Es war wieder ein Wochenende im Ausnahmezustand für Wemding: Ende Mai strömen jedes Jahr zum Fuchsien- und Kräutermarkt Tausende von Besucherinnen und Besucher aus ganz Süddeutschland in die Stadt. Auch Gäste aus der Schweiz waren dem Vernehmen nach zugegen. Rund 100 Verkäufer waren dieses Mal beteiligt – und das bei frühsommerlichen Bedingungen. Das Fazit aus Sicht der Stadt fiel am Sonntagnachmittag äußerst positiv aus.
Seit 25 Jahren gibt es die zweitägige Veranstaltung, die Premiere fand 2001 statt. In jüngerer Vergangenheit pendelte sich die Zahl der Gäste bei etwa 20.000 Personen ein. Benannt nach dem Wemdinger Historiker und Botaniker Leonhart Fuchs (1501 bis 1566) stand die Fuchsie als Namensgeberin einmal mehr im Mittelpunkt des Wochenendes. Ein Blickfang und gefragtes Fotomotiv war die etwa fünf Meter hohe und in dieser Art einzigartige Fuchsienpyramide vor der Stadtpfarrkirche St. Emmeram. Direkt daneben betrieb der Obst- und Gartenbauverein sein Freiluft-Café. Auch die örtliche Gastronomie verköstigte die Gäste. Am Sonntag hatten zudem die Wemdinger Geschäfte geöffnet.
Verkäufer bieten beim Markt in Wemding unterschiedlichste Pflanzen an
Fuchsien in zahlreichen Variationen, Rosenstöcke, Kakteen, Bonsais, Blumen, Kräuter – die unterschiedlichsten Pflanzen wurden von den Verkäufern angeboten. Dazu kamen Accessoires und Deko-Ideen für Heim, Garten, Balkon oder Terrasse sowie kulinarische Spezialitäten wie Marmelade, Honig oder Gewürze. Seit Beginn des Aufbaus am Freitagabend hatte sich die historische Altstadt in einen großen, blühenden Garten verwandelt. Wer seine Einkäufe zwischenlagern wollte, konnte dies bei der „Blumenbox“ der Schülerfirma Füchse@work tun – dort kümmerten sich die Jugendlichen um die Aufbewahrung oder übernahmen sogar den Transport zum Auto.
Zu den Stammgästen am Fuchsienmarkt-Wochenende gehören auch Christiane und Norbert Gentner aus Ehingen bei Ulm. Seit knapp 20 Jahren kommen sie im Normalfall zu dem Ereignis in Wemding. „Diese Vielfalt an Pflanzen, Blumen und Accessoires ist einfach herausragend“, hob Christiane Gentner die Vorzüge des Markts heraus. Zudem komme man mit vielen Ausstellern ins Gespräch. „Und das in dieser wunderschönen Altstadt-Kulisse, es passt einfach alles zusammen“, ergänzte Norbert Gentner. So verbrachte das Ehepaar bestens gelaunt den gesamten Samstag in Wemding.
Pendelbusse bringen die Gäste zum Fuchsien- und Kräutermarkt in die Altstadt
Allein am ersten Tag waren 25 Reisebusse angekündigt, weswegen der Bereich am Johannisweiher für Pkw gesperrt werden musste. Um übers Wochenende ein größeres Verkehrschaos in der Stadt zu vermeiden, griff erneut ein Konzept mit Parkmöglichkeiten und Pendelbus-Service. Dabei wurde auch der Bahnhof Otting-Weilheim mit einer eigenen Linie angebunden. Helga Holzinger-Hilt, für den Gewerbeverband Wemding seit Jahren federführend in die Organisation des Fuchsien- und Kräutermarktes eingebunden, bilanzierte am Sonntagnachmittag: „Es ist wieder super gut gelaufen, alle sind glücklich und zufrieden.“ Wahrscheinlich sei es heuer der bestbesuchte Markt überhaupt in Wemding gewesen.
Als sich am Nachmittag der Himmel verdunkelte und es regnete, blieb Holzinger-Hilt gelassen. „Wir machen mindestens bis 17 Uhr weiter. Es sind noch Leute da.“ Viele der Anbieter seien schon ausverkauft. Auffallend sei für die Veranstalter gewesen, dass diesmal bereits der Samstag sehr gut besucht war, so die Mit-Organisatorin: „So viel war am ersten Tag noch nie los.“
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