Der Steg für die Wasserwacht am Riedlinger See ist bereits fertig. Die Wachstation muss noch gebaut werden.Foto: Hilgendorf
Es ist bereits Badesaison, doch am Riedlinger Baggersee im Naherholungsgebiet ist noch nicht alles fertig, teilweise laufen die Sanierungsarbeiten noch immer. Auch das hat mit dem momentan allerorts spürbaren Materialmangel zu tun, wie die Stadt Donauwörth mitteilt.
Das Gute vorweg: Die WCs, Duschen und Umkleiden im Naherholungsgebiet konnten bereits 2021 fertiggestellt werden. Die Innenräume des Gastronomiebereichs wurden zudem kürzlich, Anfang Mai, fertig gebaut. Der Gastronomiebereich konnte bereits an den neuen Pächter übergeben werden, er wird bereits genutzt. Mit der Fertigstellung der Fassade und der Außenanlage am Kioskgebäude sei indessen noch im Juni zu rechnen, wie die Stadt auf Nachfrage mitteilt. Der Kiosk ist aber schon voll in Betrieb. Die Abschlussarbeiten zur Radabstellanlage am Kioskgebäude erfolgen erst "im Laufe des Sommers", da hier noch die Bewilligung der beantragten Förderung abgewartet werden muss.
Im Sanitärbereich gibt es noch das ein oder andere zu tun
Auch im Sanitärbereich soll sich noch einiges tun: Nach Fertigstellung der neuen Rettungsstation sollen die alten Räume der Wasserwacht zu einem Behinderten-WC und Stillraum umgebaut werden. Der Baubeginn der Station für die Wasserwacht ist allerdings erst für Herbst dieses Jahres geplant. Zu Verzögerungen sei es gekommen, da zunächst ein Bebauungsplanverfahren abgeschlossen sowie die Planung nochmals abgestimmt und aktualisiert werden musste. "Ein Baubeginn jetzt während oder kurz vor der Badesaison sollte vermieden werden", erklärt die Stadt ergänzend.
Der Kiosk-Bereich am Riedlinger Baggersee ist runderneuert worden und bereits in Betrieb. An den Außenanlagen sowie an einigen weiteren bereichen muss aber noch Hand angelegt werden.Foto: Hilgendorf
Terminverschiebungen hatte es ferner bei der Erneuerung der Außenanlagen am Kioskgebäude gegeben, da es laut Stadt bei den Baumaterialien (Pflastersteine, Winkelstützen) zu Lieferverzögerungen gekommen war.
Was wird aus dem Rückhalteraum Riedlingen für Hochwasser?
Noch nicht sicher ist unterdessen, wie es im Hinblick auf die seitens des Freistaats geplanten Hochwasser-Schutzmaßnahmen direkt neben dem Baggersee weitergeht. Laut Aussage von Donauwörths Oberbürgermeister Jürgen Sorré hält das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth weiterhin an dem Vorhaben fest, das den Anliegern eher ein Dorn im Auge ist.
Wie berichtet plant die Wasserwirtschaft neben dem Donauwörther Naherholungsgebiet in Riedlingen einen Rückhalteraum für Hochwasser mittlerer Größe. 140 Hektar Fläche sind dafür vorgesehen. Die Anlieger befürchten wegen der Nähe des geplanten Rückhalteraums zum See und aufgrund des kiesigen Untergrundes einen möglichen Eintrag von Schadstoffen in das Gewässer – und zudem einen merklichen Anstieg des Wasserspiegels des Sees. Auch Überflutungen der niederen Grundstücke wegen vermeintlich langer Einstauzeiten könnten laut den Kritikern des Vorhabens vermehrt möglich sein.
Wie OB Sorré weiter betont, habe die Stadt "eine ablehnende Haltung" gegenüber dem Vorhaben. Man warte aktuell weiter auf den Beginn des Raumordnungsverfahrens – dann würden alle Beteiligten beziehungsweise Betroffenen gehört werden.