Pudel sind gerade Mode-Hunde und entsprechend teuer. Trotzdem landete die gerade mal sechs Monate alte Lilly im Tierheim, denn ihre Besitzerin war mit der Hundehaltung überfordert. Das Team der Lech-Arche hat trotz dieser Situation ein Lob für die ehemalige Hundebesitzerin. Denn Lillys Schicksal hätte viel schlimmer kommen können.
Für 2000 Euro wurde die Pudelhündin bei einem Züchter gekauft, ihre Rasse und Farbe der kleinen Lilly liegen im Trend, deswegen kann vor allem online viel Geld verlangt werden. „Die Frau hätte den Hund für genauso viel Geld online wieder verkaufen können, deswegen sind wir mehr als froh, dass sie sich entschieden hat, Lilly bei uns abzugeben“, erklärt Tierpflegerin Natalie Gauggel.
Derchinger Tierheim Lech-Arche kritisiert unseriöse Züchter und Online-Angebote
„Bei uns werden die Tiere gründlich durchgecheckt und bekommen kein neues Zuhause beim Höchstbietenden, sondern bei dem Menschen, der am besten zum Tier passt.“ An nur einem halben Tag hat Lilly 45 Anfragen bekommen, mittlerweile durfte sie zu ihrer neuen Familie ausziehen.
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Die Beliebtheit von Pudeln liegt nicht nur an ihrer Optik, sondern auch an ihrer Intelligenz und Verträglichkeit mit Allergikern, da die Hunde wenig haaren. In den 70er-Jahren erlebten Pudel einen Hype, zwischenzeitlich wurde es wieder still um sie, seit einigen Jahren werden die Tiere wegen steigender Nachfrage aber wieder vermehrt gezüchtet. Das bringt allerdings auch Probleme mit sich, besonders Zwergpudel und Toy-Pudel werden oft zu klein gezüchtet, sodass Probleme mit den Kniescheiben, Augen und Zähnen auftreten können. Nicht selten landen solche Fälle dann wieder im Tierheim, da die Tierarztkosten zu hoch werden.
„Natürlich hätte die Frau den Hund in erster Linie überhaupt nicht anschaffen sollen. Wir haben sofort gemerkt, dass sie sich überhaupt nicht mit der Hündin auseinandergesetzt hat“, so der Vorsitzende des Augsburger Tierschutzvereins Heinz Paula. Dennoch möchte Paula dazu ermutigen, sich bei Überforderung mit dem Haustier schnell Hilfe zu holen.
Hunde-Schicksale: Online-Angebote sind oft unseriös
Dass Tiere kurze Zeit nach ihrem Kauf wieder abgegeben werden, komme nicht selten vor. Oft machen Menschen sich nicht genug Gedanken, ob sie Zeit und Mittel für ein Haustier haben, oder unterschätzen die Arbeit, die ein Tier macht.
„Hätte die Frau Lilly erst nach ein oder zwei Jahren abgegeben, wäre der Hund vielleicht schon so verhaltensauffällig geworden, dass wir ihn nicht so einfach hätten vermitteln können wie jetzt“, erklärt Paula. Letzten Endes fördere der Kauf von Tieren über Züchter oder unseriöse Online-Angebote aber einen Markt, dessen Preis die Tiere bezahlen.
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