„Vom Feld zu Tisch“ hieß der Ausflug aufs Gemüsefeld von Sieglinde und Alfons Sedlmair in Schmiechen. Rund 20 Interessierte waren dabei. Foto: Christine Hornischer
Die bayerischen Bio-Erlebnistage haben Tradition: Seit nunmehr 20 Jahren finden sie jedes Jahr im Spätsommer statt. Auch in diesem schwierigen Jubiläumsjahr öffnen Biobetriebe aus Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung ihre Tore, um den Besuchern einen Blick hinter die Kulissen zu ermöglichen. Das war auch in Schmiechen möglich.
Zu dem Einblick gehört es, zu zeigen, wie Bio-Lebensmittel entstehen oder was eine ökologische und regionale Wirtschaftsweise in der Praxis bedeutet „Regionale Bio-Lebensmittel werden so stark nachgefragt wie nie zuvor“, sagt Projektmanagerin Kathrin Seidel vom Wittelsbacherland-Verein. „Die Menschen wollen wissen, wo ihre Lebensmittel herkommen.“
Nach einer Traktorfahrt auf das Gemüsefeld von Sieglinde und Alfons Sedlmair in Schmiechen gab es auf dem Hof frische Kartoffeln mit Butter und Quark.Foto: Christine Hornischer
Daher war es auch nicht sonderlich überraschend, dass sich am Samstag um 10 Uhr morgens bereits rund 20 interessierte Personen am Hof der Bio-Erlebnisbauern Sieglinde und Alfons Sedlmair in Schmiechen eingefunden hatten. „Vom Feld zu Tisch“ hieß der Ausflug aufs Gemüsefeld, der angekündigt worden war.
Hof in Schmiechen ist seit 500 Jahren in Familienbesitz
In ihrer Begrüßung erklärte Kathrin Seidel den Gästen, was die Öko-Modellregion Paartal eigentlich ist. „Sie fußt auf drei Säulen“, erklärte sie: „Veranstaltungen und Bioerlebnisse, Bio-Essen in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen oder Krankenhäusern und drittens Wertschöpfungsketten. Ökobetriebe sollten sichtbarer und erlebbarer werden, damit sich Menschen mit der Erzeugung und Verarbeitung hochwertiger Bioprodukte identifizieren können.“
Bio-Erlebnisbäuerin Sieglinde Sedlmair freute sich, ihren Hof, der schon seit 500 Jahren im Familienbesitz ist, herzeigen zu können. Das Ehepaar bietet für Besucher auch eine Ferienwohnung an. „Ein bisschen stolz sind wir ja schon“, pflichtete Alfons Sedlmair seiner Ehefrau bei und erzählte kurz, dass dieser Hof im ausgehenden 12. und beginnenden 13. Jahrhundert Wirtschaftshof der Vertinburg gewesen sei. Im Jahre 2009 haben die Bio-Erlebnisbauern auf Biostandard umgestellt. „Ich hatte es satt, den ganzen Sommer über mit der Giftspritze unterwegs zu sein“, erklärt Alfons Sedlmair.
Umstieg auf Bio: Ehepaar hat den Schritt nie bereut
Die Idee, auf Bio umzustellen, hatte er schon lange, aber „ich habe eine Familie mit vier Kindern und hab mich erst nicht getraut, die gewohnten Strukturen zu verlassen“, erzählt der Biobauer.
Bereut hat das Paar diesen Schritt nie. „Jetzt haben wir einfach ein gutes Gefühl“, sagen die Eheleute unisono. Und das teilen sie mit ihren Besuchern. Nach einer Hofführung, bei der die Gäste unter anderem sehen konnten, wie eine Kartoffelwaschmaschine funktioniert, ging es auf dem Traktor aufs Feld. Rote Bete, Brokkoli, Zwiebeln und alles, was das Feld zu bieten hat, zeigte sich in seinen schönsten Farben. Nicht zu vergessen das runde Gold der Sedlmairs, die Kartoffel. Fast logisch, dass es dann nach der Rundfahrt frische Kartoffeln mit Butter und Quark gab. „So einfach schmeckt es immer noch am besten“, luden Sieglinde und Alfons Sedlmair ein. Fast schon wehmütig verabschiedeten sich die Bio-Begeisterten. Peter Holzmüller und seine Frau Susanne Toth aus Hörmannsberg brachten die Stimmung auf den Punkt: „Sakrisch schee war’s.“ Und Tochter Hannah konnte sich gar nicht von der Kartoffelwaschmaschine losreißen.
Auf der Seite der Öko-Modellregionen gibt es einen Überblick über Bio-Angebote, biozertifizierte Direktvermarkter, ihre selbst erzeugten Produkte sowie die jeweiligen Öffnungszeiten.
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