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Friedberg: Abgesperrt trotz Lockerungen: Wie geht es den Geschäften in der Bahnhofstraße?

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Abgesperrt trotz Lockerungen: Wie geht es den Geschäften in der Bahnhofstraße?

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    Mit pinken Bannern will die Stadt Friedberg erreichen, dass die Menschen in der Innenstadt einkaufen.
    Mit pinken Bannern will die Stadt Friedberg erreichen, dass die Menschen in der Innenstadt einkaufen. Foto: Marlene Volkmann

    Durch die Lockerungen der Corona-Regeln konnten auch die Geschäfte in der Friedberger Bahnhofstraße wieder öffnen. Für sie besteht aber trotzdem nicht nur Grund zur Freude: Bei einigen bleibt die Sorge, ob genug Kunden wegen der Bauarbeiten den Weg in die Seitenstraße finden.

    So sah die Bahnhofstraße früher aus, jetzt fahren hier die Baumaschinen.
    So sah die Bahnhofstraße früher aus, jetzt fahren hier die Baumaschinen. Foto: Thomas Goßner (Archiv)

    Ihre Laufkunden seien alle weg, außer denen, die bewusst zu ihnen kommen wollen, sagt Alexandra Bodirsky von Gardinen und Wohnen. Außerdem kritisiert sie das Fortschreiten der Bauarbeiten. Diese gingen zu langsam, das könne man in der Innenstadt nicht machen, sagt sie. Weil die Kunden mit dem Auto direkt vor den Laden fahren wollten. Und sie mutmaßt, dass man bei diesem Voranschreiten irgendwann vielleicht eine tolle Straße hat - aber keine Geschäfte mehr.

    In der Bahnhofstraße werden umfangreiche Arbeiten durchgeführt - auch unterirdisch.
    In der Bahnhofstraße werden umfangreiche Arbeiten durchgeführt - auch unterirdisch. Foto: Marlene Volkmann

    Für die Ladeninhaberin braucht es Lösungen, die die Straße auch für den Durchgangsverkehr geöffnet erhalten. "Der rote Teppich nutzt mir nichts, wenn ich von der Außenwelt abgeschnitten bin", meint sie zu den angekündigten Schmutzfängern.

    Was kommt durch Corona, was durch die Baustelle?

    Für ihn sei es schwer, einen Vergleich zu wagen, sagt Goldschmied Mathias Gruner. Sein Geschäft ist von der Baustelle betroffen, allerdings hat auch er erst seit Kurzem geöffnet. Und kann daher nicht unterscheiden, ob die Kunden vielleicht wegen Corona nicht kommen oder wegen der Baustelle. Er weiß natürlich noch nicht, wie sich diese auf seinen Betrieb auswirkt, vermutet aber, dass es problematisch wird, wenn der Gehsteig weg ist. Dann können die Menschen nicht mehr ins Schaufenster gucken und spontan herein kommen. Generell wollten derzeit viele Kunden einen Termin, wenn sie zum Beispiel Trauringe kaufen.

    Bei der Bilderrahmen-Werkstatt von Christine Bübl-Klosterkamp ist derzeit das Problem, dass die Kunden nicht mit dem Auto vorfahren können. Wenn man aber ein gerahmtes Bild hat oder mehrere, dann ist es zu schwer, um weiter weg zu parken, sagt sie. Am Samstag ruht die Baustelle, diese Zeit können sie dann nutzen, um Lieferungen zu bekommen, beschreiben sie und ihr Mann Ralf Klosterkamp. Außerdem fahren sie zu den Leuten und liefern oder holen etwas ab. Nach dem Lockdown lief ihr Geschäft "ganz okay", sie haben viele Stammkunden, weniger Laufkundschaft, erklärt Ralf Klosterkamp. Eine Auswirkung der Baustelle ist, dass es jetzt keinen Durchgangsverkehr mehr gibt. Dementsprechend parkt auch niemand mehr vor der Tür und schaut eventuell ins Schaufenster, um etwas Schönes zu finden.

    Maßnahmen, die nicht nur der Bahnhofstraße in Friedberg helfen sollen

    Grundsätzlich seien die Ladeninhaber froh, wieder öffnen zu können, meint Citymanagerin Bianca Roß. Momentan seien die Baumaßnahmen noch nicht so störend, denn derzeit seien nur die Stadtwerke bei der Arbeit. Außerdem seien die Kompensationsmöglichkeiten, die den Anliegern angeboten wurden, noch gar nicht alle ausgeschöpft worden.

    Seit dem vergangenen Freitag gibt es das Kinder-Baustellen-Fenster in der Bahnhofstraße.
    Seit dem vergangenen Freitag gibt es das Kinder-Baustellen-Fenster in der Bahnhofstraße. Foto: Marlene Volkmann

    Sie meint auch, die Anlieger hätten momentan andere Probleme als die Baustelle. Die Schließungen während der Corona-Pandemie seien schlimmer gewesen. Während der Umbauphase auf der Bahnhofstraße sind außerdem unterschiedliche Maßnahmen geplant. Diese sind dabei nicht nur dazu gedacht, denjenigen zu helfen, die an der Straße ansässig sind. Sie sollen vielmehr die Auswirkungen der Pandemie für alle Geschäftsinhaber abmildern. Die Vorhaben werden von der Städtebauförderung (30 Prozent), der Stadt Friedberg (20 Prozent) und dem Aktiv Ring (50 Prozent) bezahlt.

    Zu den Maßnahmen gehören:

    • Video In einem Video-Logbuch werden bedeutende Ereignisse auf der Baustelle festgehalten. Es sollen mindestens 30 Filme entstehen.
    • Qualifizierungsangebot Für Geschäftsinhaber und Mitarbeiter gibt es ein Weiterbildungsangebot.
    • Gutscheinheft Es gibt die Möglichkeit, hier zu werben. Das Heft gab es schon zur Landesausstellung 2020.
    • Anzeigenkampagne Mit Medienpartnern wird gezeigt, wie man zu Parkplätzen kommt. Außerdem sind Alternativrouten zu den Läden gekennzeichnet.
    • Kampagne Lokales Einkaufen wird mit unterschiedlichen Methoden beworben, beispielsweise gibt es einen Friedberg-Trinkbecher. Denn auch to-go-Angebote werden unterstützt.
    • Banner Außerdem gibt es ein Werbebanner, auf dem die betroffenen Geschäfte abzulesen sind.
    • Fenster In der Bahnhofstraße 21 gibt es ein Kinderbaustellenfenster, in dem derzeit Bilder des Hort Weltentdecker ausgestellt werden. Außerdem stehen hier kleine Baustellenfahrzeuge zum Anschauen.
    • Themenwelt Baustelle Geschäftsinhaber sind dazu eingeladen, sich bei eigenen Produkten dem Thema Baustelle zu widmen.
    • Baustellenfest Derzeit eher als Richtfest 2022 angedacht, sollen Besucher in die Friedberger Innenstadt gelockt werden. Dabei können sie auch den Experten vom Bauhof über die Schulter schauen oder ihren Fuhrpark kennenlernen.
    • Tag der Städtebauförderung Sofern es die Inzidenzwerte zulassen sind am 8. Mai unterschiedliche Aktionen im Stadtgebiet geplant.
    • Radverkehr Während der Doppelbelastung durch den zeitgleichen Umbau von Bahnhofstraße und B300 will man den Radverkehr fördern. Dazu soll die Aktion "Stadtradeln" dienen, die vielleicht sogar zweimal stattfindet.
    • Schmutzfänger Die Citymanagerin hat den Geschäften "Rote Teppiche" vorbei gebracht.

    Lesen Sie dazu den Kommentar von Thomas Goßner: Bahnhofstraße: Die Einzelhändler zahlen den Preis

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