Der erste eigene Führerschein ist ein Stück Freiheit: Elterntaxi ade, endlich selbstständig zur Schule, zu Freunden, auf die ersten Partys fahren. Oder zur Ausbildungsstätte, besonders für Mittelschüler nach dem Abschluss eine riesige Erleichterung. Seit ein paar Jahren geht der Trend unter den 15- bis 18-Jährigen in Richtung Microcars. Die kleinen Fahrzeuge sollten aber nicht überschätzt werden.
Die vierrädrigen Mini-Autos werden immer beliebter: Immerhin bieten sie bequem Platz für zwei Personen, Schutz vor Wind und Regen und man kommt deutlich schneller von A nach B als mit einem blubbernden Mofa. Gerade für „Winterkinder“, die in den kalten Monaten die Fahrerlaubnis erhalten, aber bis zum Frühling ohne Fahrpraxis ausharren müssen, sind sie eine ganzjährige Alternative. Erfreulich ist auch die Unfallstatistik, wonach es unter jungen Microcar-Fahrern deutlich weniger Verletzte als bei Rollerunfällen gibt.
Microcars sind deutlich teurer als Roller oder Mofas
Microcars, die perfekte Vorbereitung aufs Autofahren? Bei allen Vorteilen sind die kleinen Flitzer keine Allzwecklösung. Allein schon aufgrund des Preises, der mit mehreren Tausend Euro deutlich über dem üblichen Preis von Rollern liegt. Auch wenn sie auf dem Gebrauchtmarkt fast ohne Wertverlust weiterverkauft werden können, bleibt das eine Investition, die nicht für jede Familie infrage kommt.
Zudem ist der Umgang nicht so trivial, wie es scheint. Wie parke ich ein, nachdem ich den Roller vorher beliebig umherschieben konnte? Muss ich mich außerorts anders verhalten? All das will gelernt sein. Dass Microcars direkt nach dem Zweiradführerschein gefahren werden dürfen, ja nicht einmal für den Fahrschulbetrieb zugelassen sind, ist eine erstaunliche Gesetzeslücke. Im Übrigen ebenso wie die dreirädrigen Ellenatoren, kleine Fiat 500, die dank Umbau der Hinterachse von Jugendlichen bis zu 110 km/h gefahren werden dürfen, aber in Kurven schon einmal umkippen können.
Microcars bleiben beim Thema Sicherheit nicht ohne Risiko
Langsame und kleine Gefährte bergen immer ein Sicherheitsrisiko im Straßenverkehr, für die Fahrerinnen und Fahrer selbst und für andere Verkehrsteilnehmende. Ganz egal, ob es sich bei dem Fahrzeug um einen Roller, ein Mofa oder um ein Microcar handelt. Karosserie und Gurt sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Knautschzone minimal bleibt. Microcars mögen zwar auf den ersten Blick wie richtige Autos erscheinen, was die Sicherheit anbelangt, bleiben sie deren Miniaturversion.
Um kommentieren zu können, müssen Sie angemeldet sein.
AnmeldenSie haben noch kein Konto? Kostenfrei registrieren