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Kissing

26.03.2020

Hohe Gebäude in der Kornstraße: Kissing macht Vorgaben

In der Kornstraße 25 in Kissing möchte ein Investor ein großes Mehrfamilienhaus errichten lassen. Die Gemeinde lässt nun für den gesamten Bereich einen Bebauungsplan aufstellen.
Bild: Philipp Schröders

Plus Die Anfrage eines Investors für die Kornstraße nutzt die Gemeinde Kissing, um für das Areal einen Bebauungsplan aufstellen zu lassen. Wie dieser aussehen soll.

Die Gemeinde Kissing ist bei Baufirmen beliebt. Durch die günstige Lage zwischen den Großstädten Augsburg und München ist Wohnraum sehr begehrt. Von daher wollen die Investoren möglichst große Mehrfamilienhäuser bauen. An der Kornstraße hat der Bauausschuss nun die Erstellung eines Bebauungsplans in die Wege geleitet, um diese Entwicklung besser zu kontrollieren.

Der Kissinger Gemeinderat bemüht sich seit Jahren, innerörtliche Verdichtung zuzulassen, aber dabei den Charakter der Gemeinde zu erhalten und nicht durch zu hohe Gebäude zu sehr zu verändern. Ein Investor plant, in der Kornstraße die Häuser mit den Nummern 25 und 27 abzureißen und dafür ein Mehrfamilienhaus errichten zu lassen. Das soll neun barrierefreie Wohnungen, verteilt über drei Geschosse, beinhalten. Die oberste Etage ist dem Plan nach aber zurück gestaffelt. Das Haus soll zudem ein flaches Satteldach und eine Tiefgarage für die Autos haben.

Kissinger Bauausschuss hatte das Vorhaben zurückgestellt

Im November hatte der Bauausschuss das Vorhaben erst einmal zurückgestellt und beschlossen, einen Bebauungsplan aufstellen zu lassen. Den Entwurf des Büros Opla stellte der Stadtplaner Werner Dehm nun im vergangenen Bauausschuss vor.

Zunächst erklärte er, dass das Haus sich in das Quartier nördlich und südlich der Kornstraße einfügt. Der Bereich sei durch Häuser mit Satteldächern geprägt. Es gebe Gebäude, die vergleichbar hoch seien – der Plan des Investors sieht zehn Meter vor. Allerdings sei das Quartier durch Häuser mit zwei bis drei Wohneinheiten geprägt. „Das ist der einzige Bereich, der aus der Reihe fällt“, sagte Dehm.

Bauamtsleiter Alfred Schatz habe sich an sein Büro gewandt, da er keinen „Ausreißer“ in der Umgebung haben wolle, sagte Dehm. Der Entwurf des Bebauungsplans sieht vor, dass die Häuser nicht mehr als drei Etagen haben dürfen. Die oberste muss ein Dach- oder Staffelgeschoss sein. Die zulässige Gesamthöhe beträgt maximal elf Meter.

Kissing: Andere Bebauung im Süden der Kornstraße

CSU-Sprecher Franz-Xaver Sedlmeyr erklärte, dass der Umgriff des Bebauungsplans in seinen Augen zu klein sei. „Sollen wir nicht für einen größeren Bereich planen, sonst sitzen wir in drei Monaten wieder hier“, sagte er.

Bauamtsleiter Schatz sprach sich dagegen aus. Er gab zu bedenken, dass im Süden eine andere Bebauung angrenze. Zudem komme der Antragssteller für die Kosten des Planungsverfahrens auf. Bei Anträgen außerhalb des Bereichs könne die Gemeinde mit einer Rückstellung und Veränderungssperre arbeiten. Zur Erklärung: Nur ein paar Häuser weiter ist auf dem Parkplatz des ehemaligen Sparkassengebäudes entsprechend vorgegangen worden. Wie berichtet, will dort das Königsbrunner Unternehmen Leimer und Beutelrock bauen.

Auch Wolfgang Hörig von den Freien Wählern sprach sich für den vorgeschlagenen Bereich aus. Ludwig Asam von Grünen sagte: „Wir haben auch noch die Städtebauförderung beantragt, da überplanen wir sowieso Kissing komplett.“

Kissing will den Bebauungsplan vorantreiben

Am Ende entschied der Bauausschuss, die Aufstellung des Bebauungsplans weiter voranzutreiben. Da der Bauausschuss nur das vorberatende Gremium ist, können Details noch bis zur Entscheidung im Gemeinderat geändert werden. Asam plädierte dafür, bei Grundstücken im Süden die Baugrenzen zu erweitern, um mehr Nachverdichtung zu ermöglichen. Schatz gab zu bedenken: „Wir wollen unbedingt drei Meter Abstand zur Straße hin.“ Das sei beispielsweise wichtig, um genug Platz für Rampen für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator zu haben.

Anschließend stand das eigentliche Bauvorhaben wieder zur Abstimmung. Silvia Rinderhagen von der SPD fragte, ob es überhaupt möglich sei, über den Antrag zu entscheiden. Schließlich sei der Bebauungsplan für den Bereich noch nicht in Kraft. Schatz sah rechtlich gesehen kein Problem. Sedlmeyr erklärte, dass er nichts gegen das Vorhaben einzuwenden habe. Er wolle aber dem weiteren Verfahren nicht vorgreifen und könne daher nicht zustimmen. „Ich bringe sonst den Gemeinderat unter Zugzwang“, sagte er. Dem stimmte Rinderhagen zu.

Am Ende entschieden die Mitglieder des Bauausschusses in Kissing einstimmig, dass das Bauvorhaben bis zum Satzungsbeschluss des Bebauungsplans zurückgestellt werden soll.

Lesen Sie dazu: Kommentar: Kissing geht in der Kornstraße richtig vor

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