Vor ziemlich genau sechs Jahren war noch Abstand angesagt. In der Neudegger Sporthalle tagte der Stadtrat zu Beginn der Wahlperiode im Mai 2020 unter Corona-Regeln. Sechs Jahre später, wieder im großen Sitzungssaal, sitzen die Räte bei der letzten Sitzung wieder Ellbogen an Ellbogen. Die Pandemie war aber längst nicht die einzige Krise, die den Rat beschäftigte. Wie Oberbürgermeister Jürgen Sorré die Amtsperiode bewertet.
„Eines war von Anfang an abzusehen, diese Wahlperiode wird anders“, blickte Sorré auf die Anfänge zurück. „Unter schwierigeren Bedingungen kann man schier gar nicht in eine neue Wahlperiode starten.“ Doch man habe sich davon nicht entmutigen lassen. Es seien Jahre der Weichenstellung und Planung gewesen. Sorré nannte allen voran die Landesgartenschau als Beispiel. Passend dazu zeigte er ein Bild des Briefes, der die Schau mit ermöglicht hat. „Unvergessen ist dieser Brief, den die geschlossene Spitze der Verwaltung über Nacht und aus völlig eigenem Antrieb an den Stadtrat und mich als Oberbürgermeister geschrieben hat, mit der Botschaft: Wir stehen hinter der Landesgartenschau.“ Der Zuschlag sei nur deshalb möglich gewesen, weil alle an einem Strang gezogen hätten.
Donauwörths OB Sorré blickte auf viele Projekte zurück
Doch Sorré wies auch auf zahlreiche andere Projekte hin. Er nannte unter anderem die Planungen für das neue Bürgerspital, den Kindergarten Schneegarten, die neue Museumslandschaft oder die Sanierung des Freibads. Außerdem habe man die Verwaltung verschlankt. Aus sechs Ämtern seien fünf geworden. „Perspektivisch werden wir die Zahl der Ämter sogar noch auf vier reduzieren können, dann mit elf Fachbereichen.“
Sorré ging aber nicht nur auf die „großen“ Maßnahmen ein. Er erwähnte zum Beispiel die Neugestaltung des Museumsplatzes. Auch die Begrünung der Reichsstraße führte Sorré an. Dies seien Projekte, die „viele mittlerweile sogar fast schon als selbstverständlich wahrnehmen“. Das alles seien Beispiele dafür, was ein Stadtrat alles erreichen könne. Sorré fand auch lobende Worte für die Atmosphäre im Gremium. „Natürlich waren wir nicht immer einer Meinung. Natürlich haben wir diskutiert“, so der Oberbürgermeister. „Aber eines haben wir nie getan: Miteinander auf der persönlichen Ebene gestritten.“ Die Arbeit habe sich immer gelohnt. „Ich freue mich auf die kommenden sechs Jahre.“ Gut möglich, dass es dann auch wieder rund 360 Sitzungen gab – so wie in dieser Amtsperiode, die nun beendet ist.
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