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Schädlinge und Märkte: So geht es den Bauern

Landkreis Donau-Ries

„Derzeit ist nichts lukrativ“: So geht es den Bauern im Donau-Ries-Kreis

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    Pflanzenschutzmittel sollen die Ernte sichern – gerade auch angesichts zuletzt aufgetretener Schädlinge.
    Pflanzenschutzmittel sollen die Ernte sichern – gerade auch angesichts zuletzt aufgetretener Schädlinge. Foto: Jens Büttner, dpa

    Es scheint so, als müsste alles in bester Ordnung sein: Der Winter hatte wieder richtige Frosttage, zuletzt gab es auch kühle Regentage, eine vorgezogene Frühsommerhitze ist bislang ausgeblieben. Insofern könnten die Landwirte im Kreis Donau-Ries durchaus optimistisch sein, was die Lage auf den Feldern angeht. Doch Ungemach rührt sich von anderer Stelle.

    Der Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes (BBV), Karlheinz Götz, konnte zuletzt sogar von einem Überfluss berichten, der alles andere als erfreulich war, zumindest wirtschaftlich: Im Vorjahr war die Kartoffelernte außerordentlich gut. So gut, dass er die eingelagerten Feldfrüchte heuer zunächst kaum losgeworden ist. Fast 2500 Tonnen lagerten in seiner Halle in Birkhausen.

    Klimatische Bedingungen für die Landwirtschaft zuletzt besser geworden

    Der Hintergrund: Nach einigen trockenen Jahren waren die klimatischen Bedingungen wieder besser geworden, sodass dank des Wetters gute Ernten eingefahren werden konnten. Das mild-warme Frühjahr hatte die Pflanzen auf den Feldern gut sprießen lassen; ausreichend Regen im Sommer tat das Übrige und sorgte für eine überdurchschnittliche und auch qualitativ hochwertige Ernte. Das Ergebnis war ein Überangebot an Kartoffeln, und das nicht nur in der Region, sondern in ganz Europa. Folge: Die Bauern taten sich schwer, die Erdäpfel auf den gesättigten Markt zu bringen, die Preise gingen in den Keller. Die meisten Kartoffeln konnte Götz letztlich noch veräußern.

    Mit Blick auf die zuletzt Schlagzeilen machenden Schädlinge, die den Bauern in der Region zunehmend Probleme bereiteten, zeigt sich der BBV-Mann vorsichtig optimistisch: Die durchgefrorenen Böden im Winter haben nach bisherigen Erkenntnissen dafür gesorgt, dass von den gefürchteten Glasflügelzikaden „nur wenige Nymphen im Boden sind“. Zudem durften die Bauern Insektizide einsetzen, die mit dafür sorgten, dass sich die Schädlinge nicht vermehrten. Trotzdem: Bei frühlingshaften Temperaturen erwacht ein Schädling nach dem anderen. So etwa der Kohltriebrüssler, der sich in die Rapsstengel bohrt. Auch hier sind Insektizideinsätze wohl vonnöten. „Wir haben ein wenig Angst vor einem trockenen und heißen Sommer“, sagt Götz, auch wenn es bis dato relativ kühl geblieben ist im Frühjahr heuer. Die Hitze sei die Herausforderung Nummer eins, gerade auch wegen der Schädlinge.

    Verzerrte Märkte aufgrund global unterschiedlicher Kosten für die Bauern

    Eine weitere Schwierigkeit seien die, wie Götz erklärt, weltweit verzerrten Märkte. Es ist die Kehrseite der Medaille der global guten Ernten. Der Markt in Europa werde beispielsweise überschwemmt mit Zucker, Getreide und Raps aus der Ukraine, seit jeher Kornkammer des Kontinents. „Es kommt einfach sehr viel von dort“, resümiert Götz. Die Ukraine verfüge über „hervorragende Böden“; nicht zuletzt deshalb hat es wohl Russlands Machthaber Putin auf das Land abgesehen. Die Folge der reichen Erträge von außerhalb der EU: Die Preise sinken, die Bauern in Deutschland, „die mehr zahlen müssen, beispielsweise für Energie“, sie geraten ökonomisch unter Druck. So erfreulich eine Ernte grundsätzlich auch sei – „wirtschaftlich ist aktuell fast nichts lukrativ für die hiesigen Landwirte“. Es sei schier keine kostendeckende Produktion möglich.

    Von den billigen Preisen auf dem Lebensmittel-Rohstoffmarkt bekämen die Verbraucher derweil wenig zu spüren. Warum ist das so? Der BBV-Kreisobmann nennt hierzu die hohen Preise für Energie und Transport, hohe Arbeitslöhne und, nicht zu vergessen, „beträchtliche Gewinnmargen in den Supermärkten“. Als Lösung nennt Götz nicht zuvorderst Zölle zum Schutz der heimischen Bauern, sondern „eine konsequente Lebensmittelkennzeichnung, wo die Rohstoffe herkommen“. Damit läge die Entscheidung, welches Produkt gekauft wird, klarer in den Händen der Konsumenten.

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