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Gundelfinger Stadtrat: Der Wünschsee in Peterswörth wird barrierefrei

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Der Wünschsee in Peterswörth wird barrierefrei

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    Georg Barfuß, hier mit seiner Frau Irina, kämpft dafür, dass der Wünschsee bei Peterswörth barrierefrei wird. Der Gundelfinger Stadtrat stimmte dem Projekt nun einmütig zu.
    Georg Barfuß, hier mit seiner Frau Irina, kämpft dafür, dass der Wünschsee bei Peterswörth barrierefrei wird. Der Gundelfinger Stadtrat stimmte dem Projekt nun einmütig zu. Foto: Dominik Bunk (Archivbild)

    Der Wünschsee in Peterswörth lockt vor allem im Sommer zahlreiche Badegäste an und gilt im Dillinger Landkreis als beliebter Badeort. Doch Menschen mit eingeschränkter Mobilität – wie Rollstuhlfahrende – stießen dort bisher an ihre Grenzen. Ein Thema, das auch den Lauinger Altbürgermeister und ehemaligen Landtagsabgeordneten Georg Barfuß beschäftigt, der selbst auf den Rollstuhl angewiesen ist. In der letzten Gundelfinger Stadtratsitzung des Jahres stellte dieser dem Gremium sein Projekt vor, mit dem er einen Beitrag zur Inklusion leisten will: eine Rampen-Einstiegshilfe.

    Zwei Jahre lang hatte Georg Barfuß bereits dafür gekämpft, dass das Lauinger Kreishallenbad barrierefrei wird. „Und jetzt ist doch die logische Idee: Was machen wir im Sommer?“, stellte der jetzige Gundelfinger die Frage. Barfuß ist in Begleitung von Max Hieber und Christl Henneberger, die beide ebenfalls in ihrer Mobilität eingeschränkt sind. Sie erklären, wie gerne sie beide auch im Sommer in einem See schwimmen würden.

    Eine Rampe führt in den See, ein Seilzug hilft wieder heraus

    Nach Angaben von Barfuß gebe es in Bayern bereits siebzig barrierefreie Zugänge an Seen. Der Steg mit Handlauf, der vom Ufer ins Wasser des Wünschsees führen soll, soll eine Länge von ungefähr 16 Metern und eine Breite von 1,5 Metern haben. Doch wie sollen Rollstuhlfahrende wieder aus dem See hinaus? Dafür sei ein Seilzug angedacht, der von einer Betreuungsperson bedient werden müsse. Auch bräuchten Rollstuhlfahrende eine Begleitperson, die dabei hilft, vom eigenen Rollstuhl in den Baderollstuhl umzusteigen. Dieser Baderollstuhl würde vor Ort aufzufinden sein.

    Eine Tatsache, die der Stadträtin Ute Bucher (CSU) zu denken gibt: Sie habe Sorgen vor dem Missbrauch des Baderollstuhls und der Seilwinde. Bürgermeister Dieter Nägele (FW) plädierte für die Aufstellung des Stegs an einem gut einsehbaren Ort, außerdem würden der Rollstuhl und die Seilwinde durch den Technischen Überwachungsverein (TÜV) versichert werden.

    Und der Baderollstuhl? Wie stellt sich Barfuß den Zugang und die Verwahrung vor? „Es gibt in Darmstadt eine Vereinigung, da gibt es einen internationalen Schlüssel für Toiletten, mit dem kann man in Ingolstadt, Berlin oder Italien aufs Klo gehen. Und dann kann man natürlich in Gundelfingen in die Hütte hinein, wenn ich berechtigt bin“, erläuterte Barfuß und kam auf den Euroschlüssel zu sprechen. Dieser koste circa dreißig Euro und könne von Personen erworben werden, die auf barrierefreie Toiletten angewiesen sind. Besäße man diesen Schlüssel, könnten mobilitätseingeschränkte Badegäste den Baderollstuhl nutzen.

    Von den Stadtratmitgliedern Georg Wiedenmann (CSU) und Roman Schnalzger (SPD) kam die Frage auf, wieso Barfuß für dieses Projekt den Wünschsee in Betracht ziehe, und nicht etwa das Eichwaldbad in Dillingen. Dort gebe es einen Bademeister, außerdem sei der Wünschsee um einige Grad kälter im Gegensatz zum Gartnersee oder dem Eichwaldbad. Als Gundelfinger ist es Barfuß jedoch ein großes Anliegen, den Gundelfinger Stadtrat davon überzeugen, den Wünschsee für das Projekt vorzusehen. Somit würde die Stadt auch einen Beitrag zur Umsetzung der Gleichstellung und Inklusion von Menschen mit Behinderung leisten.

    Der Gundelfinger Stadtrat stimmt dem Projekt schließlich einmütig zu

    Für das Vorhaben benötige es nach Angaben von Bürgermeister Nägele sowohl eine Baugenehmigung als auch eine wasserrechtliche Genehmigung, da der Wünschsee zum Überschwemmungsgebiet gehöre. Barfuß schätze die Kosten des Projekts auf 25.000 Euro, die Finanzierung soll auf Spendenbasis erfolgen. Einen Träger habe der Initiator bisher noch nicht. Der Gundelfinger Stadtrat billigte das Projekt schließlich einstimmig.

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