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Donauwörth: Donauwörth: Wie soll das neue Tanzhaus aussehen?

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Donauwörth: Wie soll das neue Tanzhaus aussehen?

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    Das Tanzhaus ist das zentrale Gebäude in der Reichsstraße. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es bis in die 1970er-Jahre wiederaufgebaut. Es ist stark sanierungsbedürftig. Um einen Neubau wurde stets gerungen – kürzlich wurde der mehrheitlich im Stadtrat beschlossen.
    Das Tanzhaus ist das zentrale Gebäude in der Reichsstraße. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde es bis in die 1970er-Jahre wiederaufgebaut. Es ist stark sanierungsbedürftig. Um einen Neubau wurde stets gerungen – kürzlich wurde der mehrheitlich im Stadtrat beschlossen. Foto: Thomas Hilgendorf

    Es war ein Paukenschlag im Tanzhaus – und der betraf das Tanzhaus selbst: Der Stadtrat hat vorige Woche einem Antrag der PWG-FW-BfD und der EBD zugestimmt, der die Frage um die Zukunft des zentralen Donauwörther Veranstaltungsgebäudes neu aufrollt. Das Gebäude, ein Nachbau des historischen Komplexes aus den 1970er-Jahren, wird nun doch abgerissen. Zuvor hatte ein Beschluss vorgelegen, welcher eigentlich eine Sanierung vorsah. Nun kommt also alles anders. Wir sprachen mit Oberbürgermeister Jürgen Sorré über die Kehrtwende im Gremium – und darüber, ob es nun verhärtete Fronten im Stadtrat geben wird.

    Das Thema Tanzhaus polarisiert in Donauwörth

    Herr Sorré, wie kam es dazu, dass das Tanzhaus nun wieder auf der Agenda des Rates stand? Das Thema war doch eigentlich gegessen, der Beschluss zur Sanierung in der letzten Legislatur bereits gefasst.

    Sorré: Finaler Auslöser war natürlich der Antrag der PWG-FW-BfD-Fraktion und der EBD. Dieser gemeinsame Antrag sah eine neue Entscheidung vor, beziehungsweise die alte Entscheidung sollte vom neuen Stadtrat bestätigt werden. Es ging darum, zu sehen, ob Abriss und Neubau eine Mehrheit im aktuellen Gremium haben. Das Thema hatte aber bereits im Vorfeld im Rahmen der Stadtratsklausur im Oktober eine Rolle gespielt. Es galt, die Machbarkeitsstudie zur Sanierung nachhaltig plausibel zu machen. Die Ergebnisse dazu lagen jetzt vor.

    Aber ist es denn nicht auch nachvollziehbar, wenn Kritiker jetzt äußern, dass in der Politik nach sich ändernden Mehrheiten eben so lange abgestimmt wird, bis die Ergebnisse passen? Wie gesagt: Es hatte ja bereits einen Beschluss gegeben.

    Sorré: Man kann diese Frage natürlich berechtigt stellen. Aber so etwas passiert ja bei uns im Kommunalen nicht regelmäßig. Seit ich mich erinnern kann, war das vorher so nicht passiert. Aber es gab in diesem Fall einige gewichtige Argumente, die dafür sprachen, die Sache nochmals abzustimmen. Der Stadtrat ist gewachsen, es gibt viele neue Ratsleute. Und es hatte freilich auch Kritik am alten Entschluss gegeben. Auch daran, dass dieser am Ende der vergangenen Legislatur gefällt worden war. Das Tanzhaus ist ein Thema, das in Donauwörth polarisiert. Wenn Sie fünf Leute fragen, erhalten Sie dazu fünf Meinungen. Allerdings ist die Kritik, die uns hier im Rathaus dazu erreicht, bislang recht überschaubar. Natürlich, es gab sie in den sozialen Netzwerken, es gab Leserbriefe in der Donauwörther Zeitung. Aber der Sturm der Entrüstung nach der nochmaligen Entscheidung blieb aus, Gott sei Dank. Und es gibt eben auch viel Zustimmung. Es war aber letztlich keine hauchdünne Entscheidung. Die unterschiedliche Meinungslage im Rat entspricht wahrscheinlich auch der Stimmung in der Bevölkerung.

    Spricht das Argument der Nachhaltigkeit gegen den Neubau in Donauwörth?

    Aber was sprach dann gegen den Antrag der CSU, die Bürger über Abriss oder Sanierung entscheiden zu lassen? Es geht ja hierbei schließlich dezidiert um ein Gebäude für die Bürger.

    Sorré: Auch hierbei sollten wir zurückblicken. In der Abstimmung vom Januar vorigen Jahres hätte man dies genauso beantragen können. Doch auch da wollte der Stadtrat, es sind ja die gewählten Repräsentanten der Bürger, entscheiden. Der Antrag kam aus der Sitzung heraus, gegen ihn entschied letztlich die gleiche Mehrheit.

    Befürchten Sie, dass es jetzt zu einer Verhärtung der Fronten im Stadtrat kommen könnte?

    Sorré: Die ersten elf Monate hatten wir im Gremium ein sehr positives Klima – und zwar auch zwischen den großen Fraktionen der CSU und der PWG-FW-BfD. Dass es bei bestimmten essenziellen Fragen auch zwei Positionen gibt, die gegeneinanderstehen, das gehört zur Demokratie. Es geht aber doch nicht um Sieger oder Verlierer. Meine Aufgabe als OB ist es jetzt, dass das Projekt schnell umgesetzt wird und dabei alle mitgenommen werden. Man sollte nicht auf den äußersten Positionen verharren. Das Ziel ist doch, dass wir gemeinsam viel bewegen wollen in der Stadt. Es wird weiter ein gutes Klima geben.

    Ein Argument für die Sanierung war auch das der Nachhaltigkeit. Eine Sanierung wäre wahrscheinlich doch ökologisch sinnvoller gewesen als Abriss und Neubau. Die öffentliche Hand rät stets zur Sanierung im Bestand, selbst wählt sie aber den Neubau. Wie passt das zusammen?

    Sorré: Auch dieses Argument ist nachvollziehbar. Aber man kann sich natürlich auch, je nach Position, alles so hinrechnen, dass es passt. Was ist letzten Endes wirklich nachhaltiger? Eine energetische Sanierung oder ein Neubau, der im Sinne der Nachhaltigkeit geschieht? Sicher ist, dass wir nachhaltig bauen werden und keinen 08/15-Betonklotz hinstellen wollen. Zwei Aspekte müssen wir ins Auge fassen: Wir müssen das Ensemble der Reichsstraße erhalten, aber auch ein Ausrufezeichen in Sachen Nachhaltigkeit setzen. Da spielt zum Beispiel die Frage eine Rolle: Muss das Tanzhaus so groß sein? Wenn das Gebäude so bliebe, dann würde es wohl langfristig höhere Kosten haben, als ein kleinerer, nachhaltiger Bau. Ein um ein Drittel kleineres Tanzhaus wäre vielleicht sinnvoller. Das alte Tanzhaus war übrigens kleiner als der jetzige Bau aus den 70er-Jahren.

    Was gab es für neue Erkenntnisse aus der Machbarkeitsstudie zur Sanierung?

    Sorré: Die Studie von Frau Kandler weist keine Fehler auf, das passt alles. Die Sanierungsfähigkeit des Gebäudes wäre tatsächlich gegeben. Allerdings ist der Kostenvorteil der Sanierung zuletzt etwas zusammengeschmolzen. In der Studie wurde stets die Errichtung eines Neubaus mit der gleichen Größe ins Verhältnis zu einem sanierten Tanzhaus gesetzt. Das entsprach auch dem Auftrag, das wurde richtig gemacht. Aber den Punkt der Größe haben wir eben nun noch mal aufgegriffen.

    Soll das neue Gebäude wieder nach der historischen Vorlage gebaut werden?

    Sorré: Mir persönlich wäre es wichtig – ohne einer Entscheidung des Rates vorgreifen zu wollen – dass der Straßenzug nicht sein Gesicht verliert. Eine pure Stahl-Glas-Konstruktion würde da meiner Meinung nach nicht hinpassen. Ein Betonwürfel, wie von manchen befürchtet, steht wohl auch nicht zur Debatte. Ich selbst würde die Fassade im traditionellen Stil belassen – aber was das Innere angeht, bin ich auch gespannt auf neue Ideen.

    Das Ganze soll in den kommenden fünf Jahren umgesetzt werden. Ein sehr ehrgeiziges Unterfangen. Wie ist der Zeitplan?

    Sorré: Ich stehe zu der Zeitachse, die in der Tat ambitioniert ist, aber auch machbar. Jetzt geht es darum, die Ideen für das Gebäude zu diskutieren, die Vorschläge übereinanderzulegen und zu sehen, wo es gemeinsame Schnittmengen gibt. Dann geht es an die Architekten – vielleicht mit einem Wettbewerb.

    (Interview: Thomas Hilgendorf)

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