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Donauwörth : Baustellen und Sperrung: Parkplatz-Not in der Innenstadt

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Baustellen und Sperrung: Parkplatz-Not in der Innenstadt

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    Zu bestimmten Stoßzeiten müssen Autofahrer mitunter an der Schranke warten, bis ein anderer das Münster-Parkhaus verlässt. Erst dann ist wieder ein Stellplatz freigeworden. 
    Zu bestimmten Stoßzeiten müssen Autofahrer mitunter an der Schranke warten, bis ein anderer das Münster-Parkhaus verlässt. Erst dann ist wieder ein Stellplatz freigeworden. 

    „Diese Parkplatzsituation ist eine Katastrophe!“ Für Gudrun Reißer, Geschäftsführerin der Donauwörther Volkshochschule im Spindeltal ist eine Schmerzgrenze überschritten. Ist es im Normalfall zu Stoßzeiten schon schwierig, sein Auto in der Innenstadt legal abzustellen, so hat sich die Situation in den vergangenen Wochen erst recht zugespitzt: Seit August ist das Tanzhaus-Parkhaus wegen Einsturzgefahr dauerhaft gesperrt. Zudem wird das Münsterparkhaus seit Mitte August saniert – weshalb es nur eingeschränkt genutzt werden kann. Eine Baustelle am Stadtbad nimmt weitere Parkplätze weg.

    „Für uns als Volkshochschule ist diese Situation unerträglich“, schildert Gudrun Reißer. „Wir haben aktuell nicht einen einzigen Parkplatz. Unsere Dozenten kommen mit Gepäck und können nicht ausladen. Sobald sie stehen bleiben, ist auch schon die Parkaufsicht da und moniert.“

    Dauerhaft zu ist die Tiefgarage im Tanzhaus wegen möglicher Einsturzgefahr.
    Dauerhaft zu ist die Tiefgarage im Tanzhaus wegen möglicher Einsturzgefahr.

    Noch massiver ist der Missstand, wenn es um die Kursteilnehmer geht. „Gestern hatte ich eine Frau mit Knieproblemen da. Ich kann sie nicht durch die ganze Stadt schicken. Dasselbe kann ich erst recht nicht nachts bei Dunkelheit tun. Bei uns stornieren Teilnehmer ihre Kurse, weil sie keine Möglichkeit sehen, einen Parkplatz zu finden. Ich muss jeden Tag Beschwerden und Beschimpfungen ertragen. In dieser Situation fühlen wir uns alleine gelassen.“

    Ausweichmöglichkeiten ergeben sich aus Reißers Sicht nur bedingt. Andere Parkhäuser und Parkplätze sind ihrer Erfahrung nach regelmäßig belegt. Abgesehen davon bedeuten sie zu den Vhs-Kursräumen oft lange Fußwege. „Für uns sind die aktuellen Verhältnisse katastrophal.“

    Im Donauwörther Rathaus herrscht Verständnis dafür, dass die Situation als belastend empfunden wird. „Ja, in der Innenstadt fallen derzeit Parkplätze im Münsterparkhaus weg – und zwar in den Decks eins und zwei“, nimmt Pressesprecherin Annegret Feist Stellung. „Nach über 20 Jahren muss die Beschichtung erneuert werden. Die Decks fünf und sechs sind bereits erneuert. Deck drei und vier folgen im kommenden Jahr.“

    Der Belag wird im Münster-Parkhaus erneuert.
    Der Belag wird im Münster-Parkhaus erneuert. Foto: Barbara Würmseher

    Eigentlich hätten die Bauarbeiten im Münsterparkhaus Mitte Oktober beendet sein sollen – jetzt allerdings gibt es Verzögerungen. Sie ziehen sich nach Auskunft der Stadtwerke bis Mitte/Ende November hin. Für die Einschränkungen bittet die Stadt um Verständnis. Annegret Feist: „Sicherheit geht vor. Wir handeln rechtzeitig, um das Parkangebot langfristig sicherzustellen.“

    Nicht jeder kann zu jeder Zeit das gewünschte Verständnis aufbringen. Termindruck, vergebliche Suche oder wie auch immer geartete Stresssituationen lassen mitunter die Nerven blank liegen. Einer, der den Unmut der Leute immer wieder mal mitbekommt, ist Stefan Zeitlmann, Geschäftsinhaber in der Reichsstraße. „Unsere Kunden sind mitunter unzufrieden. Sie verspäten sich, weil sie keine Möglichkeit finden, ihre Autos abzustellen“, weiß er. Er persönlich sieht ein: „Es muss saniert werden – kein Thema.“ Was ihn aber entsetzt, ist die lange Dauer. „Anfangs waren zwei Arbeiter am Werk“, hat er beobachtet. „Dann vielleicht drei oder vier – das geht überhaupt nicht. Gerade weil die Situation so angespannt ist, müssen da mehr Arbeiter her.“

    Positive Rückmeldung auf Bezahlsystem von Parkscheinen per App

    Es gibt aber auch positive Rückmeldungen aus der Händlerschaft zum Thema Parken in der Innenstadt generell. Christiane Kickum, Geschäftsführerin der City-Initiative Donauwörth, sagt: „Die Rückmeldungen unserer Mitglieder sind seit Einführung der ’Parkster’-App und der Semmeltaste überwiegend positiv. Für die Zukunft erhoffen wir uns weitere Verbesserungen durch das Parkraumkonzept.“

    Gerade dieses Konzept zeigt unter dem Strich eines: Die Wahrnehmungen insgesamt sind immer auch von den ganz persönlichen Erfahrungen genährt. Während in der Umfrage zur Studie die einen von Chaos beim Parken sprechen, schildern andere, dass sie zu jeder Tageszeit einen Stellplatz finden. Nur 22 Prozent finden, dass es generell an Parkplätzen mangelt. 35 Prozent äußern häufige Probleme mit der Parkplatzsuche. 65 Prozent sagen, dies sei selten oder nie der Fall.

    Autofahrer haben sich Taktik zurechtlegt

    Das deckt sich auch mit den Aussagen einiger – willkürlich angesprochener – Passanten. Eine Mutter, die ihren Sohn mittags aus der Mangoldschule abholt, vermeidet es grundsätzlich, ins Spindeltal zu fahren, da dort ohnehin keine Aussicht auf einen Parkplatz bestehe. Sie arbeitet in der Innenstadt und kennt die besten Zeiten: „Ich stelle mein Auto vor 8 Uhr ins Münster-Parkhaus. Da bekommt man immer was.“

    Eine Seniorin aus der Parkstadt fährt täglich in die City und bringt vorsorglich viel Zeit mit, um nicht unter Druck zu geraten. „Ich kann nicht jammern“, sagt die 80-Jährige. „Wenn das Parkhaus besetzt ist, warte ich an der Schranke, bis einer raus kommt. Und wenn wirklich nirgendwo etwas frei ist, parke ich hinter der evangelischen Kirche.“

    Ein Großelternpaar aus Nördlingen holt seinen Enkel ab. Es hat um die Mittagszeit sofort einen freien Parkplatz ergattert. „Wir kennen das aber auch anders“, sagt die Frau. „Ich fahre oft nach Donauwörth zum Arzt und stehe schon mal zehn Minuten vor der Parkhaus-Schranke, ehe was frei wird.“ Je nach Frequenz sind Parkplätze extrem rar, weiß sie.

    Parken auf eigene Gefahr im Tanzhaus?

    Vhs-Geschäftsführerin Gudrun Reißer, die stellvertretend für viele ihrer Kursteilnehmer spricht und deren Unzufriedenheit geballt abbekommt, wünscht sich eine kurzfristige Entspannung: „Warum kann man die Tanzhaus-Tiefgarage nicht wieder öffnen mit dem Vermerk ’Parken auf eigene Gefahr’?“

    Dort allerdings geht es um die Risiken im Fall eines Brandes. Der Stadtrat hat am 8. August aufgrund statischer Mängel die sofortige Schließung verfügt. Denn wenn der unwahrscheinliche, aber nicht auszuschließende Fall eines Feuers in den Obergeschossen eintritt, könnten die Decken nach 30 beziehungsweise 60 Minuten einstürzen. Welche Auswirkungen das auf die Tiefgarage hat, können die Statiker nicht sagen.

    Dass insgesamt in Donauwörth – trotz 1650 öffentlicher Parkplätze – Verbesserungsbedarf besteht, ist unumstritten. Nicht ohne Grund hatte die Stadt ja das Parkraumkonzept in Auftrag gegeben. Daraus sollen Ideen und Möglichkeiten entstehen.

    Lesen Sie dazu auch den Kommentar von Barbara Wild: Verkehr: Projekte in der Warteschleife

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