Die Tür geht auf, ein leises Klingeln, dann mischt sich frische Luft unter den Duft von Kaffee und Kuchen. Jemand schaut kurz auf, nickt zur Begrüßung, rückt ein Stück zur Seite. Es sind kleine Gesten wie diese, die im Kulturcafé in der Luitpoldstraße 24c zählen. In Mering ist einiges an Freizeitaktivitäten geboten. Und doch gibt es auch hier diese stillen Zwischenräume, in denen Menschen allein sind. Nicht immer sichtbar, nicht immer ausgesprochen – aber spürbar. Genau hier setzt das Kulturcafé des Vereins Internationale Kultur Mering (IKM) an. Es ist ein Ort, der einlädt. Zum Ankommen, zum Bleiben, zum Dazusetzen. Wer hier Platz nimmt, muss nichts erklären. Die Gründe zu kommen sind verschieden – und doch ähneln sie sich.
Begegnungen in vertrauter Atmosphäre
Ein Tässchen Kaffee ist hier selten nur ein Getränk. Es ist oft der Anfang eines Gesprächs. Veronika Fischer kommt fast jeden Tag. Punkt 14 Uhr. Seit ihrem Umzug ins betreute Wohnen nebenan ist das Café zu einem festen Bestandteil ihres Alltags geworden. Ihr Platz: die rote Ledercouch am Fenster. Von dort aus beobachtet sie die Straße – und bleibt doch nie lange für sich.
„Annette, der Kuchen ist heute wieder so lecker“, sagt sie und lächelt. Annette Mayer steht hinter der Theke, schenkt Kaffee ein, verteilt Teller. Oft bringt sie selbst gebackenen Kuchen mit. Dass sie das ehrenamtlich macht, hört sie nicht so gerne. „Ich mache das gerne“, sagt sie.
An einem Tisch weiter sitzen Meltem und Hulusi. Zwischen Teegläsern und Notizen üben sie Deutsch. Wörter werden wiederholt, Sätze ausprobiert. Annette und ihr Mann Stefan helfen, hören zu, korrigieren behutsam. „Annette ist mir eine große Hilfe“, sagt Meltem leise. Annette lacht. „Und ich lerne auch“, sagt sie. „Wir tauschen uns aus – das ist für alle gut.“
Währenddessen geht Maureen Lermer durch den Raum. Sie ist die Vorsitzende des Vereins, bleibt immer wieder stehen, spricht mit den Gästen, fragt nach. „Es freut uns sehr, dass so viele Menschen unser Angebot nutzen“, sagt sie. Was hier entsteht, lässt sich schwer messen. Es sind keine großen Ereignisse, keine lauten Momente. Es sind Begegnungen im Kleinen, Gespräche zwischen Tür und Tisch, ein Gefühl von Gemeinschaft, das langsam wächst.
Das Angebot des Kulturcafés Mering
Das Kulturcafé bietet für Familien eine Internationale Mutter-Kind-Spielgruppe: Jeden Dienstag von 10 bis 11 Uhr. Spielerisches Miteinander, Sprachanregung und Austausch für Eltern und Kinder. Zudem gibt es Ländervorträge. Bisher fanden Vorträge zu Deutschland, Türkei, Kamerun, Ukraine und Kasachstan statt. Weiterhin findet zweimal im Monat das internationale gesunde Frühstück statt. Einmal im Monat gibt es einen Spieleabend und ebenfalls einen Bastelnachmittag für Kinder und Erwachsene mit der Dozentin Fadime Adigüzelli. IKM-Mitglied Manuela Krämer bietet eine Schreibwerkstatt an. Hier können die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kreativ werden, Erinnerungen aufschreiben oder Bloggen lernen. Außerdem finden sogenannte Urlaubsberichte statt. Bei einem gemeinsamen Abendessen in „Wohnzimmeratmosphäre“ können Personen ihre Urlaubserlebnisse teilen.
Geöffnet ist das Café zu den sogenannten Open Hours Dienstag von 10 bis 11 Uhr, sowie Mittwoch, Donnerstag und Freitag, jeweils von 14 bis 17 Uhr. Das nächste Internationale Festival des IKM findet am 9. Mai in der Mehrzweckhalle in Mering statt. Zudem kann das Kulturcafé in der Luitpoldstr. 24c für Veranstaltungen gebucht werden. Spenden sind jederzeit willkommen.
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