Der Maibaumwettbewerb unserer Redaktion hat in zwei Jahrzehnten nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. 35 Paare und andere Teilnehmer mit einem besonderen Maibaum haben dieses Mal bei der Aktion der Donau Zeitung und der Wertinger Zeitung mitgemacht und Fotos an unsere Redaktion geschickt. Schöne Bäumchen sind da zu sehen, liebevoll mit Bändern und Herzen geschmückt. Und fesche Damen und Jungs, teils in Dirndl und Lederhose. Berührt haben uns viele Geschichten, die uns die Paare erzählt haben – oder die Angehörigen. Wie etwa Anja Frank über ihre Eltern. „Nach 36 Jahren Beziehung hat mein Papa meine Mama mit ihrem ersten Maibaum überrascht“, schreibt die Tochter.
Ort des Geschehens: das Wohngebiet Egaublick im Dillinger Stadtteil Schretzheim. Dort hat Roland Frank seiner Frau Hannelore, mit der er im August 30 Jahre verheiratet ist, erstmals einen Maibaum gestellt. „Ich habe davon gar nichts gewusst“, sagt Hannelore Frank. Früher habe sie mal gesagt, dass sie vom Mann ihres Herzens nie einen Maibaum bekommen habe. „Und die anderen schon.“ Denn Roland Frank habe immer wieder Freunden bei solchen Aktionen geholfen.
Der erste Maibaum nach fast 30 Jahren Ehe: „Ich war total gerührt, geflasht“
Am Vorabend des 1. Mai sei sie dann mit ihrer Tochter unterwegs gewesen, die schließlich vorgeschlagen habe, dass man im Hause Frank noch ein Bierchen trinken könne. Auch da habe sie sich nicht gewundert, sagt Hannelore Frank. „Mein Mann sagte dann: Geh mal auf die Terrasse.“ Und da stand er dann, der erste Maibaum, den die Schretzheimerin im Alter von 61 Jahren erhalten hat. „Ich war total gerührt, geflasht“, sagt Hannelore Frank. Der Maibaum sei für sie etwas ganz Besonderes. „Mein Mann hat damit bei mir einen Volltreffer gelandet“, berichtet die Schretzheimerin.
Nicht weniger romantisch ist die Geschichte von Corinna Nowka, die in Peterswörth ebenfalls einen Maibaum von ihrem Freund Roman erhalten hat. „Seit knapp einem Jahr gehen wir nun gemeinsam durchs Leben“, sagt Nowka. „Gefunden haben wir uns zu einem Zeitpunkt, an dem viele glauben, das große Glück längst verpasst zu haben.“ Doch für Nowka begann, wie sie unserer Redaktion mitteilt, mit knapp 40 Jahren erst das schönste Kapitel ihres bisherigen Lebens – „eines voller Vertrauen, Leichtigkeit und der Gewissheit, angekommen zu sein“.
Die schönsten Maiele aus dem Augsburger Land
Enkel überraschen Opa in Gundelfingen mit Maibaum zum 91. Geburtstag
„Der Maibaum ist mein erster Baum von Roman und damit etwas ganz Besonderes“, betont die Peterswörtherin. Mit viel Herzblut wurde die Birke vorbereitet und aufgestellt. Tatkräftig mit angepackt hätten dabei ihre Mama und ihr Lebensgefährte. So stehe der Baum nun fest verankert in ihrem Garten – als Symbol für Zusammenhalt, Neuanfang und die Liebe, „die manchmal dann kommt, wenn man am wenigsten damit rechnet“. Dieser Maibaum erzähle auch eine Geschichte, die Mut macht: „Für die große Liebe ist es nie zu spät“, sagt Corinna Nowka.
Unser Maibaumwettbewerb hat viele weitere Geschichten geschrieben. Die Festdamen der Feuerwehr Blindheim etwa, die das 150-jährige Bestehen feiert, sind namentlich auf dem Maibaum am Dorfplatz verewigt. Die Stadtkapelle Dillingen, die ihr 50. Jubiläum mit einem fulminanten Festwochenende gefeiert hat, nimmt ebenfalls mit einem Maibaum an der Abstimmung teil. In Gundelfingen haben Enkel ihrem Opa eine Birke zum 91. Geburtstag gestellt. Und in Schwenningen konnte sich Christine Bauer mit ihren Enkeln über eine geschmückte Birke freuen, die sie zu ihrem 70. Geburtstag am 1. Mai bekommen hat.
Das erste Gespräch beim Bierpong-Turnier verlief suboptimal, verrät eine Bissingerin
Der Aufwand der Verliebten war mitunter beträchtlich. Fabio Lindner aus Mertingen schreibt, dass er den Maibaum für seine Liebste mit einem Freund drei Kilometer weit auf der Schulter getragen habe. Der vierjährige Hannes Link aus Fristingen überraschte seine dreijährige Kindergarten-Freundin Luisa Iwan mit einem selbst geschmückten Maibaum. Der Papa musste freilich helfen, denn die Birke wurde durch das halbe Dorf getragen. In Buttenwiesen stellte Thomas Rathgeb seiner Freundin nach neun Jahren Beziehung einen neun Meter hohen Maibaum – mit dem Datum der geplanten Hochzeit im Herz. Romantisch war Rathgebs Heiratsantrag, denn den stellte er auf der Spitze des Eiffelturms in 276 Metern Höhe. Ein schönes Beispiel, dass es nicht immer gleich am Anfang funken muss, geben Elisabeth Hippele und Christoph Merz. Das erste Gespräch bei einem Bierpong-Turnier „lief ehrlich gesagt nicht gut“, verrät die Bissingerin. Inzwischen sind die beiden, Maibaum inklusive, unzertrennlich.
Hier können Sie abstimmen
Jetzt können Sie bei unserem Online-Maibaum-Voting für Ihren Favoriten abstimmen. Klicken Sie dafür einfach auf diesen Link.
Die Abstimmung läuft bis zum Sonntag, 17. Mai, um 20 Uhr. Für das Paar oder die Gruppe mit den meisten Stimmen gibt es ein Candle-Light-Dinner im Landgasthof Schlössle in Finningen zu gewinnen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
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