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Corona-Pandemie
19.01.2023

Brauchen wir die Corona-Warn-App noch?

Die Corona-Warn-App zeigt immer seltener Risiko-Begegnungen an. Braucht es die App nun überhaupt noch?
Foto: Catherine Waibel, dpa-tmn

Wie es mit der Corona-Warn-App weitergehen soll, ist umstritten. Netzexpertin Anke Domscheit-Berg sagt, die Regierung habe die App "dysfunktional gemacht". Können wir die App also löschen?

Für Millionen von Menschen war die Corona-Warn-App in den vergangenen Jahren eine ständige Begleiterin. Wer engen Kontakt mit einer später positiv getesteten Person hatte, bekam eine leuchtend rote Warnmeldung. Doch Risiko-Begegnungen gibt es immer seltener. Auch Zutrittsbeschränkungen nach 2G für Geimpfte und Genesene und 3G zusätzlich für Getestete sind längst Geschichte. Nicht nur innerhalb der Ampel-Koalition gibt es Zweifel daran, ob es die App jetzt noch braucht. Anke Domscheit-Berg, digitalpolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, warnt indessen davor, die Funktionen der App zu erweitern. Braucht es die Corona-Warn-App also noch oder kann man sie getrost deinstallieren?

Welche Pläne hat die Regierung für die Corona-Warn-App?

In der Ampel-Koalition ist man sich uneinig. Offiziell steht die Regierung zum Weiterbetrieb der App. Vor dem Hintergrund einer nach wie vor dynamischen Pandemielage und eines möglichen Anstiegs der Fallzahlen in den Wintermonaten sei entschieden worden, die App weiter bereitzustellen, teilt eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf Anfrage mit. Die App leiste einen "Beitrag zur Bekämpfung der Corona-Pandemie und zur Unterbrechung von Infektionsketten". Aus der FDP mehren sich jedoch die Stimmen derer, die die App für überflüssig halten.

Wie viele Menschen melden überhaupt noch Infektionen über die App?

Dem Dashboard könne entnommen werden, dass "nach wie vor bei über 20 Prozent der bestätigten Neuinfektionen in Deutschland Warnungen durch die Corona-Warn-App an andere Nutzende erfolgen", teilt das Gesundheitsministerium mit. Insgesamt sei die App seit ihrer Einführung 2020 bis heute rund 48 Millionen Mal heruntergeladen und 238 Millionen Testresultate darüber übermittelt worden. 11,8 Millionen Nutzerinnen und Nutzer hätten ihr positives Testergebnis geteilt. Die Macher der App haben zudem eine neue Version der Anwendung veröffentlicht. Mit dieser können künftig auch die Ergebnisse von selbst vorgenommenen Schnelltests ohne eine offizielle Bestätigung erfasst werden. Um einen Missbrauch der Selbstwarn-Funktion zu unterbinden, können positive Selbsttests nur einmal alle drei Monate eingetragen werden.

Eine repräsentative Befragung des Branchenverbands Bitkom hat im Dezember zudem ergeben, dass 37 Prozent der Menschen in Deutschland die App weiterhin nutzen. Die Mehrheit von ihnen spreche sich laut Bitkom für einen längeren Weiterbetrieb der App aus. 61 Prozent hätten der Aussage zugestimmt, die App solle über das Frühjahr hinaus weiterentwickelt und mit Updates versorgt werden.

Was sagen Kritiker?

Die Digitalexpertin der Linken, Anke Domscheit-Berg, kritisiert die Regierung scharf. "Durch ihre verfehlte Teststrategie hat die Bundesregierung eine gute Corona-Warn-App dysfunktional gemacht." In den vergangenen Monaten sei es lediglich möglich gewesen, PCR-Tests eintragen zu lassen oder Schnelltests von "einer Handvoll registrierter Testzentren". PCR-Tests seien in Deutschland aber kaum noch zu bekommen, und die in Frage kommenden Schnelltestzentren suche man im ländlichen Raum vergeblich.

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Durch die immer seltener werdenden Warnungen sei der "völlig falsche Eindruck in der Bevölkerung" entstanden, dass man sich nun frei von Infektionsgefahren auch in größeren Menschenmengen bewegen könne. Die Pandemie sei aber keineswegs vorbei, die Infektionszahlen hoch und die Risiken von Long Covid für Betroffene und die Gesellschaft erheblich. Um die App wieder zu einem hilfreichen Instrument zu machen, forderte Domscheit-Berg schon länger die Möglichkeit, Selbsttests als Warnmöglichkeit eintragen zu können und dass PCR-Tests überall und niedrigschwellig verfügbar gemacht werden müssten.

Innerhalb der Ampel-Koalition gibt es jedoch Gegner der App. Der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Andrew Ullmann, sagte kürzlich den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: "Die pandemische Situation in Deutschland ist vorbei, die App hat ihren Dienst getan." Auch eine mögliche Weiterentwicklung der App lehnte er ab. Das sei eine "Verschwendung von Zeit und Steuergeldern".

Wie viel kostet die Corona-Warn-App den Bund?

Ob verschwendet oder nicht: Fakt ist, dass Entwicklung und Betrieb der App den Bund viel Geld kosten. Derzeit sei eine Fortführung der App bis zum 31. Mai geplant, teilt das Gesundheitsministerium mit. Das koste weitere 23 Millionen Euro. Insgesamt dürften sich die Ausgaben damit auf rund 220 Millionen Euro belaufen. Verglichen mit den Ausgaben des Bundes für Corona-Tests und Vakzine ist die Summe jedoch überschaubar. Deren Kosten gehen jeweils in die Milliarden.

Soll die Corona-Warn-App weiterentwickelt werden?

Das Ministerium räumt in seiner Erklärung ein, dass eine noch stärkere Nutzung der App "die Wirksamkeit weiter steigern" würde, da dann mehr Risikobegegnungen rechtzeitig erkannt werden würden. Wie die App über die Risikobewertung hinaus weiter genutzt werden könnte, werde derzeit innerhalb der Bundesregierung diskutiert. Die Gespräche seien noch nicht abgeschlossen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach sprach sich dafür aus, die App weiter zu nutzen, um bei möglichen neuen Corona-Wellen vorbereitet zu sein. Auch wurde mehrfach vorgeschlagen, die App zum digitalen Impfpass für sämtliche Impfungen umzubauen.

Domscheit-Berg hält Funktionserweiterungen für eine "schlechte Idee", die "faktisch eine Umwidmung der App weg vom ausschließlichen Covid-19-Bezug hin bedeuten". Der große Erfolg der App habe ganz wesentlich auf ihrer Funktionsbeschränkung auf einen einzigen Zweck basiert. In Verbindung mit der "hervorragenden Wahrung der Privatsphäre durch die dezentrale Speicherung" habe das zu einem hohen Vertrauen in der Bevölkerung geführt. "Wenn das ursprüngliche Versprechen der Zweckbindung nun gebrochen werden soll, geht dieses Vertrauen verloren und der ursprüngliche Erfolg wird sich dann nie mehr wiederholen lassen", so Domscheit-Berg.

Braucht man die App weiterhin, um zu reisen?

Innerhalb der Europäischen Union spielen Impfnachweise beim Reisen keine Rolle mehr. Auch bei Reisen in weiter entfernte Länder ist der Impfstatus nur in sehr seltenen Fällen von Bedeutung. Das bei Deutschen beliebte Reiseland USA gehört jedoch zu den Ausnahmen. Wer in die Vereinigten Staaten einreisen will, muss eine vollständige Impfung vorweisen. Zusätzlich braucht man einen Impfnachweis auch für den Zutritt zu manchen Veranstaltungsorten. So gibt es etwa einige Theater oder Konzerthallen in den USA, die weiter darauf bestehen. Das geht auch weiterhin mit der Corona-Warn-App. Natürlich können dafür aber auch der Impfpass aus Papier oder andere Apps wie die CovPass- oder die Luca-App genutzt werden.

Brauchen wir die Luca-App noch?

Neben der Corona-Warn-App spielte auch die Luca-App eine wichtige Rolle, insbesondere bei der Kontaktnachverfolgung in der Gastronomie. Im Zusammenhang mit Corona wird die App inzwischen kaum mehr genutzt. Unternehmenssprecherin Laura Tiedeken teilt auf Anfrage mit, dass die App zur Kontaktnachverfolgung nicht mehr genutzt werde. Es sei Nutzerinnen und Nutzern jedoch weiterhin möglich, Dokumente wie den Impfnachweis in der App zu hinterlegen. Man habe die App im vergangenen Jahr neu ausgerichtet. "Luca" werde nun genutzt, um Restaurants zu digitalisieren.

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22.01.2023

Eine Warn-App zu solch einem stolzen Preis, mit wenig bis keinem Erfolg, Nutzbarkeit mehr als zweifelhaft, hier wurde alleinig Geldvernichtung durch den Staat betrieben. Schon der offizielle Zweck, ohne die Möglichkeit einer Anbindung an offizielle behördliche Stellen disqualifiziert dieses Programm. Es gab einen anderen Ansatz, preiswerter, schneller, umfangreicher, datensicher und mit der Möglichkeit der datenschutzkonformen Nutzung durch Behörden (welcher jedoch behördlich verboten wurde), doch von staatlicher Seite kann und darf natürlich nicht genutzt werden, was nicht sein darf, da effektiver und besser. So lange es in Deutschland möglich ist, ohne Konsequenz Millionen/Milliarden von Steuergeldern für unsinnige Zwecke zu verschleudern, so lange wird dies anhalten. Oder hat jemand bis heute davon gehört, dass die verantwortlichen Politiker bei den überteuerten Einkäufen von Schutzmasken, welche jetzt neuwertig vernichtet werden, zum Regress herangezogen werden?

20.01.2023

"Insgesamt dürften sich die Ausgaben damit auf rund 220 Millionen Euro belaufen. Verglichen mit den Ausgaben des Bundes für Corona-Tests und Vakzine ist die Summe jedoch überschaubar. Deren Kosten gehen jeweils in die Milliarden."

Gut, dass man den relativierenden Satz mit eingebaut hat...
Ich finde 220 Mio EUR verdammt viel für eine App mit überschaubarem Nutzen. Vergleichbare Apps kosteten im Ausland deutlich weniger, z. B. Niederlande rund 5 Mio Entwicklungskosten + 10 Mio jährliche Betriebskosten), in Finnland kostete die im vergangenen Sommer eingestellte App 6 Mio EUR.

Also, um auf die Frage des AZ-Artikels aus meiner Sicht zu beantworten: Wenn der Staat Geld verbrennen möchte, dann ja.

Auch dieses Thema wird vermutlich wenig hinterfragt und kritisiert werden!

18.01.2023

Hat man die denn je gebraucht? - ich nicht...

18.01.2023

Wie interessant.

19.01.2023

Keine Antwort auf meine Frage - aber danke für Ihre Einschätzung!