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Augsburg

19.07.2018

Kissinger treten für den Lechsteg ein

In der Luftaufnahme ist zu sehen, wie der Lech westlich an Kissing vorbeifließt. Die Gemeinde plädiert für den Lechsteg.
Bild: Andreas Schmidt

Die Naturschützer und Parteien in der Gemeinde sprechen sich einhellig für die Fahrrad- und Fußgängerbrücke nach Haunstetten aus. Welche Vorteile sie sehen.

In den vergangenen Jahren ist es ruhig geworden um das Projekt, nun wird in Augsburg und Kissing wieder über den Lechsteg diskutiert. Die Brücke über den Fluss soll eine direkte Verbindung zwischen der Gemeinde und Haunstetten für Spaziergänger und Radfahrer bilden. Aktuell wird das Thema im „Stadtentwicklungskonzept“ aufgegriffen, das Augsburg zusammen mit seinen Bürgern erarbeitet.

Während in der Stadt der Lechsteg vor allem von Naturschützern kritisch gesehen wird, gibt es in Kissing eine breite Unterstützung. Ronald Kraus, Sprecher der SPD im Gemeinderat, sagt: „Wir stehen dem sehr positiv gegenüber. Wenn Augsburg eine Fahrradstadt werden will, ist das ein wichtiger Beitrag.“ Er plädiert dafür, dass sich alle Beteiligten an einen Tisch setzen, um die Vor- und Nachteile des Stegs besprechen. „Wichtig ist, dass er nur für Fahrradfahrer und Fußgänger ist, keine Autos oder andere motorisierte Fahrzeuge.“ Als Gemeinde könnte Kissing einen Beitrag leisten und die Zuwege entsprechend gestallten. Der Fluss und die beiden Ufer lägen allerdings im Zuständigkeitsbereich der Stadt. „Das wir etwas auf fremden Grund finanzieren, das stelle ich mir schwierig vor“, sagt Kraus.

Der Bereich liegt im Zuständigkeitsbereich der Stadt Augsburg

Laut CSU-Sprecher Franz-Xaver Sedlmeyr ist seine Fraktion ebenfalls für das Projekt. „Es ist schon lange überfällig, dass das realisiert wird.“ Im Hinblick auf einen Beitrag der Gemeinde Kissing bei der Finanzierung sagt er: „Vorstellen kann ich mir das schon. Die Frage ist, ob das rechtlich möglich ist.“ Auch er gibt zu bedenken, dass eigentlich die Stadt zuständig sei. „Wir können die Zuwege, die auf Kissinger Flur sind, machen.“ Laut Sedlmeyr sind einige Schätzungen der möglichen Kosten zu hoch gegriffen. Er denkt, dass sich das Projekt für „einige hunderttausend Euro“ verwirklichen ließe.

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Auch Peter Wirtz von den Freien Wählern sagt allgemein: „Eine Brücke muss nicht so teuer sein.“ Bei vergangenen Sitzungen seien bereits verschiedene Konzepte vorgestellt worden. Grundsätzlich sind auch die Freien Wähler in Kissing für das Projekt. „Das ist ja eine uralte Idee“, sagt Wirtz.

Während die Naturschützer in Augsburg dem Vorhaben kritisch gegenüberstehen, sind die Grünen in Kissing Verfechter des Lechstegs. „Wir befürworten das“, betont Fraktionssprecherin Katrin Müllegger-Steiger. Der Steg sei eine sinnvolle Verbindung, um mehr Pendler aufs Rad zu bringen. Viele Kissinger seien in Augsburg und Königsbrunn angestellt und hätten durch die Brücke eine direkte Verbindung. „Wir sehen, dass das schützenwertes Gebiet ist, aber wir wollen ja auch keine große Attraktion haben“, sagt Müllegger-Steiger im Hinblick auf die Augsburger Naturschützer. Die befürchten, dass der Stadtwald durch den vermehrten Verkehr beeinträchtigt werden könnte. In der Vergangenheit war als Vorbild auch der Steg über die Iller bei Legau im Kreis Unterallgäu im Gespräch. Der hat einen Aussichtturm, wovon die Kissingerin nichts hält. Grundsätzlich sagt sie aber: „Wir können nicht die Osttangente ablehnen, wenn wir keine Alternative bieten.“

Mit dem Lechsteg mehr Menschen aufs Rad bekommen

Das ist auch für Petra Hofberger ein wichtiges Argument. Die Grüne ist ebenfalls Vorsitzende der Ortsgruppe des Bund Naturschutz in der Gemeinde. Der Großteil der Mitglieder in Kissing befürworte den Lechsteg – auch im Hinblick auf die Osttangente, gegen die sich die Naturschützer einsetzen. Eine Fahrradbrücke sei für Pendler attraktiv. Ein guter Ausbau des Netzes und kurze Wege seien entscheidend, um mehr Menschen dazu zu bewegen, aufs Rad umzusteigen. Zudem sagt Hofberger: „Wer zum Baden kommt, der kommt oft mit dem Auto.“ Die Region sei dicht besiedelt. „Die Menschen haben ein Naherholungsbedürfnis“, sagt Hofberger. Das müssten auch die Naturschützer bedenken.

Im Augsburger Bauausschuss ist am Donnerstag über das Thema beraten worden. Das Ergebnis: Der Radsteg wird ins Stadtentwicklungskonzept aufgenommen. Die Grünen stimmten zu zweit dagegen.

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