Im Anschluss an die Kissinger Heide könnte westlich der Bahnlinie auf einer Fläche von mehr als neun Hektar ein großes Photovoltaik-Sondergebiet entstehen. So jedenfalls lautet das Vorhaben der Meringer Firma Unien Energiedach GmbH, die einen entsprechenden Antrag beim Kissinger Bau- und Werksausschuss einreichte.
Die ausgewählte Fläche befindet sich im Außenbereich und ist im Flächennutzungsplan als Areal für potenzielle Ausgleichs- und Ersatzflächen ausgewiesen. Der westliche Teil ist zudem für den Erhalt und die Ausdehnung der Heidereste als wesentliches Element der "Artenbrücke Lechtal" ausgewiesen. Für die Entwicklung des gewünschten Freiflächensolarparks wäre eine Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die Aufstellung eines Bebauungsplans erforderlich. Diskutiert wurde darüber kontrovers.
Ludwig Asam (Grüne) sprach sich eindeutig gegen das Vorhaben aus. Dies sei ein zu großer Eingriff in landwirtschaftlich genutzte Fläche, begründete der Biolandwirt. Franz-Xaver Sedlmeyr (CSU) brachte ins Bewusstsein, dass das betreffende Areal im Korridor der geplanten Osttangente liege, weshalb seine Fraktion nicht zustimme. Für Katharina Eigenmann als Grünenpolitikerin ist die Osttangente freilich kein Argument. Sie zeigte sich auch anderer Meinung als ihr Fraktionskollege Ludwig Asam. Solarparks halte sie für notwendig und sinnvoll, betonte sie. Entlang der Bahnlinie sei ein solches Sondergebiet auch durchaus vertretbar, fand sie. Allerdings sollte man ergänzende Auflagen machen wie eine kleintierfreundliche Zaungestaltung, eine extensive Nutzung sowie eine Begrünung.
Kissing muss für künftige Entwicklung Flächen freihalten
Dem Vorhaben positiv gegenüber stand auch Silvia Rinderhagen. "Wir wollen erneuerbare Energien fördern und nicht verhindern", so sprach sie sich für die SPD-Fraktion aus. Es sei auch eine grundsätzliche Entscheidung, ob die Gemeinde noch weitere Freiflächen für Solar anbieten wolle oder nicht, fand sie und erwähnte das bereits bestehende Solarfeld auf Kissinger Flur.
Bauamtsleiter Alfred Schatz erklärte schließlich, warum er dazu rate, den Antrag der Meringer Firma abzulehnen. Vor dem Hintergrund der Siedlungsentwicklung im Altort und im Lechfeld sei es ratsam, noch Flächen vorzuhalten. "Die Gemeinde braucht gewisse Entwicklungsmöglichkeiten", so lenkte er den Blick der Gemeinderäte in die Zukunft. "Eventuell auch für einen neuen Schulstandort." Er schlug vor, die in Kürze anlaufenden Planungen des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) und somit die Neuabstimmung des Flächennutzungsplans abzuwarten. Die Mitglieder des Bau- und Werkausschusses folgten dem Ratschlag und sprachen sich letztendlich einstimmig für eine Ablehnung des Antrags zur Ausweisung eines Sondergebiets Photovoltaik aus.
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