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Den Umstieg auf erneuerbare Energien mit anderen zusammen angehen – Vorteile, Nachteile und was sich besonders lohnen kann.

Energiekolumne

Energetische Lösungen lassen sich gemeinsam sinnvoll angehen

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    Mehrere Häuser könnten eine Dämmung gemeinsam ausschreiben - das lohnt sich für die Handwerksfirmen.
    Mehrere Häuser könnten eine Dämmung gemeinsam ausschreiben - das lohnt sich für die Handwerksfirmen. Foto: Oliver Berg, dpa

    Das neue Jahr wird gerne mit guten Vorsätzen gestartet. Wie wäre es da beispielsweise mit dem Vorsatz, jetzt aktiv zu werden und die Heizung auf erneuerbare Energien umzustellen oder in Solarenergie zu investieren? Schwierig, weil die Rahmenbedingungen beispielsweise in einem Reihenhaus oder einer Wohneigentümergemeinschaft enge Grenzen setzen? Dabei gibt es Möglichkeiten auf diesem so wichtigen Gebiet gemeinsam aktiv zu werden, was gleich in mehrfacher Hinsicht Vorteile bringt. Denn immer wieder zeigt sich: Wenn Menschen sich zusammenschließen, lassen sich Klimaschutz, Kostenersparnis und Versorgungssicherheit sinnvoll verbinden.

    Eine gemeinsame Heizlösung für Reihenhäuser planen

    Eine Möglichkeit dazu bietet sich beispielsweise beim Thema Heizen in Reihenhauszeilen. Anstatt dass jedes Haus für sich eine eigene Heizlösung plant, können mehrere Haushalte gemeinsam eine Wärmepumpe anschaffen und eine Erdbohrung durchführen. Die Kosten für Planung, Bohrung und Technik werden geteilt, der Platzbedarf reduziert sich und die Effizienz steigt. Was für den Einzelnen oft zu teuer oder organisatorisch aufwändig erscheint, wird in der Gemeinschaft leichter machbar.

    Auch für Quartiere gibt es Heiz-Möglichkeiten mit Wärmepumpen

    Noch einen Schritt weiter geht der Ansatz auf Quartiersebene. Hier können mehrere Gebäude gemeinsam Erdbohrungen realisieren. Die gewonnene Umweltenergie wird als sogenannte kalte Nahwärme in einem kostengünstigen Leitungsnetz verteilt. Jedes Haus betreibt eine eigene Wärmepumpe, die aus den gemeinsamen, an einem Ort platzierten, Erdsonden gespeist wird. Die daraus entzogene Wärme wird dann in jedem Gebäude mittels Wärmepumpe auf das jeweils benötigte Niveau angehoben – ein System, das sehr effizient arbeitet, zukunftsfähig ist und dauerhaft für niedrige Energiekosten sorgt. In Bremen hat sich beispielsweise der Verein ErdwärmeDich e.V. gegründet, der genau solche Projekte vorantreibt. Die einzelnen kleinen kalten Nahwärmenetze werden dann in Form einer Genossenschaft organisiert, in der alle Beteiligten Miteigentümer sind und gemeinsam über Investitionen, Betrieb und Weiterentwicklung entscheiden. Ein schöner Nebeneffekt: Auf diese Weise entsteht nicht nur eine nachhaltige Energieinfrastruktur, sondern auch der Zusammenhalt im Quartier wird gestärkt.

    Gemeinsam Strom erzeugen - und gemeinsam Strom nutzen

    Auch im Bereich der Stromerzeugung bietet gemeinsames Handeln große Chancen. So können zum Beispiel in Wohneigentümergemeinschaften Photovoltaikanlagen auf Dächern installiert und gemeinsam genutzt werden. Der selbst erzeugte Solarstrom versorgt Treppenhaus, Aufzüge oder Wärmepumpen und kann – je nach Modell – auch direkt den einzelnen Wohnungen zugutekommen. Überschüsse werden ins Netz eingespeist oder in Batteriespeichern zwischengespeichert. Die Investitionskosten verteilen sich auf viele Schultern, während alle von niedrigeren Stromkosten und einer höheren Unabhängigkeit von Strompreisentwicklungen profitieren. Dabei gibt es je nach Konstellation unterschiedliche rechtliche und messtechnische Varianten, damit eine gemeinsame Solarstromversorgung passgenau funktioniert. Mittlerweile bieten auch verschiedene Dienstleister ihre Unterstützung bei gemeinschaftlichen Solarstromlösungen an, so dass die gemeinsame Umsetzung auch ohne spezielles Know-how gut möglich ist.

    Und es gibt noch weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit: Wie wäre es, wenn sich mehrere Nachbarn zusammentun und gemeinsam die Dachsanierung, die Wärmedämmung oder die Solaranlage ausschreiben. Für die anbietenden Firmen wird es attraktiver, wenn sie zeitgleich mehr Aufträge in einer Nachbarschaft haben und der Preis kann günstiger werden.

    Zur Person

    Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu – kurz eza! – in Kempten.

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