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Kissing

18.08.2020

Fliesenausstellung und Hotel: In Kissing haben die Bauarbeiten begonnen

Am Ortseingang von Kissing beim B2-Kreisverkehr will ein Investor ein großes Geschäftshaus mit einer Fliesenausstellung errichten lassen.
Bild: Philipp Schröders

Plus Die Firma Jeckel lässt am B2-Kreisverkehr in Kissing Bagger anrollen. Was dort geplant ist und warum noch keine Baugenehmigung vorliegt.

Täglich fahren Tausende Autos an diesem Grundstück in Kissing vorbei. Viele Jahre herrschte Wildwuchs auf dem Gelände unweit des Kreisverkehrs am Ortseingang. In den vergangenen Jahren prägten dann Erdhaufen das Bild nördlich des Robinienwegs und der Tankstelle. Inzwischen ist das Grundstück aber fast komplett eingezäunt und Arbeiter treffen mit Baggern wohl Vorbereitungen für eine Baumaßnahme.

Hinter der Absperrung steht der Unternehmer Alexander Jeckel, der bereits ein Fliesengeschäft in Kissing betreibt. Schon länger plant er, auf dem Grundstück ein neues Geschäftshaus und ein Hotel errichten zu lassen. Auf Anfrage gibt er zu seinem Vorhaben keine Auskunft, doch die Pläne sind, wie berichtet, in zahlreichen Gemeinderats- und Bauausschusssitzungen vorgestellt und beraten worden. Der Bebauungsplan, nach dessen Vorgaben der Investor vorgehen darf, ist inzwischen in Kraft.

Bauprojekt in Kissing: Noch keine Baugenehmigung vom Landratsamt

Kissings Bauamtsleiter Alfred Schatz erklärt allerdings, dass das Landratsamt noch keine Baugenehmigung erteilt habe. „Es wird noch eine immissionsschutzrechtliche Bewertung benötigt.“ Dabei gehe es unter anderem um den Straßenlärm. Das Landratsamt habe ihm aber mitgeteilt, dass es bereits erlaubt sei, auf dem Grundstück die Oberdecke abzutragen. Ausbaggerarbeiten seien allerdings nicht gestattet.

Vor vier Jahren stellte der damalige Bürgermeister Manfred Wolf das Projekt vor. Er erklärte damals, dass Kissing „ein vollkommen neues Gesicht“ verliehen bekomme. Zu dieser Zeit war das Grundstück noch im Besitz der Gemeinde. Inzwischen gehört es dem Investor. Der Bürgermeister hatte es zuvor als „Filetstück“ bezeichnet. Der Rat ließ dann einen Bebauungsplan erstellen, in dem genau festgelegt wurde, was am Robinienweg hochgezogen werden darf. Diskussionen gab es immer wieder über die Zufahrtssituation. Die Pläne des Antragstellers sahen zeitweise eine Zufahrt von der B2 aus vor.

Zunächst war die Zufahrt zum Grundstück in Kissing von der B2 aus geplant

Das stieß im Gemeinderat aber stets auf Widerstand. Schon 2016 verwies Wolf auf das große Verkehrsaufkommen. Er warnte davor, dass unter Umständen ein „Unfallschwerpunkt“ entstehe. Die aktuelle Planung lässt nur eine Erschließung über den Robinienweg zu. Bauamtsleiter Schatz zufolge ist das im Bebauungsplan festgelegt.

Viel Arbeit hatte die Gemeinde mit dem Untergrund des Geländes. Nach dem Zweiten Weltkrieg befand sich auf dem Grundstück eine provisorische Klärgrube, in die Abwässer aus dem stark wachsenden Neu-Kissing eingeleitet wurden. Diese Grube wurde später einfach zugeschüttet. Die Gemeinde ließ daher 2017 den Untergrund untersuchen. Der Diplomgeologe Christian Schön fand zwar keine Hinweise auf Klärschlamm, stieß aber dennoch auf belastetes Erdreich. Unter anderem entdeckte er Teerbrocken und Betonstücke. Die Gemeinde ließ daher die oberste Schicht des Grundstücks abtragen und das Material entsorgen. Das verzögerte sich damals allerdings, weshalb die verseuchten Erdhügel noch mehrere Monate auf dem Gelände lagen.

In einem weiteren Schritt soll ein Hotel entstehen.
Bild: Philipp Schröders

Investor will zunächst Geschäftshaus in Kissing errichten

Nun wird auf dem Grundstück gearbeitet. Als das Thema das letzte Mal im Gemeinderat behandelt worden war, hieß es, dass der Investor zunächst das Gewerbegebäude errichten will. Das Hotel soll in einer späteren Bauphase entstehen. Das Geschäftshaus soll rund 50 Meter lang und 20 Meter breit werden, knapp 80 Parkplätze sind daneben vorgesehen. Teilweise hat es bis zu drei Geschosse. Es bietet Platz für ein Lager, Büros und einen Ausstellungsraum. Im Bebauungsplan liegt es neben der Bürgermeister-Wohlmuth-Straße zum Robinienweg hin.

Das viergeschossige Hotel mit Pultdach soll im Norden des Grundstücks zum Kreisel hin entstehen und 42 Zimmer für Gäste haben. In der vierten Etage will der Bauherr zwei Wohnungen mit einer Größe von jeweils 125 Quadratmetern einrichten. Die sind ausschließlich für die Nutzung des Betriebsinhabers und -leiters vorgesehen. Dazu, wann der eigentliche Bau beginnt und wann die Arbeiten voraussichtlich abgeschlossen werden, gibt es vom Investor keine Auskunft.

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