Startseite
Icon Pfeil nach unten
Friedberg
Icon Pfeil nach unten
Friedberg
Icon Pfeil nach unten

Planung in Friedberg: Was wird aus dem Friedberger Volksfestplatz?

Planung in Friedberg

Was wird aus dem Friedberger Volksfestplatz?

  • |
  • |
  • |
    Viele verschiedene Nutzungen müssen am Volksfestplatz unter einen Hut gebracht werden. Nun meldet die Feuerwehr höheren Raumbedarf ab (gelb). Die Vinzenz-Pallotti-Schule zieht auf die rot markierten Sportanlage um, und die Haltestelle für die Schulbusse (orange) entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen.
    Viele verschiedene Nutzungen müssen am Volksfestplatz unter einen Hut gebracht werden. Nun meldet die Feuerwehr höheren Raumbedarf ab (gelb). Die Vinzenz-Pallotti-Schule zieht auf die rot markierten Sportanlage um, und die Haltestelle für die Schulbusse (orange) entspricht nicht mehr heutigen Anforderungen. Foto: Aerobild Augsburg

    Am Friedberger Volksfestplatz stehen Veränderungen bevor: Der Landkreis plant dort den Neubau der Vinzenz-Pallotti-Schule, die Feuerwehr meldet zusätzlichen Platzbedarf an. Wie das mit den bisherigen Nutzungen des Areals an der Aichacher Straße zusammenpasst, soll nun mit zwei Studien geprüft werden. Der Bauausschuss des Stadtrats gab dazu den Auftrag. „Der Volksfestplatz ist eines der Herzstücke der Stadt. Wir müssen sehr sorgfältig sein“, sagte Bürgermeister Roland Eichmann (SPD).

    Der einstimmigen Entscheidung ging ein scharfer Wortwechsel zwischen Stadtrat Manfred Losinger (CSU) und Eichmann voraus. Losinger, der auch stellvertretender Landrat ist, kritisierte die zeitliche Verzögerung bei der Behandlung seines Antrags von Anfang Juni. Darin hatte er mit Rückendeckung aus dem Landratsamt gefordert, in Abstimmungsgespräche mit dem Landkreis über eine gemeinsame Nutzung des neuen Schulhauses einzusteigen. So könnte die Doppelturnhalle mit finanzieller Beteiligung der Stadt auch als Veranstaltungshalle gebaut werden, um das äußerst knappe Raumangebot zu verbessern. Weitere Ansatzpunkte für die Zusammenarbeit sieht er unter anderem in neuen Räumen für Musikschule und Jugendkapelle, die im Untergeschoss der Halle Platz finden könnten.

    Eichmann schneidet Losinger das Wort ab

    Ende Juli hatte der Stadtrat beschlossen, sich mit Losingers Antrag näher zu befassen. Eine eingehende Diskussion fand jedoch nicht statt. Nun pressiert es: Bereits Ende Februar will der Landkreis einen Planungsauftrag für die Schule erteilen. „Wir haben nicht unendlich Zeit“, mahnte Losinger. Schon in der nächsten Stadtratssitzung müsse die Grundsatzentscheidung über eine Zusammenarbeit getroffen werden.

    Eichmann schnitt Losinger das Wort ab und konterte, dann hätte der Antrag eben früher gestellt werden müssen. Die Stadt habe die aus ihrer Sicht notwendigen Vereinbarungen bereits getroffen, etwa über eine gemeinsame Nutzung der Umkleidekabinen für die Freisportanlagen. Aber auch in den anderen Fraktionen wird das nicht als ausreichend gesehen. „Wir werden nicht drumrum kommen, eine Tiefgarage unten reinzubauen“, sagte Jakob Eichele (Freie Wähler) mit Blick auf das neue Schulhaus und die Parksituation am Volksfestplatz. SPD-Fraktionschef Roland Fuchs forderte den Bürgermeister auf, offensiv auf den Landkreis zuzugehen und Synergieeffekte zu prüfen. „Das ist eine Riesenchance, wenn wir das vernünftig überplanen“, sagte Cornelia Böhm (FDP). Immerhin soll der mit der Neukonzeption des Volksfestplatzes der Freiflächenplaner beauftragt werden, der auch für den Landkreis arbeitet.

    Ein neues Jugendzentrum

    Bereits jetzt steht fest, dass der Neubau des Förderzentrums zwischen Festplatz und Hermann-Löns-Straße nicht ohne Auswirkungen bleiben wird: mehr Schulbusse, mehr Verkehr und der Wegfall von Lehrerparkplätzen bei gleichzeitig steigendem Bedarf. Zugleich gibt es auch Überlegungen zur Zukunft des Musikpavillons, in dem die städtische Jugendkapelle untergebracht ist und der als nicht mehr zeitgemäß gilt. In einen Neubau könnte nach den Vorstellungen der Grünen im Stadtrat auch ein neues Jugendzentrum untergebracht werden.

    Unbefriedigend ist auch die Situation an der Bushaltestelle im nördlichen Bereich des Geländes: Weil für das Volksfest eine ebene Fläche benötigt wird, können dort keine Buchten und Bahnsteige angelegt werden. So kommt es gerade nach Schulschluss immer wieder zu problematischen Zuständen. Wildparker erhöhen das Gefahrenpotenzial noch zusätzlich. Dabei wären nach den Richtlinien sogar noch mehr Parkplätze für die Einsatzkräfte der Feuerwehr notwendig. Die Stellplätze in der Tiefgarage werden nämlich als Lager und Werkstatt genutzt. Sowohl im Gebäude wie bei den Freiflächen fehlt es nach einer Bedarfsermittlung der Feuerwehr erheblich an Platz.

    Feuerwehr braucht mehr Platz

    Eine Machbarkeitsstudie soll nun zeigen, ob und wie der das Raumprogramm am bestehenden Feuerwehrhaus realisiert werden kann. „Man kann das nicht mit einem kleinen Anbau realisieren“, sagte Finanzreferent Wolfgang Schuß voraus. Allein den Sanierungsbedarf an der mittlerweile 25 Jahre alten Einsatzzentrale schätzt Schuß auf eine sechsstellige Summe.

    Verwundert zeigte sich CSU-Fraktionschef Thomas Kleist über das Konzept der Feuerwehr, das 50 Prozent mehr Gebäudefläche und 100 Prozent mehr Freifläche vorsehe. Im aktuellen Feuerwehrbedarfsplan, der erst im Laufe dieser Wahlperiode verabschiedet wurde, sei das Haus abgesehen von anstehenden Unterhaltsarbeiten als zukunftssicher eingestuft worden. Claudia Eser-Schuberth (Grüne) warnte vor der Planung einer Ideallösung, die dann zu einer „Dauerabspeckorgie“ führe: „Ich habe keine Lust mehr, dass ich wieder Millionenbeträge sehe, und alle sind entsetzt“, sagte sie.

    Lesen Sie mehr zum Antrag der CSU: Steigt die Stadt beim Förderzentrum ein?Unser Kommentar beschäftigt sich mit dem Klima in Stadtrat und Verwaltung: So lähmt sich die Friedberger Stadtpolitik

    Diskutieren Sie mit
    XXX 0 Kommentare
    hier kommen komentare rein
    Dieser Artikel kann nicht mehr kommentiert werden