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Gundelfinger Moos: Flurneuordnungsverfahren hat Arbeit aufgenommen

Gundelfingen

Nach 15 Jahren Beratungen: Gundelfinger Moos soll wiedervernässt werden

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    Diese Aufnahme ist Anfang April entstanden und soll andeuten, wie es zum Teil am Gundelfinger Moos aussehen kann, wenn es wiedervernässt ist.
    Diese Aufnahme ist Anfang April entstanden und soll andeuten, wie es zum Teil am Gundelfinger Moos aussehen kann, wenn es wiedervernässt ist. Foto: Georg Stark

    „Nach vielen Jahren der Diskussion, Gutachten und Vorbereitung kommt man nun endlich ins Handeln“, hält der „Arbeitskreis Gundelfinger Moos“ fest. Das Moos stünde nach einem positiven „Wasserrechtsbescheid zur Anhebung des Grundwasserspiegels“ vor einem Neuanfang. Ein Flurneuordnungsverfahren mache dies möglich.

    Das Gundelfinger Moos gilt in Fachkreisen als Idylle. Hier ist der Ausblick vom Beobachtungsturm auf den Schurrsee zu sehen, der heute ein Vogelschutzgebiet ist.
    Das Gundelfinger Moos gilt in Fachkreisen als Idylle. Hier ist der Ausblick vom Beobachtungsturm auf den Schurrsee zu sehen, der heute ein Vogelschutzgebiet ist. Foto: Johanna Hofmann

    Bereits vor mehr als 40 Jahren hatte eine Initiative namens „Rettet das Moos“ auf die Problematik aufmerksam gemacht. Flora und Fauna würden im Gundelfinger Moos seit Langem beeinträchtigt. Grund dafür seien der Kiesabbau, die Landeswasserversorgung und die Landbewirtschaftung. Im Jahr 1992 wurde deshalb die Arbeitsgemeinschaft Schwäbisches Donaumoos (Arge) gegründet, die Gelder aus dem Staatsvertrag mit Baden-Württemberg erhielt. Seitdem sei viel passiert. Vor allem habe man es geschafft, die drohende Verbuschung im Gundelfinger Moos zu stoppen. Auch der lokale Bestand an Wiesenbrütern habe davon profitiert, wie der Arbeitskreis in einer Pressemitteilung schreibt.

    Gundelfinger Moos wird seit 1992 disktutiert

    Anfangs sei es zu Ablehnung und Zurückhaltung gekommen. Doch inzwischen gebe es eine Gemeinschaft, die aktiv mithilft, das Moos wieder zu vernässen. „Was unausweichlich schien, wurde intensiv diskutiert und dann aktiv mitgestaltet“, hält der Arbeitskreis im Rückblick fest. Im Verlauf hätten die Teilnehmer erkannt, dass es neben dem Arten- und Vogelschutz auch „vor allem auch um den Klimaschutz geht“. Denn trockene Moore gäben in großen Mengen gespeichertes CO₂ in die Atmosphäre ab.

    Im vergangenen November gab es dann Fortschritt von behördlicher Seite. Das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben ordnete das Flurneuordnungsverfahren (mit dem Namen „Gundelfingen VII - Gundelfinger Moos“) als sogenanntes Unternehmensverfahren an – mit dem klaren Ziel der Wiedervernässung. Träger der aufwendigen Maßnahme ist die Regierung von Schwaben. Nun sollen bestehende Gräben wieder verfüllt werden, damit das vorhandene Wasser nicht abfließt. Ein Hydrologe habe ein umfangreiches Gutachten erstellt, wie das Kerngebiet des Mooses im Detail wieder vernässt werden kann, ohne dass benachbarte Flächen zu sehr in Mitleidenschaft gezogen werden. Betroffenen Eigentümer könnten mit einem Flächentausch geholfen werden. Dazu hätten die Kommunen im Umkreis bereits einige Flächen aufgekauft, die in das Verfahren einbezogen werden. Das solle den Ablauf erleichtern und die Akzeptanz erhöhen, so der Arbeitskreis.

    Auch eine Tabuzone wurde ausgehandelt

    Über 15 Jahre hatte der Arbeitskreis viel und mühsam diskutiert. Mehrere Akteuren waren beteiligt: die Arge Donaumoos, die untere Naturschutzbehörde, die Bauernverbände und Eigentümer und Landwirte aus Gundelfingen und Sontheim. Im Ergebnis legten diese Akteure zusammen fest, wie die Wiedervernässung konkret aussehen kann. Auch eine Entschädigungsrichtlinie sowie Tabuzonen wurden festgeschrieben – damit am Rand eine herkömmliche Bewirtschaftung möglich sei. Dem Arbeitskreis zufolge war es wichtig, dass den Sontheimer Landwirten Rechnung getragen wird. Sie seien nicht nur Eigentümer, sondern auch als Milchviehhalter in großem Umfang von den Flächen abhängig. Anliegen der Gundelfinger Gärtner und der Gartenbauzentrale habe man ebenso berücksichtigt. So wurde ein umfangreiches „Monitoring mit Pegelständen“ festgelegt.

    Im vergangenen Februar wurde nun die Vorstandschaft der „Flurneuordnung Gundelfingen VII – Gundelfinger Moos“ mit fünf Gundelfingern und drei Personen aus Sontheim gewählt. Vorsitzender ist Lothar Birzle vom Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben in Krumbach.

    Gundelfinger Moos: So sollen die Flächen ausgewertet und getauscht werden

    Inzwischen habe der Vorstand begonnen, mit zwei landwirtschaftlichen Sachverständigen die Wertermittlung zu erarbeiten. Hierfür wurden neun Mustergründe aus der Reichsbodenschätzung mit einem internen Bewertungsschlüssel von 1 bis 50 bewertet. So sollen alle Flächen ausgewertet werden. Der Arbeitskreis erklärt: „Mit diesen Werten können später Flächen innerhalb des Projektgebietes zum Beispiel aus dem Wiedervernässungsgebiet in die Randlagen mit Zu- oder Abschlägen getauscht werden.“ „Verkaufswillige Grundstückseigentümer“ könnten sich an das Amt für Ländliche Entwicklung wenden, wenn sie einen Moosteil veräußern wollten. (AZ)

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