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Höchstädt ist Listenkönig: ein halbes Dorf für den Stadtrat

Höchstädt

Höchstädt ist Listenkönig: Ein halbes Dorf will in den Stadtrat

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    Am 8. März können die Höchstädter aus einer Liste mit 220 Personen auswählen, wer sie in der nächsten sechs Jahren im Stadtrat vertreten soll.
    Am 8. März können die Höchstädter aus einer Liste mit 220 Personen auswählen, wer sie in der nächsten sechs Jahren im Stadtrat vertreten soll. Foto: Simone Fritzmeier (Archivbild)

    Mitentscheiden, diskutieren, Themen voranbringen: In Höchstädt wollen sich besonders viele Menschen in der Politik einbringen. Das zeigt die bevorstehende Kommunalwahl. Während andernorts sich nicht einmal Kandidaten für das Bürgermeisteramt finden, werden die Höchstädter am 8. März regelrecht von einer Auswahl an möglichen Stadträten überschwemmt. 220 Personen gehen ins Rennen. Doch an der langen Tafel im Rathaus gibt es nur Platz für 20 von ihnen. Somit kommt nur ein Elftel zum Zug und ganze 200 gehen leer aus. Verglichen mit den anderen Städten hat Höchstädt die höchste Bewerberquote im Landkreis.

    Geschäftsstellenleiterin Christine Rauch muss die Mammutaufgabe als Wahlleiterin betreuen. Die Vorbereitungen laufen seit Monaten. „Ja“, bestätigt sie, „das ist eine herausfordernde Aufgabe.“ Allein in Höchstädt gebe es sechs Wahllokale – auch Urnenwahlbezirke genannt – und fünf zusätzliche Stimmbezirke für die Briefwahl. Dafür musste Rauch rund 100 Wahlhelfer organisieren. Weil der Bedarf so hoch ist, haben sie auch Bedienstete aus dem öffentlichen Dienst akquiriert.

    100 Wahlhelfer in Höchstädt nötig

    Daneben betreut Rauch die Wahlen in den anderen Gemeinden der Verwaltungsgemeinschaft (VG) mit Finningen, Blindheim und Co. Dort wird auch der Bürgermeister oder die Bürgermeisterin gewählt (Höchstädt ist außer Turnus). Auch für diese Gemeinden sind rund 100 Wahlhelfer berufen worden. Am meisten Aufwand wird die Auswertung des Kreistags bescheren. Wie berichtet, stehen dabei weit mehr als 500 Personen zur Wahl.

    Die Kommunalwahl ist aufwendig. Doch warum wollen so viele Menschen in Höchstädt in den Stadtrat? Auch Geschäftsstellenleiterin Rauch sagt: „Das ist eine beachtliche Menge für Höchstädt.“ Ein Vergleich: In Wertingen kandidieren 131 Personen (für 20 Plätze), in Gundelfingen 75 Personen (für 20 Plätze), in Dillingen 253 (für 24 Plätze) und in Lauingen 141 (für 24 Plätze). Gemessen an der Quote Bewerber/Platz ist Höchstädt Spitzenreiter mit einem Wert von 11,0. Dillingen folgt mit 10,54.

    Höchstädt hat die höchste Bewerberquote für den Stadtrat

    Der Grund hat einerseits mit den Stadtteilen zu tun. Die vier Ortschaften, die neben der Kernstadt zu Höchstädt zählen (Deisenhofen, Oberglauheim, Schwennenbach und Sonderheim), wollen ihre Belange möglichst stark vertreten. Und sind gut organisiert – ähnlich ist es in Dillingen mit den sechs Stadtteilen. Die Höchstädter Stadtteile Oberglauheim, Schwennenbach und Sonderheim haben jeweils nur etwas mehr als 200 Einwohner – trotzdem konnten alle ihre Listenplätze füllen. Das ist beachtlich, wenn man bedenkt, dass etwa der Ortsverband der SPD in Dillingen nur zwölf Namen präsentiert.

    Andererseits gilt Höchstädt als politisch aktive Stadt. Die Kommunalpolitiker gelten als umtriebig – nicht zuletzt wegen Jahrhundertthemen wie der B16-Nordumfahrung. Das Engagement färbt offenbar auf die Jugend ab. So hat die JU-Höchstädt, die die Heimat des JU-Bayern-Chefs Manuel Knoll ist, 20 Personen gefunden. Und auch die Freien Wähler-nahe Gruppe „Junges Höchstädt“ ist entschlossen. Und zu den klassischen Parteien, Stadtteilen und Jugendorganisationen kommen in Höchstädt eine Seniorenliste und die Gruppe „Pro Höchstädt“ hinzu.

    AfD macht einen Bogen um die Listenhochburg

    Erstaunlich: 2020 war der Stimmzettel sogar noch größer. Er hatte 13 Listen, wie Rauch bestätigt. Damals hätten auch die V-Partei und die FDP kandidiert. Die AfD scheint noch immer einen Bogen um die Listenhochburg Höchstädt zu machen. In Dillingen wollen bereits sieben, in Lauingen acht und in Gundelfingen sechs Personen die rechtspopulistische Partei im Stadtrat vertreten.

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