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Zwillingsgeburt mit tragischen Folgen

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Zwillingsgeburt mit tragischen Folgen

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    Zwillingsgeburt mit tragischen Folgen
    Zwillingsgeburt mit tragischen Folgen

    Zivilverfahren vor dem Landgericht in Augsburg

    Doch, warum kommt die eine Tochter gesund auf die Welt, die andere als lebenslanger Pflegefall? Der Verdacht, dass hier ärztliches Versagen Schuld an diesem tragischen Geschehen haben könnte, liegt da nahe. Und so saßen sich diese Woche Rominas Vater und ein Frauenarzt in einem Zivilprozess vor dem Landgericht gegenüber.

    Die Eltern haben den Mediziner auf eine halbe Million Euro Schmerzensgeld verklagt. Außerdem soll seine Haftpflichtversicherung ihrer Tochter eine lebenslange Rente zahlen sowie für die Betreuungskosten aufkommen. Romina muss rund um die Uhr gepflegt werden. Von ihren Eltern und einer Pflegerin, die in die Wohnung kommt.

    Klage wird wohl scheitern, da kein Fehler passiert ist

    Die auf Arzthaftungssachen spezialisierte Kammer des Landgerichts wird ihr Urteil Mitte Dezember verkünden. Das Gericht machte jedoch in der Verhandlung kein Hehl daraus, dass die leidgeprüften Eltern mit ihrer Klage scheitern werden. "Weil wohl niemandem ein Fehler vorzuwerfen ist", zog Vorsitzender Richter Maximilian Hofmeister das Resümee unter Ausführungen des Gutachters. Wie Professor Franz Kainer, Leiter des Perinatalzentrum an der Münchner Universitätsklinik, zuvor anschaulich erläutert hatte, waren beide Mädchen in der Bauchhöhle zwar in getrennten Fruchtblasen aufgewachsen, hatten sich aber die Plazenta geteilt. Es war die 34. Schwangerschaftswoche, als plötzlich einer der Föten nicht mehr richtig versorgt wurde. "Wir haben nur dann eine Chance, wenn wir eingreifen können, wenn die Katastrophe beginnt", stellte der Gutachter fest.

    Bei eineiigen Zwillingen treten Probleme mit dem Blutaustausch während der Schwangerschaft äußerst selten auf. Bei 142 715 Zwillingsgeburten, die eine kanadische Studie untersucht hat, war in 48 Fällen der Blutaustausch gestört gewesen. Eine Disposition dazu kann, rechtzeitig erkannt, bis zur 26. Schwangerschaftswoche mittels Lasertechnik operiert werden, erklärte Kainer.

    Anders als ihre Schwester hat Benita Glück gehabt. Sie hat dies dem raschen Eingreifen der Ärzte zu verdanken. Ihre Mutter lag zu dem Zeitpunkt bereits in der Kinderklinik des Zentralklinikums, als plötzlich die Blutversorgung der Ungeborenen versagte. Die 28-Jährige wurde sofort operiert. Sie brachte ihre Zwillinge mit Kaiserschnitt zur Welt.

    Manche Fälle, sagte Richter Hofmeister an den Vater gerichtet, "sind so tragisch, dass einem die Worte fehlen". Der 36-Jährige reagierte auf den Ausgang der Verhandlung erkennbar betroffen. Die Familie stößt bereits jetzt finanziell an ihre Grenzen. Mithilfe von Spenden - auch von der Kartei der Not, dem Leserhilfswerk unserer Zeitung - konnte sie kürzlich einen Kleinbus kaufen.

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