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Gitarrenfestival „Focus Gitarre“ in Friedberg startet mit Konzert von Campbell Diamond

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Gitarrenfestival „Focus Gitarre“ in Friedberg startet mit Konzert von Campbell Diamond

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    Campbell Diamond eröffnete das erste Abendkonzert des Friedberger Gitarrenfestivals im Wittelsbacher Schloss mit gefühlvoller Musik.
    Campbell Diamond eröffnete das erste Abendkonzert des Friedberger Gitarrenfestivals im Wittelsbacher Schloss mit gefühlvoller Musik. Foto: Melina Albandopulos

    Zum Auftakt in das vierte internationale Gitarrenfestival „Focus Gitarre“ in Friedberg am Donnerstagabend spielte direkt ein Gitarrenvirtuose auf: Campbell Diamond aus Australien ist ein Meister der Gitarrenmusik, der für seine Konzerte schon durch ganz Europa, Asien und Amerika getourt ist. Der preisgekrönte Musiker freute sich sichtlich, zum ersten Mal im Wittelsbacher Schloss zu spielen. Es sei wunderschön.

    Campbell Diamond spielt klassische Stücke im Wittelsbacher Schloss

    Ebenso lobte das Publikum sein gefühlvolles Konzert: „Es war total schön.“ Doch bevor der australische Gitarrist an der Reihe war, zeigten erst einmal Künstlerinnen und Künstler aus Friedberg und Umgebung in einem Vorprogramm ihr Können. Das Gitarrenensemble Langweid (Landkreis Augsburg) unter der Leitung von Adriana Gómez stimmte mit dem südamerikanischen Stück „Cueca“ und Klaus Schindlers „Hoch hinaus“ den Abend an. Anschließend gab Nadia Czerska, ein 16-jähriges Gitarrenwunder aus Polen, mit „Recuerdos de la Alhambra“ einen Vorgeschmack auf ihren Auftritt beim Newcomer-Konzert am Freitagnachmittag. Das Gitarrenensemble von Gitarrenlehrer Richard Gebhard war so umfangreich, dass auf der Bühne kaum Platz für alle war, als die Musiker „Turning Page“ aus dem Film „Twilight“ vorführten – inklusive Cello und Gesang.

    Dann kam endlich „der Höhepunkt des Abends“, wie Stefan Schmidt, künstlerischer Leiter von „Focus Gitarre“ und etablierter Gitarrenpädagoge, Campbell Diamond ankündigte. Ganz ohne Noten, nur mit der Gitarre in den Armen, entführte Diamond das Publikum mit dem klassischen Stück „Suite L’infidèle“, eine der berühmtesten Suiten des deutschen Komponisten Sylvius Leopold Weiss, in die Welt der Gitarrenklänge. Vom Barock ging es zu einem bedeutenden Gitarristen des 20. Jahrhunderts: Mit „Meditación“ und „Rondeña“ von Regino Sáinz de la Maza ließ Diamond das Publikum hören, wie geheimnisvoll und stolz spanische Gitarrenmusik klingt.

    Das Publikum ist von Diamonds Auftritt im Wittelsbacher Schloss angetan

    Um die Zuhörerinnen und Zuhörer nicht melancholisch in die Pause zu entlassen, hatte Campbell Diamond „Fantasie über Themen aus ‚La Traviata‘“ von Francisco Tárrega und Julian Arcas gewählt. Denn im Gegensatz zu Verdis berühmter Oper endet dieses Stück nicht in einer Tragödie, sondern fröhlich. Die Finger des Gitarristen sprinteten dabei geradezu über den Gitarrenhals, sodass man nur gebannt folgen konnte, während Diamond selbst völlig in sein Spiel vertieft war. Mit „Caprichos de Goya“, das letzte Gitarrensolo des italienischen Komponisten Mario Castelnuovo-Tedesco, startete Diamond in die zweite Hälfte seines Konzerts. Inspiriert von den Gemälden Francisco de Goyas waren auch diese drei Stücke eher düster und unheimlich. Da kamen die brasilianischen Klänge der letzten drei Stücke gerade recht: Garotos „Lamentos do Morro“, der Walzer „Um Amor de Valsa“ von Paulo Bellinati und Ernesto Nazareths „Brejeiro“.

    „Da kam gute Laune auf“, stimmte auch Birgit Gebhard aus dem Publikum zu. Diese Meinung teilten mehr Zuhörerinnen und Zuhörer, denn es wurde applaudiert, gejubelt und gestampft. Bei so viel Begeisterung durfte die ein oder andere Zugabe nicht fehlen: Den Beatles-Hit „Yesterday“ erkannte man auch, ohne dass der Titel angesagt werden musste. Außerdem bescherte Diamond den Gästen ein weiteres musikalisches Gemälde von de Goya, über das er sich zuvor nicht ganz sicher gewesen war. Aber auch dieses Stück meisterte Campbell Diamond mit einer Leichtigkeit, als hätte er nie etwas anderes gemacht als Gitarre gespielt.

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