Dass dies alles nur Zufall gewesen sein soll, möchte der ehemalige Landrat Stefan Rößle nicht glauben. Er hat den kongolesischen Künstler Milord Rogatien auf einem Flug nach Ruanda kennengelernt. Er saß nur deshalb neben ihm, weil Milord seinen ursprünglich geplanten Flug verpasst hatte und kurzerhand auf Rößles Maschine gebucht wurde. Deshalb kam man während des Fluges ins Gespräch.
Stefan Rößle erzählte von seinen Aktivitäten um „1000 Schulen für unsere Welt“ und Milord Rogatien berichtete ihm von seinen Bemühungen, Kindern und Jugendlichen in seiner kongolesischen Heimat durch Bildung eine Zukunft zu ermöglichen, denn schon seit Jahren setzt sich der 32jährige für Werte wie Freiheit, Frieden und Selbstbestimmung ein. Milord Rogatien nennt sein Projekt „Mit Musik Zukunft bauen - eine Schule für Nord-Kivu“.
Dabei bittet er nicht um Spenden, sondern finanziert sein Projekt durch die Gagen, seine musikalischen Auftritte. Sein Ziel ist der Aufbau eines Zentrums, in dem kriegsbetroffene Kinder zur Schule gehen und junge Erwachsene eine Ausbildung erhalten und den Grundstein für ein eigenes Unternehmen legen können. „Musik ist meine stärkste Kraft“, sagte Milord Rogatien während des langen Nachtfluges, „sie verbindet Menschen und trägt Hoffnung in die Welt.“
Rogatos Lieder erzählen von Frieden, Liebe und Vergebung
Dass er dabei Stefan Rößles Sympathien gewann, der sich ja seit Jahren erfolgreich für Schulen in Afrika und überall in der Welt stark macht, war die beinahe logische Folge dieser „Zufallsbegegnung“. Und bei Stefan Rößle entstand die Idee, Milord Rogatien im Rahmen des Vereins „1000 Schulen für unsere Welt“ bei seinem leidenschaftlichen Vorhaben zu unterstützen.
Der Musiker wuchs in einer Umgebung, voller Unsicherheit, Kriege und soziale Instabilität auf. Trotz aller Widrigkeiten gelang es ihm, zu studieren und eine Musikkarriere zu starten. Seine Songs erzählen von Frieden, Liebe, Vergebung, Hoffnung und Verantwortung. Durch seine Musik will er Menschen berühren, ermutigen und kommende Generationen inspirieren. Inzwischen ist Milord ein vielseitiger Künstler mit internationalem Erfolg.
Er wurde mehrfach ausgezeichnet und arbeitete mit bekannten afrikanischen Künstlern, wie Manu Dibango und anderen zusammen. Sein AfroWorld-Music-Stil vereint einfühlsamen Gesang, eingängige Melodien und facettenreiche Rhythmen, in denen er universelle Themen Liebe, Identität und Zusammenleben behandelt. Mit seinem Abschluss in Informations- und Kommunikationswissenschaften sowie seiner Zweisprachigkeit (Französisch und Englisch) setzt sich der in seiner Heimat etablierte Künstler für junge Talente in seiner Heimat ein.
Der grundstein für weitere Zusammenarbeit ist gelegt
Als Milord unlängst im Rahmen einer Tournee in Paris war, lud ihn Stefan Rößle zu sich in den Landkreis Donau-Ries ein und löste damit sein Versprechen zur Unterstützung der Projekte ein. Bei von Rößle vermittelten spontanen Auftritten im Donauwörther Starclub, in der Strandbar Harburg und beim Afrika-Festival in Gundelfingen konnte Milord Rogatien nicht nur musikalisch überzeugen, sondern mit seiner Musik auch Spenden für sein Projekt generieren.
Außerdem vermittelte Stefan Rößle einen Kontakt zu Lukas Bruckmeyer, in dessen Forheimer Donauton-Studios dann sogar einige Takes seiner Musik produziert wurden. Auch der Forheimer Profi-Musiker zeigte sich vom Können des Künstlers und von seinem sozialen Engagement sehr angetan. Der Grundstein für eine weitere Zusammenarbeit ist gelegt: die Bodenplatte für die erste Rogatien-Schule im Kongo ist musikalisch finanziert und bereits physisch betoniert. (murb)
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