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Lesetipp
15.08.2022

Wo bleibt die Pille für den Mann?

Die Antibaby-Pille für die Frau ist seit den 1960er Jahren in Deutschland erhältlich. Für den Mann gibt es nach wie vor kein hormonelles Verhütungsmittel.
Foto:  Andrea Warnecke, dpa (Symbolbild)

Schon fast so lange, wie die Antibabypille für die Frau erhältlich ist, wird an der Pille für den Mann geforscht. Woran scheiterte es bisher? Was braucht es für den Durchbruch?

Sechs Millionen Frauen in Deutschland nehmen die Antibabypille, um eine ungewollte Schwangerschaft zu verhindern. Dem gegenüber stehen sechs Millionen Männer, in deren Hand die Verhütung genauso liegt. Aber: Ein Äquivalent zur hormonellen Verhütung gibt es für sie nicht. Auch wenn das Thema Pille für den Mann immer wieder auftaucht. Auch wenn sich laut Umfragen verschiedener Meinungsforschungsinstitute mindestens jeder zweite Mann in Deutschland vorstellen könnte, eine solche zu nehmen.

Woran liegt es also, dass die Pille für den Mann immer noch nicht erhältlich ist? Immerhin ist die Antibabypille für die Frau in Deutschland schon seit über 60 Jahren auf dem Markt. Stecken nur medizinische oder auch gesellschaftliche Gründe dahinter? Wie ist der Forschungsstand im Jahr 2022, und was muss geschehen, damit sie in den Handel kommt?

In fünf Jahren könnte es ein Hormon-Gel zur Verhütung für den Mann geben

Dass das potentielle Verhütungsmittel für den Mann gar nicht in Form einer Pille kommt, sondern, wenn überhaupt, in einer anderen Gestalt, weiß Prof. Dr. Michael Zitzmann von der Universität Münster. In der Vergangenheit habe man etwa an Spritzen und Pflastern geforscht, erläutert er. Zitzmann ist Androloge und beschäftigt sich seit 23 Jahren am Institut für Reproduktionsmedizin mit der umgangssprachlichen Pille für den Mann. Auch für die Weltgesundheitsorganisation hat er schon eine Studie dazu geleitet.

Er erklärt: Zurzeit arbeitet die Forschung an einem Gel, das sich Männer täglich auf die Schultern reiben könnten. Und um das stehe es recht gut. Man befinde sich in Phase Drei A der klinischen Studie. Nach Phase drei könne man eine Zulassung beantragen. "In fünf Jahren könnte es soweit sein", prognostiziert der Mediziner. Er schiebt jedoch hinterher: "Das habe ich aber auch schon vor 20 Jahren vermutet." Woran scheitert der Durchbruch in der Forschung also immer wieder?

Michael Zitzmann ist Professor an der Uni Münster und Facharzt unter anderem für Andrologie und Sexualmedizin.
Foto: Privat

Ein Grund lag in der Vergangenheit in den Hormonen, die ein solches Verhütungsmittel enthält, und den damit verbundenen Nebenwirkungen. Die Pille für den Mann funktioniere durch die Wirkstoffkombination der Hormone Testosteron und Gestagen, erklärt Zitzmann. Die Hormone verhindern, das Spermien hergestellt werden. Ähnlich wie bei der Pille für die Frau: Hier kommt anstelle von Testosteron Östrogen zum Einsatz, das einen Eisprung verhindert. Das Testosteron ist übrigens der Grund, warum die Darreichungsform als Pille nicht in Frage kommt – es würde zu schnell in der Leber abgebaut.

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Wegen der Nebenwirkungen scheiterte die Pille für den Mann bisher

Schon in den 1970er Jahren, nur zehn Jahre nach dem Verkaufsstart der Pille der Frau, kam laut Zitzmann die Idee "Pille für den Mann" erstmals auf. 1999 begann die Suche nach einem geeigneten Gestagen, 2006 einigte man sich auf eines. 2008 leitete Zitzmann selbst eine der bekanntesten und entscheidendsten Studien mit dem Ziel einer Antibaby-Spritze für den Mann. Die monatliche Spritze war laut Zitzmann vielversprechend, doch bei rund zehn bis 15 Prozent der Anwender traten Nebenwirkungen auf. Dazu zählten Stimmungsschwankungen, Libidostörungen und Gewichtszunahme. An sich nichts Neues bei Hormonpräparaten: Es handelt sich um die gleichen Nebenwirkungen wie bei der Pille für die Frau, bei dem gleichen Prozentsatz der Anwenderinnen.

Aus Sicht der Weltgesundheitsorganisation überwog das gesundheitliche Risiko den Nutzen. Die Studie wurde abgebrochen. Zitzmann erklärt: "Wir Forscher wollten die Nebenwirkungen öffentlich machen und die Entscheidung den Anwendern überlassen." Schließlich seien 85 bis 90 Prozent der Teilnehmer mit dem Mittel gut klargekommen und sogar enttäuscht gewesen, als die Studie abgebrochen wurde. Für das Antibaby-Gel sieht die Prognose, was die Nebenwirkungen angeht, besser aus: "Es gibt so gut wie keine", sagt Zitzmann.

Die Antibabypille verhalf Frauen zur Selbstbestimmtheit in den 70ern

Neben dem medizinischen Faktor spielen auch historische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Gründe eine Rolle, warum es bisher kein Mittel auf dem Markt gibt. Zitzmann sagt: "Die Pille für die Frau war bei ihrem Aufkommen gesellschaftlich spannend. Man konnte es wissenschaftlich umsetzen, und auch die Pharmaindustrie hat einen großen Markt gesehen." Gerade Letzteres treffe bei der Pille für den Mann nicht zu – es gibt ja bereits ein Mittel. Tatsächlich erklärt eine Sprecherin von Bayer, in den 1960er Jahren das erste Pharmaunternehmen, das in Deutschland die Antibabypille auf den Markt brachte, auf Anfrage, dass vor über zehn Jahren die Entwicklung ihres Produkts für Männer eingestellt wurde. Eine Kombination aus Implantat und Spritze war demnach wirksam, aber nicht anwenderfreundlich genug.

Die 1960er und 70er waren zudem geprägt vom feministischen Aufbruch: vom Wunsch, selbstbestimmt und unabhängig vom Mann zu leben. Die Pille bedeutete genau das. "Viele Frauen haben mit Sicherheit auch gesagt: Wir wollen die Pille für uns." Die Nebenwirkungen standen laut Zitzmann im Hintergrund. Beide Ansichten haben sich gewandelt. Sowohl Studien der Techniker Krankenkasse als auch der AOK haben ergeben, dass junge Frauen sich immer seltener die Pille verschreiben lassen. Gleichzeitig möchten sich immer mehr Männer an der Verhütung beteiligen. "Und von Frauen wird auch mehr Beteiligung gefordert", sagt Zitzmann.

"Better Birth Control": Zwei Studentinnen kämpfen für mehr Forschungsgelder

Dafür, dass es künftig nicht nur ein geeignetes Verhütungsmittel für den Mann, sondern auch einen politischen Rahmen für das Thema gleichberechtigte Verhütung gibt, setzen sich die Berliner Studentinnen Jana Pfenning und Rita Maglio ein. Sie haben mit ihrem Verein "Better Birth Control" im Januar 2021 eine Petition gestartet. Ihre Forderungen: mehr Forschung, mehr Aufklärung, eine Kostenerstattung von Verhütungsmitteln. Ihr Ziel ist es, eine Lobby im Bundestag dafür zu gewinnen. Jana Pfenning sagt, dass es vor allem an mangelnden Forschungsgeldern und nicht vorhandenem Interesse der Pharmaindustrie liegt, dass es bisher mit der Pille für den Mann nichts wurde. Sie ist überzeugt, dass der gesellschaftliche Bedarf da sei und damit auch die Akzeptanz des Mittels, sobald es auf den Markt kommt.

Jana Pfenning (links) und Rita Magio setzen sich seit 2020 gemeinsam für das Thema gleichberechtigte Verhütung ein. Für ihren Verein "Better Birth Control" konnten sie bereits einige prominente Unterstützer gewinnen.
Foto: Thilo Kunz

Einen Erfolg konnte der Verein mit seiner Kampagne und der Petition, bei der rund 130.000 Menschen unterzeichnet haben, im vergangenen Jahr verzeichnen: "Einige unserer Forderungen wurden im Koalitionsvertrag verankert", erklärt Pfenning. Jetzt müssten sie in der aktuellen Legislaturperiode nur umgesetzt werden.

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18.09.2022

Es gibt Kondome. Die schützen in der Regel sowohl vor Schwangerschaft, als auch diversen durch Geschlechtsverkehr übertragbaren Krankheiten. Dann muss keiner eine Pille nehmen.

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18.09.2022

In einer (langjährigen) Beziehung sollte es ja möglich sein sich abzusprechen. Bei flüchtigen Beziehungen würde ich mich persönlich aber vor übertragbaren Krankheiten schützen. Im Stadtgebiet hängen ja genügend Werbung rum bezüglich "Juckt der Besuch noch?".

Wenn die Familien Planung abgeschlossen ist könnte man dann ja den endgültigen Schritt nehmen. Außer man kommt darauf mit 70 noch den zweiten Frühling zu erleben und Kinder in die Welt zu setzen wollen. Natürlich nur zum Wohl der Kinder.

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15.08.2022

@Wildegger
O-Ton Wildegger : "Oder was sind das für Menschen,
die sich einfach nicht impfen lassen wollen?"

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15.08.2022

Das war genau die richtige
und passende Antwort, auf Ihren "unverschämten Satz gegenüber Gesundheitsminister Karl Lauterbach:
"Was ist das für ein Mensch"
Ich bin zwar schon alt, habe aber noch ein gutes Gedächtnis!

>>VON
GERHARD D.
17:05 Uhr
@Wildegger
O-Ton Wildegger : "Oder was sind das für Menschen,
die sich einfach nicht impfen lassen wollen?"

>>VON
GERHARD D.
17:05 Uhr
@Wildegger
O-Ton Wildegger : "Oder was sind das für Menschen,
die sich einfach nicht impfen lassen wollen?"<<

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15.08.2022

Wo bitte, Herr Gerhard D.
habe ich die Pflicht eingefordert (mit "Ihresgleichen" die Gifteinnahme fordert) ist doch wohl eine Frechheit, oder?
Ich habe geschrieben warum und weshalb sich ein Mann eine Spritze oder Pille geben lassen kann, was eine Frau für selbstverständlich darf und wohl von den meisten Männern, auch so gewünscht wird um zu verhüten.
Glauben Sie, wenn ich nochmals jung wäre und meine Frau, also meine damalige Freundin die Pille (wie so Viele auch) nicht vertragen hätte, ich nur einem Moment gezögert hätte, sie an meiner Stelle zu nehmen, wenn es sie denn gegeben hätte?

Sie sollten zuerst die Beiträge "richtig" lesen und erst dann in die Tasten klopfen, ein guter Rat von mir, Danke!


>>VON
GERHARD D.
12:25 Uhr
@Wildegger
"Jeder kann doch mit seinem Körper machen was er will und..."
Sie dürfen sich spritzen, was und soviel Sie wollen. Sagt niemand was dagegen. Aber wenn Ihresgleichen eine Pflicht zur Gifteinnahme einfordert, hört der Spass auf. Und was die Antibabypille mit dem Körper (teilweise) veranstaltet, habe ich in der Familie bereits mitbekommen. Deswegen mein Sarkasmus im Beitrag oben.<<

Wenn das nur Sarkasmus war, dann verstehe ich wohl nur Bahnhof und da hört dann "bei mir" der Spaß auf.


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15.08.2022

Es gibt auch noch die Sterilisation. Auch danach ist Mann noch ein Mann. Mann muss sich nur informieren.

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15.08.2022

Das könnten doch wohl die Frauen auch,
aber warum sollten sich die Frauen das antun, was sich auch die Männer nicht antun sollten, denn man weiß nie im vorneherein wie die Beziehung, bzw. dann später eine Ehe ausgeht und dass ist der Wunsch doch noch ein Kind zu bekommen, wohl fast zu Ende, oder?

Jetzt frage ich mich schon Herr Gerhard S. wer dich da von uns Zweien wohl besser informieren sollte!
Warum und weshalb sollte also es eine Pille für den Mann nicht ganz genauso geben wie für die Frau?

>>VON
GERHARD S.
12:46 Uhr
Es gibt auch noch die Sterilisation. Auch danach ist Mann noch ein Mann. Mann muss sich nur informieren.
Wo bitte sehen Sie da einen Unterschied?<<

Ich jedenfalls sehe da einen gravierenden Unterschied, ob man noch zeugungsfähig ist, oder nicht!

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15.08.2022

In Zeiten von (mehrfachen)Impfungen gegen alles Mögliche, Pharmahämmer von vielen Ärzten hemmungslos verschrieben und den zusätzlichen Medikamenten für deren Nebenwirkungen brauchen wir dringendst noch eine Möglichkeit, noch mehr chemische Gifte ins uns hinein zu schaufeln

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15.08.2022

Warum eigentlich nicht?
Jeder kann doch mit seinem Körper machen was er will und wenn ihm die Spritzen nichts tun, wo ist das Problem?
Selber brauche ich das in meinem Alter bestimmt nicht mehr, aber was spricht dagegen wenn es das für junge Männer gäbe?
Warum müssen/sollen nur die Fraue verhüten, gibt es da eien Grund dafür, NEIN.

>>VON
GERHARD D.
vor 59 Min.
In Zeiten von (mehrfachen)Impfungen gegen alles Mögliche, Pharmahämmer von vielen Ärzten hemmungslos verschrieben und den zusätzlichen Medikamenten für deren Nebenwirkungen brauchen wir dringendst noch eine Möglichkeit, noch mehr chemische Gifte ins uns hinein zu schaufeln<<

Muss und sollte Jeder für sich selber beantworten/entscheiden, denn Andere geht das nämlich absolut nichts an!
So meine Meinung!

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15.08.2022

@Wildegger
"Jeder kann doch mit seinem Körper machen was er will und..."
Sie dürfen sich spritzen, was und soviel Sie wollen. Sagt niemand was dagegen. Aber wenn Ihresgleichen eine Pflicht zur Gifteinnahme einfordert, hört der Spass auf. Und was die Antibabypille mit dem Körper (teilweise) veranstaltet, habe ich in der Familie bereits mitbekommen. Deswegen mein Sarkasmus im Beitrag oben.

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