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Eine lebende Glücksbringerin: Schornsteinfegerin Lisa Lenz aus Dasing ist Jahrgangsbeste

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Eine lebende Glücksbringerin: Schornsteinfegerin aus Dasing ist Jahrgangsbeste

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    Lisa Lenz aus Dasing wurde 2025 zur Jahrgangsbesten der Kaminkehrermeister ausgezeichnet.
    Lisa Lenz aus Dasing wurde 2025 zur Jahrgangsbesten der Kaminkehrermeister ausgezeichnet. Foto: Julia Schneider

    Im Dienstauto von Schornsteinfegerin Lisa Lenz und ihrem Kollegen sind überall Süßigkeiten und Plätzchen verteilt: auf dem Armaturenbrett, vor dem Beifahrersitz. Alles kleine Aufmerksamkeiten von Kundinnen und Kunden, die sich bei ihren Kaminkehrern für die Arbeit bedanken wollen. Im Mittelalter galten Schornsteinfeger als Glücksbringer, weil sie durch das Reinigen der Feuerstätten Brände verhinderten. Das trifft heute immer noch zu – und nicht nur an den Tagen um den Jahreswechsel, wenn auf Grußkarten und in Glücksklee-Töpfchen Schornsteinfeger-Figuren verschenkt werden, sondern das ganze Jahr über: „Jeden Tag werde ich mindestens einmal darauf angesprochen. Erst heute habe ich wieder gehört: Bitte nächstes Jahr mehr Glück mitbringen, gell“, sagt Lenz, die sich über die Wertschätzung freut: „Es ist irgendwie süß, dass wir heute immer noch mit Glück assoziiert werden.“

    Schon als Kind liebt Lisa Lenz aus Dasing das Klettern

    Lenz ist 24 Jahre alt und kommt aus Dasing. Nach ihrem Abschluss an der Realschule war sie sich sicher, dass sie nicht im Büro, sondern lieber handwerklich arbeiten möchte. „Eigentlich wollte ich erst Schreinerin werden. Dann hatte mein Vater die Idee mit dem Kaminkehren“, sagt Lenz. Und tatsächlich: Während eines Praktikums bei ihrem Onkel Andreas Pauer, der als Schornsteinfeger in Dasing tätig ist, merkte sie, dass der Beruf ihr liegt. Also absolvierte sie eine Ausbildung zur Kaminkehrerin, die sie im Jahr 2020 abschloss. „Die Dacharbeit macht mir besonders viel Spaß: Man ist den ganzen Tag draußen, hat eine tolle Aussicht, kann auf dem Dach herumkraxeln“, sagt Lenz. Schon als Kind war sie abenteuerlustig, kletterte auf Bäume und unternahm mit den Eltern Wandertouren in den Bergen. Auf ein Hausdach zu steigen, kostete ihr daher wenig Überwindung: „Nur bei extremem Wind oder wenn die Leiter nah am Giebel befestigt ist, kann es schon mal wackeln und man merkt die Höhe.“ Dann heißt es: Mit beiden Händen festhalten, wie es Lenz in der Ausbildung gelernt hat.

    Neben Besen und "Fallgranate" gehört auch eine lange Leiter zum Handwerkszeug von Schornsteinfegerin Lisa Lenz aus Dasing.
    Neben Besen und "Fallgranate" gehört auch eine lange Leiter zum Handwerkszeug von Schornsteinfegerin Lisa Lenz aus Dasing. Foto: Julia Schneider

    Auch den Umgang mit den Kundinnen und Kunden liebt Lisa Lenz an ihrem Beruf: „Zu 95 Prozent reagieren die Menschen sehr positiv, wenn der Kaminkehrer vor der Tür steht. Wenn man länger in einem Kehrbezirk arbeitet und zu manchen Kunden bis zu viermal im Jahr kommt, freuen sich viele Leute über den Besuch und schenken etwas. Es sind die gleichen Abläufe, aber durch die verschiedenen Menschen ist die Arbeit immer anders“, erzählt Lenz, deren Augen im leicht rußigen Gesicht strahlen, wenn sie über ihren Beruf spricht.

    Lisa Lenz schließt den Meistertitel als Jahrgangsbeste ab

    Nach einem Jahr als Gesellin schloss Lenz an die Ausbildung noch den Meistertitel an, um sich neue Möglichkeiten zu eröffnen. Erst kurz vor ihrer Freisprechung im Dezember 2024 erfuhr sie von ihrem herausragenden Ergebnis: Unter den werdenden Schornsteinfeger-Meistern in Schwaben hat sie als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Dafür wurde sie im November von der Handwerkskammer ausgezeichnet. Damit gerechnet hat die Dasingerin nicht: „Für mich war es die größte Freude, bestanden zu haben. Wir haben alle zusammen gelernt, waren alle gleich gut. Aber die Auszeichnung macht mich natürlich stolz.“

    Die Kaminkehrermeisterin lässt sich zur Energieberaterin weiterbilden

    Zurzeit hilft sie im Bezirk von Rainer Schmid in Eurasburg aus, bei dem sie auch ihre Ausbildung gemacht hat. Um sich weiter zu qualifizieren und Hauseigentümer besser beim Thema Heizungsaustausch beraten zu können, lässt sich Lenz aktuell zur Energieberaterin ausbilden. „Dafür entscheiden sich viele Schornsteinfeger nach dem Meister, weil es gut zusammenpasst“, sagt Lenz. Übrigens: Wenn sich die Kaminkehrerin aussuchen müsste, wann sie selbst zuletzt Glück hatte, dann während der letzten Prüfungen in der Energieberater-Ausbildung: „Ich hatte zum Glück das Richtige gelernt!“

    Wenn Lisa Lenz in die Zukunft blickt, schließt sie eine Selbstständigkeit und einen eigenen Kehrbezirk nicht aus. „Wenn ich älter bin, vielleicht. Aber damit ist viel Verantwortung verbunden. Jetzt bin ich jung und noch im Lernen“, sagt die 24-Jährige, die optimistisch über ihren weiteren Weg spricht: „Mal sehen, was die Zukunft so bringt.“

    Noch ist der Frauenanteil unter den Schornsteinfegern niedrig

    Auch was die Zukunft des Kaminkehrerberufs betrifft, ist Lenz zuversichtlich. Gerade lassen sich laut Lenz rund 30 junge Menschen in Schwaben zu Schornsteinfegern ausbilden. Nur einen höheren Frauenanteil würde sie sich wünschen, aktuell liege dieser bei rund zehn Prozent. Dabei kann Lenz ihren Beruf wärmstens empfehlen: „Am Anfang der Ausbildung war ich am Ende des Tages schon platt. Aber man gewöhnt sich an die Herausforderungen“, sagt Lenz.

    Und was wünscht sich eine Kaminkehrerin selbst für das neue Jahr? „Nach vier Jahren, in denen ich viel Freizeit für das Lernen geopfert habe: Endlich einen langen Urlaub – irgendwohin ans Meer“, sagt Lenz und strahlt.

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