Mitte September rückten im Dasinger Ortsteil Laimering die Einsatzkräfte der Feuerwehr mit speziellen Schutzanzügen an. Ihr schnelles Eingreifen sorgte dafür, dass eine größere Umweltkatastrophe verhindert werden konnte. Nun gibt es weitere Informationen vom Wasserwirtschaftsamt Donauwörth zu den vorgenommenen Untersuchungen und ob der Chemieunfall mit Phosphorsäure doch Folgen für die Umwelt hat.
Was war passiert? In der Nacht vom 18. zum 19. September ereignete sich ein Betriebsunfall im Laimeringer Gewerbegebiet „Acht 300“. Dabei traten mehrere hundert Liter Phosphorsäure aus einem beschädigten Behälter in einer Lagerhalle aus. Ein Gabelstapelfahrer hatte diesen gegen 2 Uhr nachts versehentlich beschädigt. Die Chemikalie gelangte laut der Polizei Friedberg teilweise in einen Regenwasserkanal. Mehrere Atemschutzgeräteträger der Feuerwehr Aichach mit speziellen Schutzanzügen übernahmen zunächst die Sicherung des Behälters und das Auffangen der Flüssigkeit sowie anschließend auch die Bergung mithilfe eines Gabelstaplers. Es waren neben der Feuerwehr Aichach gegen 3 Uhr die Feuerwehren Laimering, Wessiszell, Rieden und Dasing sowie die Kreisbrandinspektion alamiert worden. Im weiteren Verlauf holte man ebenfalls die Feuerwehren Friedberg und Mering hinzu. Der Kanal wurde versperrt und nach fünf Stunden war der Einsatz beendet. Gefahr für die Bevölkerung bestand laut Feuerwehr und Polizei nicht.
Sabrina Rupp, Fachbereichsleitung für Gewässerschutz und Abwasserentsorgung des Wasserwirtschaftsamtes Donauwörth, sagt, dass in derselben Nacht mehrere Proben durch das Amt sowie von der Polizei entnommen wurden. Doch damit waren die Untersuchungen noch nicht vollkommen abgeschlossen.
Um auszuschließen, dass Chemikalien in den nahe gelegenen Gallenbach kamen, habe man in der Woche ab dem 14. Oktober zusätzliche Untersuchungen durchgeführt. Das Regenrückhaltebecken, das sich zwischen dem Regenwasserkanal und dem Gallenbach befindet, hat, so Sabrina Rupp eine größere Verunreinigung verhindert. Zudem lobt sie die Sofortmaßnahmen der Feuerwehr. „Dadurch kam es lediglich zu einem geringen Einfluss der Säure durch Versickerung“, so Rupp. Der eingefangene Teil der Chemikalie wurde fachgerecht entsorgt.
Schnelles Handeln ist essenziell
Dringen wassergefährdende Stoffe in Seen oder Flüsse, so können diese direkt oder indirekt verunreinigt werden. „Aus diesem Grund ist es essenziell, dass die Einsatzkräfte vor Ort schnell handeln, um einen Eintrag oder die Ausbreitung dieser Stoffe in die Umwelt zu verhindern“, erklärt die Fachbereichsleiterin.
Wie können Unternehmen diese Verunreinigungen vorbeugen? „Bundes- und landesrechtliche Vorschriften wie das Wasserhaushaltsgesetz regeln die Anforderungen zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen“, sagt Rupp. „Die Betreiber sind je nach Anlagentyp verpflichtet, Sicherheitskonzepte zu erstellen und die Anlagen regelmäßig durch externe Sachverständige auf Dichtheit und Funktionsfähigkeit überprüfen zu lassen.“ Zudem gebe es Sicherheitsmaßnahmen, wie flüssigkeitsundurchlässige Böden, Alarmsysteme bei Lecks oder auch Auffangvorrichtungen, die präventiv wirken können.
Im Allgemeinen ist Phosphorsäure in hoher Konzentration für Augen, Haut und Atemwege sehr schädlich. In verdünnter Menge findet man sie in beispielsweise Softdrinks und Wasch- sowie Düngemitteln.
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