Wer Bürgergeld beziehen will, muss vorher einen Antrag stellen. So weit, so bekannt. Antragsteller müssen zudem neben ihren persönlichen Angaben eine Reihe von Unterlagen bereithalten. Nun stellt sich nur noch die Frage, wie der ausgefüllte Antrag und die Nachweise ihren Weg zum Jobcenter finden. Wir beantworten in diesem Text die Frage: Kann ich den Bürgergeld-Antrag auch per Post oder Telefon stellen?
Bürgergeld-Antrag: Kann ich ihn auch per Telefon oder Post stellen?
Grundsätzlich gilt: Ein Bürgergeld-Antrag erfordert neben der Angabe persönlicher Informationen auch Nachweise, die diese bestätigen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt auf ihrer Infoseite hierzu als Beispiele etwa den Personalausweis, einen gültigen Reisepass mit aktueller Meldebescheinigung oder einen Aufenthaltstitel. Weitere Nachweise sind zu Einkommens- und Wohnverhältnissen zu erbringen.
Wie der Antrag auf Bürgergeld den Weg zur Behörde findet, ist dagegen nicht in Stein gemeißelt: „Grundsätzlich ist der Antrag auf Bürgergeld an keine Form gebunden. Sie können ihn online, persönlich, telefonisch oder schriftlich stellen“, so die Bundesarbeitsagentur. Allerdings kann der Antrag nicht auf allen Wegen abgeschlossen werden, wie unter anderem eine Information auf der Webseite des Jobcenters Saarbrücken zeigt. Unter der Rubrik „telefonische Antragstellung“ heißt es: „Ihre Antragstellung auf Bürgergeld wird entgegengenommen und erforderliche Unterlagen werden Ihnen zugesendet.“
Demzufolge ist am Telefon nur eine erste Absichtserklärung für einen Bürgergeld-Antrag zu formulieren. Um den Antrag offiziell und abschließend zu stellen, müssen die zugesandten Formulare mitsamt Nachweisen auf dem postalischen Weg eingereicht oder persönlich beim Jobcenter eingeworfen werden. Sparen können sich die Betroffenen den Anruf mit ein paar Klicks im Netz. Denn die nötigen Formulare stehen auf der Seite der Bundesagentur für Arbeit zum Herunterladen und Ausfüllen oder Ausdrucken bereit. Doch die Bundesbehörde empfiehlt eine schnellere und kostengünstigere Alternative, einen Bürgergeld-Antrag zu stellen.
Übrigens: So hoch ist aktuell der Bürgergeld-Regelsatz. Das Jobcenter zahlt aber nicht nur einen monatlichen Grundbetrag, sondern auch den Großteil der Wohnungskosten - vorausgesetzt sie sind angemessen.
Bürgergeld beantragen: Wie reiche ich den Antrag online ein?
Am einfachsten ist wohl die Option, den Bürgergeld-Antrag online zu stellen. Die Bundesagentur für Arbeit, die einen Leitfaden für den Online-Antrag im Netz zur Verfügung stellt, empfiehlt sogar, wenn möglich, den Antrag aus verschiedenen nutzerfreundlichen Gründen auf dem digitalen Weg einzureichen. Zu den schlagenden Argumenten gehören demnach:
- Beim Ausfüllen des Online-Antrags stehen zu den einzelnen Posten Hilfetexte zur Erklärung bereit
- Nach der Eingabe erster persönlicher Informationen werden nur die individuell wirklich notwendigen Angaben abgefragt
- Alle Nachweise, etwa zum Einkommen oder der Miete, können direkt hochgeladen werden
- Ist der Antrag online eingereicht, zeigt eine Versandbestätigung den Eingang des Antrag
Zum Schluss führt die Behörde an, dass sich auf dem digitalen Weg sämtliche „Kosten für Druck, Porto oder die Fahrtkosten für eine persönliche Antragstellung“ gespart werden können.
Hinweis der Redaktion: Die Bundesregierung hat eine Reform der Grundsicherung beschlossen. Aus dem Bürgergeld soll die „Grundsicherung für Arbeitssuchende“ entstehen, die unter anderem schärfere Sanktionen für Empfängerinnen und Empfänger möglich machen soll. Nachdem das Kabinett am 17. Dezember 2025 die Bürgergeldreform durchgewinkt hat, wurde auch der Zeitplan vorgestellt. Wie ZDF heute berichtete, soll die neue Grundsicherung am 1. Juli 2026 in Kraft treten. Allerdings sollen die Änderungen, die die Reform mit sich bringen soll, nicht alle gleichzeitig kommen. Manche Regelungen der neuen Grundsicherung werden wohl erst 2027 relevant.
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