Beim karitativen Christkindlmarkt, der am Donnerstag, 28. November, startet, geht der Reinerlös dieses Jahr neben der Sozialstation an zwei Projekte im Ausland: die Indienhilfe der Pallottiner und die Afrikahilfe der Mittelschule in Friedberg. Vor allem Kinder werden unterstützt.
Martha Reißner, ehemalige Lehrerin der Friedberger Mittelschule, engagiert sich für die Afrikahilfe. 2002 übernahm sie diese Aufgabe von Georg Henle, welcher zuvor mehrere Jahrzehnte Hauptverantwortlicher gewesen war. Die jährliche Aktion unterstützt die Missionsstation Ndanda in Tansania. Durch Spenden vieler Friedbergerinnen und Friedberger sowie durch den Karitativen Christkindlmarkt, Aktionen der KJG und der Stadt Friedberg sind bis Dezember letzten Jahres 930.253 Euro für dieses Vorhaben zusammengekommen. Reißner sagt: „Die ersten Spendengelder für das Projekt wurden bereits in den 50er-Jahren von der damaligen Knabenschule gesammelt. Heute ist es die Mittelschule.“
Mittelschule Friedberg sammelt für Ndanda in Tansania
Das Geld wurde anfänglich vor allem für die Heilung von Lepra, den Kauf einfacher Krankenbetten und zur Versorgung mit Grundnahrungsmitteln wie Mais, Hirse und Bohnen verwendet. Heute diene es zur Schulbildung, Gesundheitsförderung und besonders zur Beschaffung von frischem Wasser, so Martha Reißner. Durch Pausenverkäufe, Flohmärkte oder auch Filmvorführungen erwirtschafteten die Klassen und Lehrkräfte der Mittelschule Friedberg bereits in vergangenen Jahren mehrere tausend Euro.
Wie im vorigen Jahr ist dabei das „Baby Projekt“ ein besonderes Anliegen. „Eine Geburt eines Kindes ist im dortigen Hilfsgebiet für Mutter und Kind gleichermaßen riskant. Denn es fehlen sauberes Wasser sowie ärztliche Betreuung. Die Frauen suchen oft kein Krankenhaus auf, da sie es sich von Vorneherein nicht leisten können“, erzählt die ehemalige Lehrerin. Um die Baby- und Müttersterblichkeit zu reduzieren, möchte die Afrikahilfe auch dieses Jahr das Projekt unterstützen.
Pallottiner bereits vor 70 Jahren in Indien aktiv
Sozial engagiert sind auch die Pallottiner. Sie betreuen Einrichtungen, die unterprivilegierten Kindern in Indien den Schulbesuch möglich machen. Bei diesem Engagement spielen die durch den karitativen Markt gesammelten Gelder eine wichtige Rolle.

Martha Reißner erläutert, wie das Engagement der Pallottiner in Indien zu Stande kam: „Als sie in den 1950er Jahren nach Indien kamen, stellten die Pallottiner fest, dass unter der Landbevölkerung die Rate von Analphabeten hoch war.“ Dies ist auch heutzutage so. Die Bildungslage der indigenen Bevölkerung Indiens ist vor allem durch die starke Armut problematisch. Viele Menschen arbeiten als Kleinbauern in abgelegenen Dörfern, oft als Tagelöhner. Geld für die schulische Bildung der Kinder ist nicht vorhanden. Durch die Pallottiner wurden deswegen Schulen sowie Wohnheime für Kinder mit weitem Schulweg gegründet.
In den Jahren während Corona stiegen dann viele Preise an, auch die der Lebensmittel und Schulgebühren. Diese Folge stellte eine starke finanzielle Belastung des Projekts dar. „Deswegen ist die Indien-Hilfe nach wie vor auf Spenderinnen und Spender angewiesen.“ Heute erhalten durch die Einrichtungen in Indien 2500 Kinder die Chance auf Bildung. Die Spendengelder werden bei der Indienhilfe für Lebensmittel, schulischen Bedarf und Gebühren sowie die Instandhaltung der Gebäude genutzt.
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