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Schicksalsschlag Haarverlust: Friseurin Jutta Seeck hilft Frauen, wieder selbstbewusst zu werden

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Diese Friseurin gibt Frauen ihr Selbstvertrauen zurück

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    Die Friseurin Jutta Seeck aus Dasing hat sich zur Zweithaarspezialistin verifizieren lassen und begleitet Frauen mit viel Fingerspitzengefühl durch schwierige Zeiten.
    Die Friseurin Jutta Seeck aus Dasing hat sich zur Zweithaarspezialistin verifizieren lassen und begleitet Frauen mit viel Fingerspitzengefühl durch schwierige Zeiten. Foto: Christine Hornischer

    Im Friseurgeschäft von Jutta Seeck läuft vieles noch so, wie man es aus kleineren Orten kennt: persönlich, direkt und ohne großes Aufheben. Während draußen Autos vorbeiziehen, summen drinnen die Föhne, dazwischen wird gelacht, erzählt, zugehört. Genau dieses Zuhören brachte die Friseurin auf einen neuen Weg. Immer wieder saßen Frauen in ihrem Salon, die mehr mitbrachten als nur den Wunsch nach einer neuen Frisur. Zwischen Spiegeln und Frisierstühlen fanden auch Unsicherheit, Angst und Schicksalsschläge ihren Platz. „Man merkt schnell, wenn jemand nicht nur wegen der Haare kommt“, sagt Seeck leise.

    Besonders Frauen, die durch Krankheit ihre Haare verlieren, gehe es um weit mehr als um das äußere Erscheinungsbild. Mit den Haaren verschwinde oft auch ein Stück Weiblichkeit und Selbstvertrauen.

    Die Friseurin leitete auch schon einen Salon auf Teneriffa

    Schon lange hatte die 56-Jährige, die früher bereits Salons auf Teneriffa, aber auch in Adelzhausen geführt hat, mit dem Gedanken gespielt, sich präqualifizieren zu lassen – also Perücken direkt mit den Krankenkassen abrechnen zu dürfen. Doch der bürokratische Aufwand schreckte sie immer wieder ab. Dass sie den Schritt schließlich doch wagte, lag an einem kleinen Mädchen.

    „Die Kleine hatte eine kahle Stelle am Hinterkopf, war schon zweimal operiert worden und tiefunglücklich“, erinnert sich Seeck. Sie empfahl der Familie, sich ein Rezept zu besorgen und in ein Perückenfachgeschäft zu gehen. Als das Mädchen wiederkam, wurde ihr das Herz schwer. „Sie hatte eine Erwachsenen-Perücke auf, die überhaupt nicht passte.“

    Das Kind habe sich nicht wohlgefühlt, wirkte verloren und traurig. Die viel zu große Perücke saß fremd auf dem kleinen Kopf, nichts passte. „Wir haben geschnitten und frisiert, versucht zu retten, was zu retten war – aber es half einfach nichts“, erinnert sich Seeck. Der Anblick ließ sie nicht mehr los. Ein kleines Mädchen, das sich im Spiegel nicht wiedererkannte und sich hinter fremden Haaren versteckte.

    Wir haben versucht, zu retten, was zu retten war.

    Jutta Seeck, Friseurin

    Genau dieser Moment gab der Friseurin den entscheidenden Anstoß. Der Weg zur Präqualifizierung war allerdings alles andere als einfach. Formulare, Nachweise und Abstimmungen mit Behörden und Krankenkassen verlangten Ausdauer. Fragen wie „Wie groß ist Ihr Laden genau?“ oder „Gibt es einen separaten Raum, um Diskretion zu gewährleisten?“ mussten beantwortet werden. Für jemanden, der lieber mit Menschen arbeitet als mit Aktenordnern, eine Herausforderung.

    Doch seit einigen Monaten ist Jutta Seeck offiziell anerkannt, so dass ihre Kundinnen und Kunden den Haarersatz im Krankheitsfall über die Kasse abrechnen können. Die Beratung ist kostenfrei. In entspannter Atmosphäre nimmt sich Seeck Zeit und sucht gemeinsam mit den Betroffenen nach einer Lösung, die möglichst natürlich aussieht – vor allem aber ein Stück Sicherheit zurückgibt.

    „Es geht darum, dass die Frauen wieder in den Spiegel schauen und sich selbst erkennen können“, sagt sie. Und wenn eine Kundin den Salon verlässt, vorsichtig lächelnd, manchmal sogar mit Tränen der Erleichterung in den Augen, dann merkt man Seeck an, wie sehr sie sich mitfreut.

    Haarverlust macht Frauen verletztlich

    Weil nicht jede den Weg in den Salon schafft, bietet sie außerdem Haus- und Krankenhausbesuche an. Gerade in schwierigen Lebensphasen sei schnelle und unkomplizierte Hilfe wichtig. Bei medizinisch begründetem Haarverlust genügt eine Verordnung des behandelnden Arztes, die Abwicklung mit der Krankenkasse übernimmt dann der Salon.

    Für Jutta Seeck gehört all das inzwischen zu ihrem Beruf. Doch dafür braucht es weit mehr als handwerkliches Können. Es braucht Erfahrung, Geduld – und die Fähigkeit, Menschen in einem verletzlichen Moment wirklich zuzuhören.

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