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Kissing: Kommunalwahl: Kissinger Gemeinderat bekommt ein neues Gesicht

Kissing

Kommunalwahl: Kissinger Gemeinderat bekommt ein neues Gesicht

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    „Die haben uns bei früheren Wahlen viele Stimmen gebracht.“Nadine Stegmann gibt in Kissing ihre Stimme ab. Wahlhelfer Hermann Staffler steht hinter der Wahlurne. Im Gemeinderat haben sich die Kräfte deutlich verschoben.
    „Die haben uns bei früheren Wahlen viele Stimmen gebracht.“Nadine Stegmann gibt in Kissing ihre Stimme ab. Wahlhelfer Hermann Staffler steht hinter der Wahlurne. Im Gemeinderat haben sich die Kräfte deutlich verschoben. Foto: Philipp Schröders

    In Kissing herrschte bei der Kommunalwahl am Sonntag eine besondere Situation. Bürgermeister Reinhard Gürtner (CSU) ist bereits seit 2019 im Amt. Nach dem vorzeitigen Rücktritt von Manfred Wolf (SPD) musste der Posten bereits neu besetzt werden. Dennoch waren die Wähler aufgerufen, die künftige Zusammensetzung des Gemeinderats zu bestimmen, und die hat sich deutlich verändert.

    Ein großer Verlierer der Wahl ist die SPD. Sie büßte vier Plätze ein und hat nun nur noch fünf im Gemeinderat. Der derzeitige Fraktionssprecher Ronald Kraus sagt: „Das ist natürlich sehr schade.“ Mehrere „Schwergewichte“ in der Fraktion wie Günter Vogt und Ursula Kronester hätten aufgehört. „Die haben uns bei früheren Wahlen viele Stimmen gebracht.“ Zudem sei mit der FDP eine neue Partei in den Gemeinderat gekommen. Auch gebe es einen „allgemeinen Trend“, der teilweise zulasten der SPD gehe. „Es hat auch Stimmen gegeben, dass wir etwas konfrontativer hätten sein sollen. Aber das ist nicht unser Stil. Wir arbeiten für die Gemeinde zusammen.“

    Kraus freut aber, dass mit Andreas Santa ein neues Gesicht für die Sozialdemokraten in den Gemeinderat kommt. „Der wird neue Impulse setzen.“ Zudem hätten die anderen Gemeinderäte viel Erfahrung, die sie weiterhin für die Gemeinde einbringen wollten. Zunächst müsse sich die neue Fraktion aber erst einmal finden.

    Grüne sind deutliche Gewinner der Wahl in Kissing

    Ein deutlicher Gewinner der Wahl in Kissing sind die Grünen. Sie haben zwei Sitze hinzugewonnen und liegen nun gleichauf mit der SPD. „Das zeigt, dass die Kissinger eine grünere Politik haben wollen“, sagt Fraktionssprecherin Katrin Müllegger-Steiger. Ihre Partei hätte in Kissing mit verschiedenen Themen gepunktet. „Wir sind die Einzigen, die sich klar gegen die Osttangente ausgesprochen haben“, sagt sie. Des Weiteren warben die Grünen mit Tempo 30 in Wohngebieten und mit der Einführung einer Verkehrsüberwachung. „Wir werden das auch wieder aufnehmen“, sagt Müllegger-Steiger. Ihre eigene Kandidatur bei der Bürgermeisterwahl im vergangenen Jahr habe sicherlich dazu beigetragen, die Präsenz zu steigern. Müllegger-Steiger sagt aber auch: „Wir sind keine Fünf-Prozent-Partei mehr.“ Es habe in ganz Deutschland ein Umdenken gegeben. „Die Leute wollen eine grünere Politik insgesamt.“

    Die Freie Wählergemeinschaft hat im Gemeinderat ihre drei Sitze gehalten. „Wir sind nicht unzufrieden“, sagt Fraktionssprecher Peter Wirtz. Eigentlich sei das Ziel gewesen, einen weiteren Sitz zu gewinnen. Aber Wirtz freut sich, dass die FWG Stimmen hinzugewonnen hat. „Mit welchen Themen wir gepunktet haben, ist gar nicht so leicht zu sagen.“ Wirtz habe an den Infoständen die Erfahrung gemacht, dass es immer schwieriger werde, mit den Leuten ins Gespräch zu kommen. Im Gemeinderat will die FWG weiterhin die Finanzen im Blick behalten. Mit dem Grundschulausbau und der gesteigerten Nachfrage nach Kita-Plätzen komme auf die Gemeinde einiges zu. Wirtz sagt: „Wir müssen miteinander reden, nicht übereinander.“ Eine sachliche Politik sei ihm sehr wichtig.

    Kommunalwahl in Kissing: Wahlhelferin Pamela Gehringer steht hinter der Wahlurne.
    Kommunalwahl in Kissing: Wahlhelferin Pamela Gehringer steht hinter der Wahlurne. Foto: Philipp Schröders

    Neu im Kissinger Gemeinderat ist die FDP mit einem Sitz. Jörg Felgenhauer sagt: „Ich bin froh, dass wir nun eine liberale Stimme in Kissing haben. Die FDP ist wieder sichtbarer in der Gemeinde.“ Er denkt, dass seine Partei mit verschiedenen Themen im Wahlkampf gepunktet hat. Beispielsweise mit dem Vorhaben einen ÖPNV-Nachtbus einzuführen oder Verwaltungsangebote digital zu vereinfachen. Als Neuling im Gemeinderat müsse er sich erst einmal die Abläufe anschauen. Wichtig sei es ihm aber, mit den anderen Fraktionen im Sinne der Gemeinde zusammenzuarbeiten. „Wir wollen Kissing moderner gestalten.“

    CSU nun stärkste Kraft in Kissing

    Ein weiter Gewinner der Wahl ist sicherlich die Partei von Bürgermeister Gürtner. Sie verfügt nun über zehn Sitze im Gemeinderat, einen mehr als in der vergangenen Wahlperiode. „Unsere sachliche Politik in der Vergangenheit hat sich ausgezahlt“, sagt der Bürgermeister. Die CSU habe durch ihre Arbeit in den vergangenen Jahren die Wähler überzeugt und werde diesen Weg weitergehen.

    An einen Bonus der CSU im Hinblick auf die Corona-Krise glaubt Gürtner nicht. Von anderen Parteien heißt es, dass viele Wähler die CSU als Partei des Ministerpräsidenten gewählt hätten. „Natürlich betreibt Markus Söder ein gutes Krisenmanagement. Aber das wirkt im Hinblick auf die Wahl nicht bis nach Kissing hinein“, sagt Gürtner. Bei Kommunalwahlen gehe es vor allem um die Themen vor Ort und da habe die Kissinger CSU überzeugt.

    Auch wenn seine Partei nun die stärkste Fraktion im Rat ist, spricht der Bürgermeister sich klar für eine konstruktive Zusammenarbeit aus. „Es kommen nun große Projekte wie die Grundschulerweiterung auf uns zu. Da müssen wir alle an einem Strang ziehen.“

    Lesen Sie dazu den Kommentar: Kommunalwahl: Mehr Schwung in den Sitzungen in Kissing

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