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Tierschutzverein schockiert: In Wertingen wurde eine Katze übel gequält

Wertingen

Tierschutzverein schockiert: Katze hing mehrere Tage in Wertingen in Marderfalle fest

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    So sah die Katze nach ihrer Befreiung aus der Falle aus.
    So sah die Katze nach ihrer Befreiung aus der Falle aus. Foto: Eva-Marie Springer

    Der Bericht des Tierschutzvereins liest sich wie ein Kriminalfall. So schreibt der Tierschutzverein für den Landkreis Dillingen: „Ein schwerer Fall von mutmaßlicher Tierquälerei hat sich am vergangenen Wochenende in Wertingen ereignet.“ Demnach sei eine abgemagerte Katze in einer Marderfalle gefunden worden. „Dieses Tier hat über Tage hinweg erhebliches Leid ertragen müssen“, klagt die neue Vorsitzende des Vereins, Eva-Marie Springer, „das ist für uns absolut nicht hinnehmbar.“ Sie habe inzwischen Anzeige gegen unbekannt erstattet. Muss der Fallen-Besitzer nun mit einer Strafe rechnen? Und wie geht es mit der Katze weiter?

    Katze saß mehrere Tage in Marderalle in Wertingen fest

    Bereits am Freitag sei Zeugen das wiederholte Maunzen einer Katze aufgefallen. Es sei in der Nähe eines Anwesens in Wertingen zu hören gewesen. Nach mehreren Tagen wurden die Sorgen größer: Denn das Maunzen war noch immer da. Schließlich gingen die Zeugen den leidvollen Tönen auf den Grund und verschafften sich am Dienstag – also vier Tage später – Zugang zum Grundstück. Möglich sei das gewesen, weil „ein Loch im Zaun lediglich mit Klebeband notdürftig verschlossen“ war, heißt es in dem Bericht. Dort angekommen fanden sie eine kleine, abgemagerte Katze, die in einer Marder-Lebendfalle festsaß.

    Wie auf einem Foto zu sehen, ist die Falle ein längliches Teil, das aus Sperrholzplatten verschraubt ist und Klammern hat. Vermutlich war in der Mitte Futter ausgelegt und die Katze war über eine bewegliche Klappe hineingegangen und saß dann fest.

    „Der verständigte Tierschutzverein sicherte die Katze umgehend und brachte sie sofort in tierärztliche Behandlung“, berichtet Eva-Marie Springer, die erst vergangenen Donnerstag zur neuen Chefin des Landkreis-Tierschutzvereins in Höchstädt gewählt wurde. Schon am Mittwoch erstattete Springer Anzeige gegen unbekannt. Und ist noch immer verärgert: Lebendfallen müssten „laut Gesetz mindestens mehrmals täglich kontrolliert werden, um genau solche Fälle zu verhindern“, sagt Springer. Deshalb sei das ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz.

    Neue Chefin des Tierschutzvereins ist sauer: Klarer Verstoß gegen Gesetz

    Die Frage ist, ob sie mit der Anzeige Erfolg haben wird. Wie der Dillinger Polizeisprecher Gunther Hetz mitteilt, werde der Fall in der Wertinger Polizeistation untersucht. Bei einem Ergebnis, bestätigt Hetz, sei der Fall zu ahnden. Das Tierschutzgesetz sehe bei Vergehen dieser Art eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Noch sei aber offen, ob er juristisch als ein Vergehen oder als Ordnungswidrigkeit im Bereich des Tierschutzgesetzes eingestuft würde.

    Außerdem könnte sich der Fallen- oder Grundstücksbesitzer selbst wehren: indem er im Gegenzug eine Anzeige wegen Hausfriedensbruch erstattet. Er könnte argumentieren, dass die Zeugen widerrechtlich auf sein „befriedetes Besitztum“ eingedrungen sind.

    Inzwischen geht es der kleinen Katze ein wenig besser, sagt Eva-Marie Springer. Sie habe Aufbauspritzen bekommen und werde stündlich in einer Pflegestelle gefüttert. Später wird sie vielleicht an neue Halter vermittelt. Vorher muss aber geklärt werden, ob die Katze jemandem aus Wertingen entlaufen ist oder frei lebt. Das sei bisher ungeklärt.

    Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich vor vier Jahren in Binswangen: Ein Ehepaar entdeckte eines Abends eine junge, etwa fünf bis sechs Monate alte Katze am Straßenrand. Das Tier war lebensgefährlich verletzt und litt unter starken Schmerzen. Um ihr zu helfen, brachte das Paar die Katze in eine Tierklinik und musste überraschend 229 Euro für die Einschläferung und Einäscherung selbst bezahlen. Aus Solidarität meldeten sich anschließend mehrere Leserinnen und Leser unserer Zeitung, weil sie einen Teil der Kosten übernehmen wollten.

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