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Kein „S-Bahn“-Takt mehr in Friedberg: Das sagen die betroffenen Pendler

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So erleben Bahnpendler das Ende des Viertelstundentaktes nach Augsburg

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    Der Bahnhof Friedberg: Seit dem 7. Februar wird er nicht mehr so oft angefahren wie normalerweise.
    Der Bahnhof Friedberg: Seit dem 7. Februar wird er nicht mehr so oft angefahren wie normalerweise. Foto: Michael Probst

    Der Bahnhof Friedberg, ein normaler Morgen unter der Woche: Seit ein paar Tagen schon ist die „S-Bahn“-Anbindung nach Augsburg Hauptbahnhof jede Viertelstunde fürs Erste Geschichte. Wegen verschiedenen Sanierungen müssen fast das ganze Jahr 2026 Fern- und Güterzüge über Augsburg umgeleitet werden. Dadurch können die Züge von Friedberg in die Augsburger Innenstadt nur noch halbstündlich verkehren. Zwar sind zumindest Pendler nach München dadurch entlastet, dass zwischen Augsburg-Hochzoll und Aichach im Berufsverkehr zusätzliche Züge eingesetzt werden, aber schon die Anbindung an den Bahnhof Haunstetterstraße ist deutlich schlechter als sonst. Wie gut hat sich die neue Situation schon eingependelt? Und wie blicken Menschen auf die Einschränkungen, die auf die Bahn angewiesen sind?

    Ausdünnung des Taktes aus Friedberg vor allem für Schüler bitter

    Es fällt sofort auf, dass sich anscheinend schon ein Großteil der Menschen umgestellt hat: Große Wellen an Personen kommen nur noch alle halbe Stunde an den Bahnhof, kurz bevor der jeweilige Zug in Richtung Hauptbahnhof kommt. Eine aufgeregte Hektik, wie man sie etwa von Streiktagen kennt, ist nicht zu spüren, den Leuten scheint klar zu sein, dass sie sich für längere Zeit umstellen müssen. Eine Pendlerin, die nahe des Bahnhofs wohnt, wusste allerdings nicht Bescheid: „Ich war die letzten Tage krank, und mein Zug nach Aichach fährt auch anders als sonst, aber das wusste ich nicht.“ Im Vorfeld hatte es bereits Kritik an einer mangelhaften Kommunikation von BRB und AVV über die Änderungen gegeben. „Ich muss zur Arbeit, jetzt komme ich heute zu spät.“ Aufs Auto umsteigen will sie nicht: „Ich kann nirgends in der Aichacher Innenstadt acht bis zehn Stunden parken. Ich hoffe, der alte Fahrplan kommt zurück, das war echt toll.“

    Von der Änderung überrascht wurden auch zwei Berufsschülerinnen: „Am Dienstag dachten wir noch, das hat irgendwas mit dem Streik zu tun, aber dass es länger dauert, wussten wir nicht.“ Sie müssen zwar nur bis zur Haunstetterstraße, aber schon die ist ja schlechter erreichbar. Beide haben noch keinen Führerschein und sind daher auf den ÖPNV angewiesen. „Ich schreibe in der ersten Stunde einen Test, ich hoffe, ich schaffe das noch, sonst fangen die ohne mich an!“, erzählt eine. Sie hoffen, dass es irgendwann wieder besser wird: „Mit dem jetzigen Fahrplan haben wir nirgendwo eine Lücke, um noch kurz beim Bäcker anzuhalten. Das klingt banal, aber wir müssen durch das öffentliche Pendeln eh schon so früh aufstehen, da hat es diese Möglichkeit angenehmer gemacht.“ In den letzten Wochen habe es auch keine Durchsagen in der BRB gegeben, die auf die bevorstehenden Einschränkungen hingewiesen hätten.

    Um die Belastung durch die Ausfälle zu kompensieren, gibt es zusätzliche Züge, die in Augsburg-Hochzoll umdrehen.
    Um die Belastung durch die Ausfälle zu kompensieren, gibt es zusätzliche Züge, die in Augsburg-Hochzoll umdrehen. Foto: Michael Probst

    Blickt man sich am Bahnhof um, erkennt man, dass die zwei kein Einzelfall sind: Der Altersschnitt ist sehr jung. Es scheint so, als seien, während viele Erwachsene auf die Straße ausgewichen sind, insbesondere Schüler von den Einschränkungen betroffen, die noch nicht Auto fahren dürfen. Einer davon kommt gerade vom Bus: Mit dem fährt er aus dem heimischen Ried nach Friedberg und dann weiter ins Augsburger Gymnasium St. Stephan. „Das ist von uns aus das nächste musische Gymnasium, daher mache ich das jeden Tag.“ Die jetzige Situation sei „schon blöd, vor allem zum Heimfahren. Die Busse aus und nach Ried wurden überhaupt nicht auf den neuen Takt abgestimmt, das war davor besser.“ Die Informationen vorab waren auch aus seiner Sicht ungenügend, er hätte ohne einen Freund nicht davon erfahren. Auto darf er auch noch nicht fahren: „Nur Moped, aber das geht im Winter schlecht. Im Sommer habe ich es aber vor, weil auf Dauer haut das nicht hin.“ Er fand den Viertelstundentakt deutlich besser: „Damit bin ich sicher nicht alleine.“

    Pensionär sieht die Lage entspannter: „Mir pressiert es nicht mehr!“

    Doch auch ältere Menschen sind von den Einschränkungen betroffen: Gert Kleist, den man in Friedberg durch seine Tierarztpraxis und als langjährigen TSV-Vorsitzenden kennt, wartet auf einen Zug, der ihn zu einem Facharzttermin fahren soll. Das Autofahren hat der rüstige Rentner, der stolz betont „seit 1935“ Friedberger zu sein, Ende letzten Jahres aus Altersgründen eingestellt. Nun ist er zwar für Strecken wie heute auf den Zug angewiesen, aber der ausgedünnte Takt stört ihn nicht: „Mir pressiert es zum Glück nicht mehr.“ Wenn er nach Augsburg muss, schaue er grundsätzlich immer, welcher Zug gerade kommt: „Ich habe das Glück, inzwischen die Zeit dafür zu haben.“

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