Gut 325.000 Euro investiert die Gemeinde Bäumenheim in die Ausrüstung ihrer Feuerwehren. Der Großteil davon geht in die Anschaffung mobiler Hochwasser-Rückhaltesysteme und damit in die Verbesserung des Katastrophenschutzes.
Spätestens das verheerende Juni-Hochwasser 2024 hat es klar gemacht: Die Gefahr von Hochwasserereignissen mit gravierenden Folgen steigt.
Es wird zwei unterschiedliche Rückhaltesysteme geben
Gemeinsam mit den Ortsfeuerwehren in Bäumenheim und Hamlar hat die Gemeinde, wie Bürgermeister Florian Mittler (PWG) informierte, inzwischen Angebote für Hochwasser-Rückhaltesysteme geprüft. Dabei haben sich die beiden Wehren aufgrund unterschiedlicher Voraussetzungen für zwei verschiedene Systeme entschieden.
Diese sollen die Einsatzfähigkeit entscheidend verbessern, die Reaktionszeit verkürzen und für die Bevölkerung höhere subjektive Sicherheit schaffen, so Mittler. Mit einfachen und effektiven Mitteln würden sie Sandsäcke ersetzen.
Die Feuerwehr Bäumenheim hat sich für das „NOAQ-Boxwall“-System entschieden – freistehende und selbstverankernde Bauteile, die schnell auch von wenigen Einsatzkräften aufgebaut werden können. Kommandant Christian Dommer wünschte sich, dass anstelle der im Antrag genannten fünf auch sechs Boxen angeschafft würden, die für eine Strecke von gut 170 Metern ausreichen.
Ein Ansinnen, das Geschäftsstellenleiter Jochen Konrad mit Blick auf den Haushalt guten Gewissens befürworten konnte. Insgesamt werden dafür knapp 77.500 Euro fällig; die Transportkosten spart sich die Gemeinde, indem sie die Boxen direkt beim Händler im Allgäu abholt.
Das „Beaver“-System eignet sich für Hamlar besser
Kostspieliger wird die Ausrüstung für die Wehr in Hamlar: Sie hat sich für das „Beaver“-Schutzsystem entschieden, das aus langen Schläuchen besteht. Sie sind zwischen 5 und 20 Meter lang und bestehen aus stabilem LKW-Planen-Kunststoff. Je nach Wasserstand können sie einfach oder doppelt aufgebaut werden.
Für Hamlar sei das die einzig sinnvolle Option, so Kommandant Christian Lix – beim Boxwall-System brauche man ebene Flächen, in Hamlar gebe es viele Mulden und Feldwege, zudem sei auch die Grenzebach-Werksfeuerwehr bereits mit dem Beaver-System ausgerüstet. Gut 198.000 Euro wird die Gemeinde dafür investieren.
Zum Jahresende laufen die Zuschüsse aus
Neuer Bestandteil der Ausrüstung werden auch digitale Meldeempfänger sein. Auf Wunsch der FFW habe man die Anschaffung bislang hinausgezögert, so Mittler. Doch wegen der schrittweisen Abschaltung des Analogfunks und aufgrund von Kostenerhöhungen zum 1. Juli und des Auslaufens der staatlichen Zuschüsse zum Jahresende sei nun der Zeitpunkt gekommen, die Geräte in Auftrag zu geben. Einstimmig beschloss der Rat die Investition von gut 50.000 Euro für 83 Geräte.
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