritz Gartner Innovationspreis“ sollen künftig „besonders schöpferische Ideen oder geniale Problemlösungen“ ausgezeichnet werden. Wie eine Sprecherin erklärt, soll die erste Auszeichnung im Januar 2027 kommen und dann jährlich stattfinden. Er ist für Tüftlerinnen und Tüftler innerhalb der Firma vorgesehen. (mit AZ)
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