Bei einem möglichen Windkraftprojekt bei Ottmaring ist die Stadt Friedberg einen Schritt weitergekommen. Sie hat sich mit den Eigentümern der Flächen am potenziellen Standort nahe dem Erlauholz geeinigt. Als nächster Schritt wird überprüft, ob Windräder an dieser Stelle wirtschaftlich wären. Das hängt vor allem von der möglichen Höhe ab - und diese vor allem von der Luftfahrt.
Ziel ist es, wie Bürgermeister Roland Eichmann im Stadtrat erläuterte, die Steuerung über Windprojekte zu behalten. Für den Bau und Betrieb möglicher Windenergieanlagen sollen die Voraussetzungen für regionale Wertschöpfung und für faire und transparente Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger geschaffen werden. Ziele sind verträgliche Windplanung, faire Bürgerbeteiligung und transparente Kommunikation. Das Feld solle nicht den Investoren überlassen werden.
Mit den Eigentümern wurde ein Flächenpooling vereinbart. Das bedeutet, dass die Eigentümerinnen und Eigentümer der Flächen Pachtverträge erhalten. Die Pacht wird dann nach einem komplexen System gestaffelt verteilt.
Trotzdem ist noch nicht klar, ob die drei möglichen Windräder errichtet werden. Eichmann geht davon aus, dass es auf jeden Fall eine Höhenbeschränkung gibt, welche die Wirtschaftlichkeit einschränkt. Das will die Stadt nun über ein Vorbescheidsverfahren klären, das sich auf diesen Aspekt beschränkt. Themen wie Schall oder Schattenwurf, die die Menschen in der Umgebung beschäftigen, werden gegebenenfalls später geklärt.
Windräder in Friedberg-Ottmaring: Bürger sollen investieren können
Eichmann betonte, dass Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zur Investition erhalten sollen, falls die Windkraftanlagen errichtet werden. Diese lokale Wertschöpfung kam im Stadtrat gut an, der dem Vorgehen einstimmig zustimmte. Doch erinnerte unter anderem Gerhard Straßer aus Rohrbach daran, dass viele Bürgerinnen und Bürger in Ottmaring, Rohrbach und Bachern aufgrund der Erfahrung mit den bestehenden Windrädern skeptisch seien.
Für Wirbel hatte in der Anfangsphase hatte zudem gesorgt, dass die Stadt sich mit den Eigentümern hinter verschlossenen Türen getroffen hatte, ohne allgemein zu informieren. Das sei deshalb so gelaufen, weil es sich um Vertragsverhandlungen handelte, erläuterte Eichmann.
Die Vorgehensweise ist mit dem Regionalen Planungsverband Augsburg abgestimmt. Gegen dessen Windkraftplanung zur Erreichung des Flächenziels liegen über 1000 Eingaben vor, die abgearbeitet werden müssen. Deshalb dürfen nun die von den Kommunen ausgewiesenen Konzentrationsflächen genutzt werden. In Friedberg beträfe das auch den Derchinger Forst. Dort ist die Situation aufgrund des Flughafens in Mühlhausen jedoch hochkompliziert.
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