Aichach-Friedberg: Neuer Spielplan: Fußballer im Nachbarkreis stimmen für Revolution
Aichach-Friedberg
Neuer Spielplan: Fußballer im Nachbarkreis stimmen für Revolution
Im Nachbarkreis Zugspitze ändert sich der Spielplan der Fußballer. Was dahinter steckt, was das für die Mannschaften bedeutet und warum es ein Problem gibt.
Im Nachbarkreis Zugspitze gibt es ab der kommenden Saison einen neuen Spielplan.Foto: Sebastian Richly (Symbolbild)
Rund vier Wochen hatten die Fußballvereine im Nachbarkreis Zugspitze Zeit, über einen neuen Spielmodus in der neuen Saison abzustimmen. Das Votum ist eindeutig: Mit der erforderlichen Zwei-Drittel-Mehrheit sprachen sich die Klubs für den neuen Modus aus. Ob er aber eingeführt wird, ist dennoch unsicher.
Am 19. April war die Abstimmung beendet, unlängst gab Kreisspielleiter Heinz Eckl das Ergebnis bekannt: Mit 67,47 Prozent haben die Vereine für das neue System gestimmt, die Beteiligung lag bei 75,4 Prozent. Die möglichen Play-off-Spiele sind nicht erwünscht, nur 35,15 Prozent der Vereine wollten diese einführen. Dass dieses Projekt zunächst für zwei Jahre eingeführt wird, dafür stimmten 70,21 Prozent. Allerdings, das betont Heinz Eckl in seiner Nachricht, ist es nicht sicher, ob das System auch in der kommenden Saison 2021/22 getestet werden kann.
Fußball: Kreis Zugspitze führt neues Spielsystem ein
Der Grund: Corona. „Da wir aktuell sehr viele Unwägbarkeiten haben, wichtige Punkte durch die aktuelle Pandemielage sowie den bevorstehenden eventuellen Saisonabbruch nicht geklärt sind, kann es eventuell auch passieren, dass dieses Spielmodell erst zur Saison 22/23 startet beziehungsweise starten kann“, teilt Eckl mit. Unter anderem werden Faktoren wie der mögliche Trainingsstart im Sommer und damit auch der Start für die Saison berücksichtigt werden müssen. Zudem sei abzuwarten, wie viele Mannschaften in den jeweiligen Gruppen gemeldet werden. „Wir sind auf alle Fälle neugierig, aber jetzt müssen wir erst einmal die offenen Dinge klären“, so Eckl.
Reinhold Mießl, Vorsitzender und Spielleiter des Fußball-Kreis Augsburg, ist nicht der Überzeugung, dass die Saison abgeschlossen werden kann.Foto: Ernst Mayer
Das Prinzip des neuen Spielsystems sieht wie folgt aus: Zunächst werden die Gruppen in den einzelnen Klassen verkleinert: Nur noch maximal acht Mannschaften bilden eine Gruppe. Innerhalb der Gruppe werden im Herbst eine Runde mit Hin- und Rückspiel ausgetragen sowie eine Tabelle erstellt. Im Frühjahr werden die Gruppen neu zusammengestellt, dann gibt es eine Aufstiegs- und eine Abstiegsrunde, ebenfalls mit Hin- und Rückspiel. Am Ende steigen die Meister auf, die Tabellenzweiten gehen in die Relegation. Ebenso wird in der Abstiegsrunde verfahren – dann geht es für das Schlusslicht direkt eine Klasse tiefer, und die Vorletzten haben noch in der Relegation die Chance, einen Abstieg zu verhindern.
Neuer Spielplan: Augsburger Spielleiter ist skeptisch
Bei der Einteilung der Gruppen zu Saisonbeginn stehen drei Auswahlkriterien im Vordergrund: gemeinsame Heim- und Auswärtsspiele der Mannschaften, die Geografie, um viele Derbys zustande zu bringen, und der Tabellenplatz in der Vorsaison. Damit wird verhindert, dass in der einen Gruppe alle Topteams der vorherigen Saison spielen, in den anderen dagegen die vermeintlich Schwächeren. Als Starttermin für die Herbstrunde ist der 8. August vorgesehen, der letzte Spieltag wäre der 7. November. Allerdings ist nun abzuwarten, ob vonseiten der Regierung rechtzeitig ein Trainingsstart erlaubt wird, um den straffen Zeitplan einhalten zu können. Mit Spannung verfolgte auch der Augsburger Kreisvorsitzende Reinhold Mießl die Geschehnisse am Nachbarkreis. Mießl hält das Modell zwar für „interessant“. Aktuell mache es im Raum Augsburg derzeit keinen Sinn. Das kann sich natürlich ändern. Wir beobachten das.“
Noch keine endgültige Entscheidung gibt es dagegen bislang vom Bayerischen Fußballverband in Sachen Saisonabbruch. Dass dieser wohl unvermeidbar sein wird, steht eigentlich fest. Die neu eingeführte Quotientenregel, mit der die Auf- und Absteiger in den jeweiligen Klassen ermittelt werden, ist jedoch nicht unumstritten. Der Verband hatte angekündigt, die Stellungnahmen der Vereine zu dieser Regelung zu beachten.