In einem hellen Atelier, in dem seit einigen Wochen ungewohnte Stille herrscht, steht Rose Maier Haid. Die Friedberger Künstlerin blickt dem Start ihrer diesjährigen Aktion „Menschenskulpturen“ entgegen, der sich immer weiter verschiebt. Einen Vorgeschmack soll ab Donnerstag wenigstens die Ausstellung im KunstWerk an der Bauernbräustraße 50 geben.
Die Idee, Akteure in den Friedberger Straßen zu positionieren, gibt es seit 2014. Seitdem gab es acht solcher Veranstaltungen. Dieses Jahr findet die Aktion parallel zur Bayerischen Landesausstellung statt. Beides verschiebt sich aufgrund der Corona-Krise auf unbestimmte Zeit.
Menschen verschmelzen mit dem Friedberger Stadtbild
Der Termin für die „Menschenskulpturen“ steht noch nicht fest. Geplant ist, dass sich etwa 31 Leute in der Stadt positionieren. Normalerweise seien das einige mehr, so Maier Haid. „Die Klamotten und das Gesicht werden entsprechend der Umgebung vorher angemalt, damit alle Teilnehmenden chamäleonartig mit dem Hintergrund verschmelzen.
Kommen Besucher an ihnen vorbei, lösen sich die Kunstakteure für einen Moment und treten hervor“, erklärt Maier Haid ihre diesjährige Idee. „Um elf und um zwölf Uhr sind die Kunstakteure dann jeweils für zehn Minuten in Aktion.“ Mitmachen könne jeder, der Lust hat. Damit wolle sie Leute für die Kunst gewinnen.
Die Moderne ist auch da in Friedberg
Im Mittelpunkt dieser Aktion stehe für sie der Gedanke der Gegenwartskunst, die sich „von den alten Mauern löst“. Mit ihrer Initiative will Maier Haid zur historischen Ausstellung im Schloss Stellung beziehen und auf liebenswürdige Art und Weise sagen: „Wir sind auch da.“ Die historische Ausstellung wolle sie damit nicht kritisieren, sondern vielmehr auf das Potenzial des Neuen verweisen. In jedem Menschen stecke kreative Kraft.
Von heute an sind im Ausstellungsraum der Künstlerin die Kleider zu sehen, die die Akteure später tragen werden. Bei der Anfertigung hatte Maier Haid bei Bedarf Unterstützung. „Ab Donnerstag können Leute vorbeispaziert kommen und sich die Sachen ansehen.“ Sie freut sich sowohl über Besucher als auch weiterhin über interessierte Akteure. Donnerstags bis sonntags werde sie jeweils von 16 bis 18 Uhr ihre Türen für die Öffentlichkeit öffnen.
Für Kinder gibt es ein Suchspiel
Zum ersten Mal gibt es diesmal ein Suchspiel für Kinder. Auf Fotos soll erkannt werden, wo die einzelnen Personen vor ihren Kulissen fotografiert wurden.
Das könnte Sie auch interessieren:
Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.