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Landkreis Dillingen: Pfingsten: „Da muss Gott selbst eingreifen“

Landkreis Dillingen

Pfingsten: „Da muss Gott selbst eingreifen“

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    Dillingens Stadtpfarrer Harald Heinrich hofft, dass an Pfingsten der Funke überspringt und die Getauften die frohe Botschaft Christi hinausposaunen in die Welt.
    Dillingens Stadtpfarrer Harald Heinrich hofft, dass an Pfingsten der Funke überspringt und die Getauften die frohe Botschaft Christi hinausposaunen in die Welt. Foto: Berthold Veh (Archivbild)

    Liebe Leser und Leserinnen,

    was lässt unser Herz höherschlagen? Was reißt uns mit? Es ist ja durchaus nicht so, dass Menschen sich heute für nichts mehr begeistern lassen. Wir brauchen nur einen Blick in die Fußballstadien zu werfen. Bald beginnt die Fußball-Weltmeisterschaft. Tausende werden ihren Helden zujubeln. Aber nicht nur im Sport, auch im Showgeschäft gibt es die Stars, die bei ihren Fans Begeisterung auslösen.

    Was hat das nun mit Pfingsten zu tun? 50 Tage nach Ostern feiern wir Christen das Pfingstfest als das Fest des Heiligen Geistes und damit auch die Geburtsstunde der Kirche. Was kann der Geist heute in uns bewirken? Wäre das nicht eine pfingstliche Bitte für unsere Gemeinden, dass noch mehr von dieser Begeisterung des Anfangs bei uns spürbar wird. Von der Dankbarkeit und Freude darüber, dass wir Christen sind. Freude, Hilfsbereitschaft, Aufmerksamkeit – wäre nicht das Kennzeichen eines authentischen Christseins, was dazu führen könnte, dass Menschen um uns sich fragen: Was ist mit denen los? Wovon sind so erfüllt, dass sie davon nicht schweigen mögen?

    An Pfingsten ist kein „Beruhigungsengel“ in Sicht

    Wenn wir auf das Pfingstgeschehen schauen, dann entdecken wir Überraschendes: Endlich ein Fest, wo es nichts zu fürchten gibt, denn an Weihnachten und an Ostern müssen Engel erst einmal die Zeugen des Geschehens beruhigen: „Fürchtet euch nicht!“ An Pfingsten ist kein „Beruhigungsengel“ in Sicht. Es gibt nichts zu fürchten, und doch ist alles noch viel schlimmer. Seine Jünger haben sich eingesperrt, sie pflegen Weltuntergangsstimmung. Resignation und Angst haben sie gelähmt.

    „Da hilft kein Engel mehr, da muss Gott selbst eingreifen“

    Ist das nicht eine ziemlich treffsichere Beschreibung, was uns heute zu oft in der Kirche begegnet? Da ist die Rede vom Problemstau, da wird von Reformen geredet, durch die dann alles besser werden soll. Es wird kritisiert, natürlich auch gejammert und oft beherrscht Resignation die Stimmung: Wie soll denn nun alles weitergehen? Das übrigens dachten damals vermutlich auch die Apostel. Und da hilft auch kein Engel mehr, da muss Gott selbst eingreifen – und genau das ist Pfingsten. Gott greift ein! Er sendet den Heiligen Geist.

    War Gott im Alten Testament dem Elija noch im leisen Säuseln des Windes begegnet, so genügt auch das nicht mehr, jetzt kommt er im heftigen Sturm und in Feuerzungen auf die Jünger herab. Jetzt springen die verschlossenen Türen auf, jetzt ist der Funke übergesprungen und die Jünger verkünden die frohe Botschaft. Und genau das brauchen wir auch heute: Getaufte und Gefirmte, die die frohe Botschaft nicht für sich behalten, sondern sie hinausposaunen in die Welt! Frohes Pfingstfest!

    Ihr Pfarrer Monsignore Harald Heinrich, Dillingen

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