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Friedberg: Das Team der Friedberger Kussmühle verabschiedet sich

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Das Team der Friedberger Kussmühle verabschiedet sich

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    Nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Angelika und Manfred Indich verabschieden sich aus der Friedberger Kussmühle.
    Nun beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Angelika und Manfred Indich verabschieden sich aus der Friedberger Kussmühle. Foto: Sabine Roth

    Ein Stammgast der Friedberger Kussmühle spricht für viele, die traurig sein werden, weil Wirtin Angelika Indich aufhört: "Der Himmel weint, weil Sie gehen, Frau Indich", sagte er. Das hat die 64-Jährige sehr berührt, zeigt es doch, dass sie bei ihren Gästen beliebt ist. Nicht Corona habe sie zum Aufhören gezwungen, betont sie. Doch die Zeiten würden nicht besser, und man sollte aufhören, wenn es am schönsten ist. Wie geht es jetzt weiter?

    Während der langen Zeit des Lockdowns hatte Angelika Indich viel Zeit, sich Gedanken zu machen. Ihr Mann Karl, der früher als Maurermeister in München gearbeitet hat, ist schon im Ruhestand. Deshalb möchte sie ab September, wenn das Lokal schließt, mehr Zeit mit ihm verbringen.

    Angelika Indich von Indichs Kussmühle in  Friedberg hört auf.
    Angelika Indich von Indichs Kussmühle in Friedberg hört auf. Foto: Peter Kleist (Archivbild)

    Wenn sie davon erzählt, wird sie schon etwas wehmütig. Aber man müsse nach einem langen Leben in der Gastronomie nach vorne schauen und sein Leben und die Zeit, die einem noch bleibt, genießen. Viele Städtereisen stünden schon auf ihrer To-do-Liste, verrät die Vollblutwirtin.

    Angelika Indich ist in das Leben einer Wirtsfamilie quasi hineingeboren worden. "Ich bin seit 50 Jahren in der Gastronomie tätig und bin Mädchen für alles gewesen", erzählt die gelernte Restaurantkauffrau. Ihre Eltern hatten unter anderem den Maierbräu in Altomünster und die Zoogaststätte in Augsburg. Viele werden sich erinnern, dass sie über 13 Jahre lang die Zeughausstuben in Augsburg gepachtet hatte. Als sie dort vor 21 Jahren wegging, wollte sie eigentlich etwas anderes machen.

    Angelika Indich führte früher die Augsburger Zeughausstuben

    Doch als sie sich ein Jahr später die Kussmühle ansah, schlug ihr Herz höher. "Ich habe ich mich in dieses schöne Haus mit der Mühle verliebt", schwärmt sie. Die Bedingung war aber, dass ihre Familie sie tatkräftig unterstützt. Und so kam es dann auch.

    "Mein Mann hat sich um die Büroarbeiten und die Hausmeistertätigkeiten gekümmert, mein Sohn Manfred mit mir um den Service und die Küche. Wenn Not am Mann war, haben auch mein Sohn Karl und die Frauen meiner beiden Söhne sowie mein Enkelsohn Maxi mitgeholfen." Dafür ist die Wirtin allen sehr dankbar.

    Die Gastlichkeit der Kussmühlen-Wirte  in Friedberg wurde prämiert, unter anderem vor einigen Jahren von der Brauerei Paulaner.
    Die Gastlichkeit der Kussmühlen-Wirte in Friedberg wurde prämiert, unter anderem vor einigen Jahren von der Brauerei Paulaner. Foto: Ida König (Archivbild)

    Über 20 Jahre ist sie nun schon in der Kussmühle - im Frühjahr 2001 hat sie dort als Pächterin angefangen, seit 2008 ist sie Eigentümerin des Restaurants mit der schwäbisch-bayerischen Küche. Mit Leib und Seele war sie dort Wirtin. Das spürten vor allem ihre Gäste, die sie sehr vermissen wird.

    Soll mit dem Verkauf, der bereits in trockenen Tüchern ist, nun alles vorbei sein? "Nein, ich fühle mich total fit und werde meinen Ruhestand sehr genießen - gemeinsam mit meinem Mann. Bis vor vier Jahren hatte ich nicht einmal einen Ruhetag", erzählt die Wirtin mit Herz. Auch wenn jetzt eine schöne Zeit kommt, es ist ein großer Einschnitt für die Familie Indich. "Doch wenn es am schönsten ist, soll man aufhören. Alleine wollte es mein Sohn Manfred nicht weiterführen", ergänzt sie.

    Der Abschied fällt dem Team der Friedberger Kussmühle schwer

    Schlimm war der Tag, als sie die Entscheidung ihren Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen mitteilen musste. "Mir tut es sehr leid, aber alle haben vollstes Verständnis dafür." Sie ist sicher, dass ihr erfahrenes Personal auch anderswo gut unterkommen wird.

    "All die Jahre waren geprägt von einer Leidenschaft, nämlich ihre Gäste mit Speis und Trank und Gaumenfreuden aus der Küche und dem Keller rundum zufriedenzustellen (...)." So beginnt der Abschiedsbrief, den sie im Restaurant ausgelegt hat und der auch in den sozialen Medien zu finden ist. "In dieser Zeit ist der Kreis derer, die wir zu unseren Gästen zählen dürfen, zu unserer großen Freude und Motivation unüberschaubar angewachsen. Und das ist ein wahnsinnig schönes, unbeschreibliches Gefühl. Wir hatten wie im Leben unsere Hoch- und Tiefzeiten, haben aber alles mit einem Lächeln und ein wenig Schweiß erlebt und durchgestanden", steht da weiter.

    Die Familie Indich dankt allen Gästen und dem gesamten Kussmühlenteam für das entgegengebrachte Vertrauen in all der Zeit und hofft, bei ihren Gästen einige schöne Erinnerungen hinterlassen zu haben.

    Friedberger Kussmühle: Noch nicht klar, wie es ab September weitergeht

    Wie es nach dem 12. September, wenn das Lokal seine Türen schließt, weitergeht und was der Käufer mit der Kussmühle macht, steht laut Indich noch nicht fest. Der Investor sei jedoch bereits auf der Suche nach einem neuen Pächter. Nicht betroffen ist das Hotel der Kussmühle, das von Familie Kuss selber betrieben wird.

    Gutscheine des Lokals werden zurückerstattet, wenn sie nicht mehr eingelöst werden können. Am besten kommt man dazu vorbei oder man ruft an unter 0821/2678510 oder schreibt eine E-Mail an info@indich.de.

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