Das wird ein heißer Sommer - wortwörtlich. Denn der Landkreis Dillingen feiert. Besser gesagt, die Feuerwehren. Von Mai bis September findet beinahe jedes Wochenende mindestens ein großes Fest statt, das die Frauen und Männer der einzelnen Wehren seit Monaten auf die Beine stellen. Und so unterschiedlich die Festprogramme auch sind, so haben die Vereine alle eines gemeinsam: Sie feiern aus demselben Grund.
Kicklingen, Deisenhofen, Burghagel, Schwenningen, Weisingen, Medlingen, Blindheim, Wittislingen, Aislingen, Hohenreichen, Peterswörth, Bissingen, Hochstein, Unterbissingen, Haunsheim und Hausen – das sind die Wehren, die heuer ihr 150-jähriges Gründungsjubiläum zelebrieren. Alle mit einem XXL-Programm, das sich sehen lassen kann. Das wird für Frank Schmidt, Kreisbrandrat und Verbandsvorsitzender, ganz schön sportlich, wie er lachend sagt. „Wir vom Verband versuchen natürlich bei jedem Fest vertreten zu sein. Mal schauen, wie wir es hinbekommen.“ Und dabei haben er und seine Mitstreiter noch „Glück“. „Denn theoretisch könnten 46 Feuerwehren aus dem Landkreis Dillingen dieses Jahr 150 Jahre feiern“, so Schmidt.
46 Wehren im Kreis Dillingen haben Jubiläum
Es ist dem königlichen Aufruf, sprich dem staatlichen Druck, von vor 150 Jahren zu verdanken, dass so viele Wehren dieses Jahr ihr Jubiläum haben, wie Schmidt erklärt. Die Ortschaften wurden aufgefordert, flächendeckend Feuerwehren zu gründen. „Manche haben das schon vorher freiwillig gemacht, andere erst dann“, sagt der Kreisbrandrat. Deshalb finden nun viele Jubiläumsfeiern zwischen 2023 und 2026 statt. Auch im Kreis Dillingen. So haben bereits vergangenes Jahr Vereine zum großen Fest geladen, manche ziehen nächstes Jahr nach. „Bestimmt auch aus taktischen Gründen. Dann ist nicht alles auf einmal“, sagt Schmidt. Es gebe aber auch die Vereine, die nicht groß feiern wollen, sondern nur intern anstoßen.
„Es ist nicht mehr so einfach wie vor vielen Jahren. Die Vorschriften und Auflagen bei solchen Festen sind enorm. Das finanzielle Risiko kommt hinzu. Viele scheuen sich davor. Wenn es den Bach runtergeht, dann zahlen sie drauf“, sagt Schmidt und ergänzt: „Das sind richtige Kampfwochenenden für die Ehrenamtlichen, das darf man nicht vergessen.“ Partyabend, Festumzug, Bierzeltbetrieb – das alles muss organisiert werden. Aber wenn alle Feuerwehrleute der Jubiläumswehren auf ihren Festen sind, wer löscht dann im Dorf, wenn es brennt? Oder kommt bei einem Unfall zu Hilfe?
Alarmierung ist auch am Festwochenende geregelt
Der Kreisbrandrat beruhigt: „Das ist alles geregelt. Für jede Ortschaft gibt es eine Alarmplanung. An solchen Festen meldet sich die betroffene Feuerwehr beispielsweise ab. Die Integrierte Leitstelle weiß dann genau, welche Wehr als Nächstes im Plan steht. Dabei werden auch die Ausrüstungen berücksichtigt, je nach Alarmierung. Das funktioniert sehr gut.“ Eine Feuerwehr sei auch dann mal nicht einsatzbereit, wenn etwa das Fahrzeug zur Reparatur müsse. Die Bevölkerung müsse sich keine Sorgen machen, die 15 Feuerwehr-Feste können kommen. „Ich finde es ganz toll, was sie alles auf die Beine gestellt haben. In der Feuerwehr gibt es keine Einzelspieler, das ist eine große Mannschaft“, so Schmidt.
Den Anfang machen die Frauen und Männer der Feuerwehr Kicklingen. Im Festzelt im Ort findet von 7. bis 10. Mai das große Jubiläumsfest statt. Von da an sind die Wochenenden fest in der Hand der Feuerwehrleute. Den Abschluss, zumindest in diesem Jahr, bilden die Floriansjünger aus Schretzheim im September.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren