Dass es in Donauwörth an einer Veranstaltungshalle fehlt, ist mittlerweile großes Thema auf jedem größeren und kleinerem Ereignis oder Fest in der Stadt. Auch die Stadträte müssen sich fragen lassen, warum denn Abschlussbälle und Vereinsfeste nicht mehr in Donauwörth stattfinden können, sondern nach Monheim, Bäumenheim oder Rain ausgewichen werden muss. Und auch für Kulturveranstaltungen fehlt der Platz: Vor wenigen Jahren gastierten Kabarettisten wie Willy Astor noch im Tanzhaus, nun spielt er in Monheim.
Das Thema "Halle in Donauwörth" brennt auf den Nägeln
Kurzum: Das Thema brennt langsam auf den Nägeln. Spätestens seitdem im ersten Ferienausschuss des Stadtrates Anfang August auch die letzte Hoffnung zerstört wurde, dass das Tanzhaus mit geringem Aufwand wenigstens auf Zeit Schauplatz für mehr als sechs Veranstaltungen im Jahr sein kann, ist die Suche nach einer Lösung entbrannt. Die CSU-Fraktion hat nun zwei neue Ideen und Spiel gebracht und wird Anträge dazu diese Woche einbringen.
Idee 1 ist die Wiederbelebung der alten Tennishalle an der Zirgesheimer Straße. Bis vor einigen Monaten war dort eine Spielanlage für Kinder. Das "Mucholino" ist mittlerweile geschlossen. Wolfgang Fackler sieht aber durchaus das Potential der 2000 Quadratmeter großen Halle. Toiletten, Garderoben, Küche und Parkplätze sind vorhanden. An zwei Seiten ist die Halle von Gewerbe umgeben, sonst schließen sich die Parzellen einer Kleingartensiedlung an. Fluchtwege sind ausreichend vorhanden. Fackler ist optimistisch. „Natürlich müssten wir hier was investieren und prüfen, in wieweit sich die Halle als Veranstaltungsort nutzen lässt“, so der Fraktionsvorsitzende. Doch für ihn wäre das eine Möglichkeit schnell eine Lösung zu schaffen - zumindest auf Zeit, bis geklärt ist, was mit dem Tanzhaus geschieht und ob irgendwo etwas neu gebaut werden muss.
Neue Idee für das Donauwörther Platzproblem
CSU: Ökologisch sinnvoller, auf Bestehendes zu setzen
Zusammen mit den Stadträten Jonathan Schädle, Armin Eisenwinter, dem Ortsvorsitzendem Stefan Loh und OB-Kandidat Joachim Fackler hat er sich selbst ein Bild davon gemacht, wie die Halle aussieht. Zum Verkauf steht sie auch. „Auch ökologisch ist es sinnvoller auf Bestehendes zurückzugreifen, bevor wir irgendwo wieder Flächen versiegeln“, sagt Fackler.
Idee Nummer 2 ist die sogenannte ehemalige Fröschl-Halle in Nordheim direkt neben Gartenbau-Rössle. Die optisch ansprechendere Halle ist 2800 Quadratmeter groß, Räume wie Garderobe, Toiletten, Küche sind vorhanden. Wie Armin Eisenwinter erklärt, gibt es die Halle nur zusammen mit einer 8000 Quadratmeter großen Wiese, die als Parkfläche genutzt werden könnte. Auch hier müsste man investieren und vor allem mit den Nachbarn sprechen, denn es schließen Wohnhäuser an und die Zufahrt müsste geregelt werden. Bei der Besichtigung war auch schon die erste Anwohnerin gleich hinzugekommen, weil sie Veränderungen witterte. „Wir wollen erstmal prüfen lassen, ob das funktioniert“, sagt Eisenwinter. Schon einmal hatte der Stadtrat die Fröschl-Halle vorgeschlagen, doch die Verwaltung hatte es nicht weiterverfolgt. „Damals war aber auch der Handlungsdruck nicht so groß wie heute“, sagt Eisenwinter.
Tanzhaus Donauwörth: Es scheint (fast) alles möglich
FW/ PWG: Die Kantine wäre sinnvoll
Ziel der CSU-Fraktion, die die Ideen einer Veranstaltungshalle ohne ihren OB Armin Neudert ausgeheckt hat, wäre es, bis Mitte 2020 eine funktionierende Halle anbieten zu können. Ob das klappt, wird sich in den nächsten Stadtratssitzungen zeigen.
Auch die Fraktion der FW/ PWG im Donauwörther Stadtrat hat eine Option, wie die Zeit ohne Veranstaltungshalle überbrückt werden könnte: Demnach soll die Stadt überprüfen, ob der ehemalige Mannschaftsspeisesaal mit dem Unteroffiziersheim auf dem Kasernengelände in der Parkstadt (bis Ende des Jahres Ankerzentrum für Asylbewerber) zur Nutzung für Veranstaltungen freigegeben werden könnte – zumindest solange, bis das Tanzhaus wieder eröffnet ist. In einem Antrag der Stadtratsfraktion an OB Neudert heißt es: „In diesem Gebäude fanden während der Bundeswehrzeit Bälle und Festivitäten bis ca. 400 Personen statt, somit wäre diese Einrichtung absolut geeignet, den momentanen Engpass der Stadt Donauwörth zu verbessern.“
Tanzhaus: Der Abriss wird wahrscheinlicher
Auf Nachfrage unserer Zeitung erläutert FW-Stadtrat Michael Bosse, dass der Vorteil der Kantine auf der Hand liege: „Nach der Schließung des Ankerzentrums gehört das Gebäude der Stadt, wir müssten also nichts Neues für den Übergang erwerben. Und: Das Gebäude muss ja nicht sofort abgerissen werden.“ Die Kantine sei erst ertüchtigt worden, sie wäre bestimmt noch zwei bis drei Jahre als Übergangslösung nutzbar.