Die Ankereinrichtung Donauwörth wird zum 31. Dezember 2019 geschlossen. Mit Beharrlichkeit haben hochrangige Politiker diese Aussage stets wie ein Mantra wiederholt. Doch die bis gestern unbeantwortete Frage, wo die Flüchtlinge dann in Zukunft untergebracht werden sollen, ließ viele Bürger an diesem Versprechen zweifeln.
Nun aber präsentierte die Regierung von Schwaben das Konzept, wie Flüchtlinge in Schwaben versorgt werden. Künftig sollen anreisende Asylbewerber rund um die Uhr in einem neuen Behördenzentrum in der Stadt Augsburg aufgenommen und dort für maximal drei Tage zur Durchführung der ersten Verfahrensschritte des Asylverfahrens untergebracht werden. In dem Behördenzentrum in der Aindlinger Straße werden die Ankerverwaltung der Regierung von Schwaben, das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF), die Zentrale Ausländerbehörde, eine Zweigstelle des Gesundheitsamtes der Stadt Augsburg sowie die Flüchtlings- und Integrationsberatung vertreten sein. Daneben wird in der Einrichtung rund um die Uhr ein Sicherheitsdienst anwesend sein.
Vier Standorte ersetzen die zentrale Einrichtung Donauwörth
Vom Behördenzentrum aus werden Asylsuchende entweder in eine andere für sie zuständige Aufnahmeeinrichtung weitergeleitet oder zur weiteren Durchführung ihres Asylverfahrens in eine der schwäbischen Außenstellen verlegt. Zu diesem Zweck ist neben den beiden bereits bestehenden Augsburger Unterkunftsdependancen die Inbetriebnahme weiterer Wohnheime in Mering, Neu-Ulm, Augsburg und Kempten geplant.
„Mit diesen Einrichtungen lässt sich der Wegfall der Bewohnerplätze des Donauwörther Standortes so weit kompensieren, dass auch künftig die im Regierungsbezirk Schwaben ankommenden Asylbewerber untergebracht werden können“, heißt es in einer Pressemitteilung der Regierung.
Brief von Innenminister Herrmann
In einem Brief des bayerischen Innenministers Joachim Herrmann an den Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler (CSU) schreibt dieser, dass bereits „im Sommer dieses Jahres“ mit der Abverlegung der Bewohner begonnen wird.Wie genau das vonstatten geht, ist noch nicht bekannt.
Nach aktuellem Stand ist geplant, dass in Mering (Landkreis Aichach-Friedberg) etwa 180 Personen unterkommen, in Neu-Ulm sollen weitere 250 Flüchtlinge eine Obhut finden. Bereits bestehende Dependancen gibt es in Augsburg. Als neuer Standort hinzu kommt Kempten mit mehreren Hundert Plätzen. Die Entscheidung für die Allgäuer Unterkunft wurde am Mittwochmittag auf einer Pressekonferenz bekannt gegeben.
Lesen Sie dazu den Kommentar von Barbara Wild: Ankerzentrum: Endlich steht ein Konzept