Der Peter-Schweizer-Grundschule in Gundelfingen geht der Platz aus, um Räume für die Ganztagsbetreuung bereitzustellen. „Die Schülerzahlen haben sich dynamisch entwickelt“, sagt Bürgermeister Dieter Nägele (FW) bei einer Sitzung des Stadtrats. Demnach würden in diesem Schuljahr 148 Schülerinnen und Schüler das Angebot der offenen Ganztagsschule (OGTS) in Anspruch nehmen. Im Schuljahr 2022/2023 seien es noch 100 gewesen. Um die Jungen und Mädchen in diesem Schuljahr unterzubringen, sei die Musikschule ausgesiedelt worden, zudem gebe es insgesamt zehn Container. „Damit ist der Platz ausgeschöpft, mehr wird es nicht geben“, sagt Nägele. Die Stadt liege aktuell bei einer Betreuungsquote von 50 Prozent, bayernweit liege diese bei 70 bis 80 Prozent. Die Verantwortlichen rechnen damit, dass diese auch bald in Gundelfingen zutreffen wird. Deshalb soll es am Ende 235 Betreuungsplätze geben.
Für die Erweiterung des Gebäudes stehen nun mehrere Möglichkeiten im Raum. Die stellt das Planungsbüro Axmann und Weiß vor. Konkret geht es um zwei verschiedene Vorgehensweisen mit je zwei Varianten. Die erste sei demnach, dass der Brunnen zwischen Brenzhalle und Parkplatz weichen müsste, um Platz für ein frei stehendes, zusätzliches Gebäude zu schaffen. Der Vorteil dabei sei, dass am Bestandsgebäude keine Umbaumaßnahmen nötig wären. Die Kosten dafür werden auf etwa 4,4 Millionen Euro geschätzt. Die zweite Variante sieht eine Verbindungsbrücke vor. Dadurch könnten etwa die Toiletten des Bestandsgebäudes mitgenutzt werden. Die Kostenschätzung liegt dafür bei 4,6 Millionen Euro.
Anbau an die Gundelfinger Schule könnte Kosten sparen
Statt des frei stehenden Gebäudes könnte auch ein Anbau an der Ostseite errichtet werden. Die erste Variante beschreibt einen L-förmigen Anbau für geschätzt vier Millionen Euro, die zweite einen mit abgerundeten Fassade für 3,55 Millionen. Beide Formen seien so konzipiert, dass sie die Zufahrt zu den benachbarten Gebäuden freihalten. Die zweite Variante habe den Vorteil, dass kein Aufzug oder zusätzliche sanitäre Einrichtungen benötigt würden.
Ratsmitglied Max Ruchti (SPD) sieht die Abrundung als potenziellen Kostenfaktor und möchte wissen, ob ein Rechteck günstiger wäre. Laut den Planern sei das nicht der Fall. Dritter Bürgermeister Florian Steidle (CSU) stellt infrage, ob überhaupt einer der Vorschläge der wirtschaftlichste sei. „Wir haben viele Projekte und müssen unsere Ausgaben gering halten“, sagt er. Es könnte demnach etwa ein Speiseraum im Bestandsgebäude geschaffen werden. Bürgermeister Nägele entgegnet, dass dann die Förderung nicht voll ausgeschöpft würde.
Wenn das Gundelfinger Projekt 2027 abgeschlossen wird, gibt es mehr Förderung
Über das Finanzausgleichsgesetz rechne die Stadt mit rund 2,3 Millionen Euro, mit weiteren fast 700.000 Euro, wenn der Umbau 2027 abgeschlossen wird. Der Eigenanteil der Kommune müsse aber mindestens 30 Prozent betragen. „Wenn wir so bauen, haben wir Reserve-Plätze in der OGTS“, sagt der Rathauschef. Die sei nötig, da ab dem folgenden Schuljahr stufenweise ein Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bestehe.
Der Stadtrat billigt die vierte Planungsvariante, also den Anbau mit abgerundeter Fassade. Bürgermeister Nägele betont, dass es sich nur um einen Vorentwurf, nicht um die fertige Planung handle. Zudem solle die Möglichkeit einer geraden Fassade untersucht werden. Zwei Ratsmitglieder stimmen dagegen.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren