Mehring trifft Menschen-Roboter auf der Dillinger WIR – das ist seine Reaktion
Dillingen
Minister Mehring trifft Menschen-Roboter auf der Dillinger WIR – das ist seine Reaktion
Bayerns Digitalminister Fabian Mehring diskutiert am Stand der BSH Hausgeräte auf der Dillinger Messe über aktuelle Entwicklungen. Roboter „Karla“ zieh einige Blicke auf sich.
Von Roboter-Hunden und Stand-Up-Paddelling: Auf der WIR-Messe in Dillingen ist viel geboten. Auch Oberbürgermeister Frank Kunz wagte sich auf das Wasser. COLLAGE AZFoto: Berthold Veh
Wenn der Digitalminister kommt, wird es hektisch. Gäste quetschen sich verwundert durch den Gang in Halle G, weil Fotografen den Weg blockieren. Fabian Mehring (FW) ist auf Rundgang über die Regionalmesse WIR in Dillingen – und sucht Kontakt. Bei einem grünen Stand ist er neugierig. Ein junger Mann steht allein da: Es ist Marco Reschnauer aus Glött, erst 26 Jahre alt. Seit wann er mit seinem Hausmeisterdienst schon selbstständig ist, möchte Mehring wissen. „Seit ich 18 Jahre alt bin“, sagt Reschnauer. Heute hat er sechs Minijobber und präsentiert seine Leistungen auf der WIR mit einer schicken Stellwand: von der Wurzelstockfräse bis zur Solaranlagenreinigung.
Auf der WIR ist viel geboten: vom Hausmeisterservice bis zur „Cloud“-Firma
Die Dillinger Messe ist eben ein vielfältiges Schaubild der Region. Und zeigt aktuelle Entwicklungen, ob im Handwerkerservice oder bei „Cloud-Lösungen“. Über Letzteres erfährt man beim orangefarbenen Stand der Softwarefirma „Pantarey“ aus Holzheim. Firmenchef Peter Velten sagt: „Wir digitalisieren damit Unternehmen.“
Das Informationstechnik-Bataillon 292 Dillingen ist auf der Landkreis-Ausstellung vertreten. Die Fahrzeuge locken viele Interessierte an.Foto: Berthold Veh
Es ist eines der Lieblingsthemen des FW-Ministers. Damit können Firmen ihre Abläufe intern vereinfachen, zum Beispiel, indem Rechnungen erstellt und Genehmigungen ausgefüllt werden. Ein Autohändler aus Augsburg lässt damit auch Autofotos automatisch bearbeiten, sagt Velten. Seitdem brauche die Firma keinen Mitarbeiter mehr, der jedes einzelne Mal den Hintergrund der Autobilder neu einstellt. Mehring ist von dem Holzheimer Unternehmen begeistert: „Das ist ja digitale Wertschöpfung im ländlichen Raum!“, und verabschiedet sich eilig: „Sehr cool, ich halte die Daumen gedrückt. Schaut’s, dass was geht.“
Die Gemeinden ziehen mit Whatsapp-Newsletter nach
Später erteilt Mehring eine Abfuhr. Martina Gerstmeier, Seniorenbeauftragte, ebenfalls aus Holzheim, wollte ihm einen Block andrehen. Doch der winkte humorvoll ab: Als Digitalminister brauche er keinen Block, habe er gesagt. „Dann habe ich ihm eben unseren Flyer mit dem QR-Code in die Hand gedrückt“, sagt Gerstmeier. „Wir bieten zum Beispiel Mediensprechstunden an.“ Junge Menschen aus Holzheim erklären Senioren, wie man ein Handy bedient – also ebenfalls ein Digitalprojekt. „Es ist gut, dass Herr Mehring auch mitbekommt, was die Kleinen auf der Welt machen“, sagt die Seniorenbeauftragte. Übrigens: Termine der Gemeinde postet Gerstmeier inzwischen in einem WhatsApp-Info-Kanal. Dem kann Mehring nun über QR-Code beitreten.
Zurück in die Zukunft? Auf der WIR zeigt BSH menschenähnlichen Roboter
Wenn er nicht ganz von dem „humanoiden Roboter“ bei BSH-Hausgeräte in Halle Z vereinnahmt ist. Dort findet am Donnerstag ein „Digital- und Roboter-Stammtisch“ statt, den Messeorganisator Josef Albert Schmid moderiert. Die beiden Professoren Constantin Wanninger und Dr. Thomas Kirchmeier von der Technischen Hochschule Augsburg präsentieren die beiden humanoiden Roboter mit den Namen „Karla“ von Unitree G1 und „Spot von Boston“, der beispielsweise Baustellen scannen kann. Karla scheint mehr draufzuhaben. Das Teil sieht aus wie in einem Science-Fiction-Film: Es hat Arme, Beine, Hände und einen Oberkörper aus Stahl und kann tatsächlich laufen.
Carolin Jall, Leiterin BSH Produktionssystem, mit den Robotern „Spot von Boston Dynamics“ und Karla.Foto: Aumiller Karl
Dass dieser Roboter auf der WIR herumläuft, ist für Messe-Organisator Schmid ein Prestigeprojekt. Die BSH Hausgeräte in Dillingen und die Augsburger Hochschule kooperieren beim Studiengang Systems Engineering. Wie der Dillinger Werkleiter Claus Köther und der weltweite Produktionschef im Bereich Geschirrspülen, André Piel, erläutern, sind bereits jetzt etwa 100 Roboter im Dillinger Geschirrspülerwerk im Einsatz. Humanoide Roboter verfügten über einen Lerneffekt und könnten vielfältiger eingesetzt werden. Roboter wie Karla werden bald schwerere Gewichte in ein Regal stellen können, erklärt Köther. „In zwei Jahren werden wir so weit sein“, fügt Piel hinzu.
Mehring gefällt die Entwicklung. „Das ist Zukunftstechnologie aus Dillingen“, schwärmt der Minister. Es sei falsch, Geld in das Bremsen von Schrumpfungsprozessen zu investieren, sagt der FW-Politiker unserer Redaktion. Hier sei es anders, denn diese Entwicklung generiere neues Wachstum, glaubt Mehring. Dies könne „ein entscheidender Wettbewerbsvorteil“ sein.
Am Stand des „Bürgerservice Holzheim“ unterhält sich Digitalminister Fabian Mehring (FW) mit dem WIR-Organisator Josef Albert Schmid und Martina Gerstmeier, die in Holzheim Seniorenbeauftragte ist und einen Info-Kanal eingerichtet hat.Foto: Philipp Scheuerl
Das Programm vom Freitag
Die WIR 2026 ist bis Sonntag, 8. März, täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.
Am Stand der Donau Zeitung sind am Freitag, 6. März, von 13 bis 15 Uhr die Redakteure Jonathan Mayer und Christina Brummer. Unter dem Motto „Sag‘s der DZ“ nehmen sie Anregungen von Lesern und Leserinnen der Donau Zeitung und der Wertinger Zeitung entgegen.
In der Festhalle F beantwortet Landrat Markus Müller beim „Nachtisch“ gegen 13 Uhr drei Fragen. Sängerin Maria Mannes, die jüngst bei der Serie „Bauer sucht Frau“ zu sehen war, tritt um 13.30 Uhr mit Tochter Melissa auf. Ein Podium zu Themen der Landwirtschaft beginnt um 14 Uhr in der Festhalle. Und um 15 Uhr sind „Andi und die Affenbande“ beim WIR-Kids-Festival zu hören.
Auf der Bühne in Halle D stellt der Caritasverband um 11 Uhr sein Sponsorenkonzept vor. Um 11.30 Uhr und 14.30 Uhr singen Maria und Melissa Mannes. Um 12.30 Uhr findet das Training mit den Smovey-Ringen statt. Die Öko Haus GmbH informiert um 15 Uhr über Fotovoltaik und Batteriespeicher. Und um 15.30 Uhr steht das Havana-Cocktailbar-Bingo auf dem Programm.
In der Showküche in Halle T kreiert Elke Rathgeb an diesem Freitag „schnelle Kleinigkeiten“. (bv)
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