Wären wir im Kindergarten „Chaoszwerge“ in der „Rumpelstilzchengruppe“ gewesen, in der der bockige Manu und seine Bande die Dani und ihre Freunde nicht mitspielen lassen, hätte man dieses Verhalten als entwicklungstypische Autonomiephase eingestuft. Man hätte sie milde belächelt und hätte dann pädagogisch wertvoll eingegriffen.
Nur um den „anderen“ eins auszuwischen
Es war aber der Stadtrat Rain in seiner konstituierenden Sitzung. Und da darf man sich zumindest wundern, wie erwachsene Menschen sich verhalten. Wie sie unter dem an den Haaren herbei gezogenen Vorwand der Verschlankung völlig unnötig mit der jahrzehntelangen Tradition des Vierten Bürgermeisters – die es spätestens seit 1984 in Rain gab – brechen. Und warum das Ganze? Nur um „den anderen“ eins auszuwischen!
Es wäre eine schöne Geste gewesen
Eine Kommune, die sich beispielsweise jedes Jahr ein Stadtfest gönnt, bei dem sie am Ende auf rund 85.000 Euro Miesen sitzen bleibt, kann sich auch eine Vierte Bürgermeisterin leisten. Wollte man sparen, könnte man ganz andere Punkte finden. Diese Funktion ist ja quasi ein „Titel ohne Mittel“. Sie wäre aber eine schöne Geste des Miteinanders gewesen. Eine Geste der Wertschätzung gegenüber der einzigen Frau im Plenum und – ja – auch des Respekts vor dem Wählerwillen, der die PWG zur zweitstärksten Fraktion im Stadtrat gemacht hat. Im umgekehrten Fall hätte sich die „Front“ um Manuel Paula ganz sicher konträrer Argumente bedient, um ihren Anspruch geltend zu machen.
Mit christlich und sozial jedenfalls hatte das kleinkarierte Machtgebaren dieser Allianz jedenfalls nichts zu tun. Man hätte größer, man hätte großzügiger denken und handeln dürfen. Das hätte die Bürgerinnen und Bürger gefreut.
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